Konzertberichte

Van Canto06.10.2018

Van Canto
Support: Evertale / MoonSun
04.10.2018
Lido
Berlin


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verfasst von Kalle

Es ist immer wieder schön wenn man eine Band live sieht, die man über viele Jahre schon begleiten darf. 2010 haben sie das erste Mal im damaligen Knaack Club live in Berlin gespielt. Mittlerweile ist die Band mit ihrem siebten Album auf ihrer siebten Tour und wieder mit sieben Leuten auf der Bühne. Es ist die erste große Tour mit neuem Sänger. Und da fast die halbe Band jetzt in Berlin wohnt, war dieser Abend ein glattes Heimspiel. Das Lido kennt die Band bereits und das Publikum ebenso. Dennoch dauerte es eine Weile, bis sich der Saal gefüllt hat.

Zum Beginn vom ersten Support war es noch recht luftig, doch das änderte sich zum Glück im Laufe der Show von MoonSun. Ich hatte bis dato von dem Duo aus Kaiserslautern noch gar nichts gehört und wusste so überhaupt nicht, was mich jetzt erwarten würde. Umso überraschte wurde ich dann über das gezeigte und was man zu hören bekam. Susanne ist die Sängerein und Thomas der Giarrist. Die Zwei arbeiten mit sogenanten Loops, also Töne werden aufgenommen und wiederholen sich dann immer wieder. Darauf bauen sie ihre Songs auf. Und MoonSun sind eigentlich, wenn man sich mal auf ihrer Seite umschaut, eine Symphonic Metal Band. Jetzt gab es nur Acoustikgitarre und Gesang und eben die Loops. Shit das klang echt geil! Susanne hat eine so facettenreiche Stimme, das ist unfassbar gut! Eine echte Überraschung gewesen und ein schöner Auftakt. Da kam echt Energie rüber und zurecht gab es dafür dann auch viel Applaus. Gespielt haben sie Songs wie "Desire", "Fight And Pray" und als absolutes Highlight kam dann Jan von Van Canto dazu und gemeinsam spielte man einen Soundtrack von Skyrim "The Dragonborn Comes". WOW.. ich bin baff gewesen! Das war ein Auftakt nach meinem Geschmack.

Wie könnten da jetzt Evertale dran anknöpfen? Gut... das Genre und der Sound war jetzt etwas anders und mich brauchten sie nich überzeugen, mag ich die Jungs musiaklisch eh schon eine Weile. 2015 kam ihr Erstlingswerk "Of Dragons And Elves" heraus. 2017 folgte "The Great Brotherwar". Jetzt sind endlich Live-Shows dran und Berlin stand mit auf dem Tourplan. Große Freude für zahlreiche Fans mit Evertaleshirts im Saal. Die vier Offenburger und ihr Power Metal war ein Leckerbissen für jeden Gehörgang. Schnell und direkt, ohne viele Spielerchen. Das hatte Feuer! Die Bühne war sogar etwas zu eng für die Jungs. Die Spielfreude war da, der Platz zum austoben nicht. Die Drums standen an der Seite, die Gitarrenfraktion konnte nur selten sich den Platz teilen oder gar tauschen. Macht nix... zum Headbangen hat der Platz immer gereicht. Die Setlist war ein Mix aus beiden Alben: "Firestorm", "The Swarm", "The Crownguards Quest", "Chapter 666", "The Great Brotherwar" und "Take to the Sky" standen auf dem Zettel (Danke Matze für die Übermittlung). Die Lieder haben alle eine gute Länge, doch irgendwie kam mir die Show leider zu kurz vor. Das muss dringend wiederholt werden. Solltet ihr mal die Gelegenheit haben, Evertale live sehen zu können: GEHT HIN!

Ein Vorteil bei Van Canto ist, man braucht nicht viel Soundcheck machen und ein Umbau geht schnell über die Bühne. Die Drums von Basti waren schnell fertig und Micros hatten alle anderen Bandmitglieder ihre eigenen in der Hand. Die Freude war groß, als die Band auf die Bühne kam und direkt mit "If I Die In Battle" losgelegt haben. Kurz wurde Hagen vorgestellt und was er so drauf hat und dann ging es schon in die perfekte Einleitung für den gesamten Showabend mit "To Sing A Metal Song". Hier kann man im Schnelldurchlauf lernen, wie man einen Metalsong anständig singt. Berlin hat das von Beginn an drauf und Stef ist etwas überrascht, wie Berlin die Band plötzlich abfeiert. Aller erste Sahne, wie die Jubelstürme nach den Songs abgingen. Damit habe ich ehrlich gesagt auch nicht gerechnet. Das gilt übrigens für die Setlist, welche gut gemischt wurde. Aus allen Alben standen Songs auf der Setlist. Neue Stücke wie "Neverland" oder Klassiker wie "Badaboom" durften zu Beginn nicht fehlen. Der Fanclub von Van Canto hat sich bei "Rebellion" etwas besonderes für Ross ausgedacht. Zu Beginn durfte er eine schottische Flagge wehen. Lustige Idee Frank :D Mit "To The Mountains", "Bardcall" und Dragonwake" ging es dann weiter im Set. Und schnell merkte man wie Van Canto, trotz der Umstellung am Gesang, wieder eine Einheit geworden sind und sich Hagen super aufgenommen wurde. So aufgeblüht hab ich ihn lang nicht erlebt.

Allerdings muss der Gute noch ein wenig üben. Zum Beginn vom neuen Stück "Desert Snake" passierte ein kleiner, dennoch lustiger, Patzer, wo er den Einsatz und die Aufgabenstellung für das Publikum nicht so ganz hinbekommen hatte. Sehr witzig die Szene und zeigt, das sich die Band, trotz aller Professionalität nicht zu ernst nimmt. Inga musste sich nämlich mächtig das Lachen verkneifen. Die Stimmung auf der Bühne war super und davor sowieso. Kein Wunder also das die Harmonie zwischen Band und Publikum sich nur steigern konnte und das Konzert einfach ein total cooles Erlebnis wurde. "Unholy" wurde gespielt, bevor es dann zu einer Premiere kam. Okay... das stimmt so nicht ganz, aber für Berlin ja. Denn noch nie hatte Van Canto hier ein Stück in dem Tempo gespielt, wie sie "Ride The Sky" abgefeuert haben. Der Helloween Klassiker ist Live ein absolut geiler Brecher und zeigt die gesamte Qualität von Van Canto. "Neuer Wind" war danach natürlich das komplette Kontrastprogramm, sorgte aber für ein wenig Verschnaufpause, u.a. bei Schlagzeuger Basti. Jan und Ike wuselten immer wieder fleißig über die Bühne und bei einigen Stücken gab es sogar sowas wie eine Choreo. Ich war erstaunt :D

Zum Finale packten die glorreichen Sieben "Heading Home" aus, bevor es dann erst einmal hinter die Bühne ging. Hmm.. da geht doch aber noch was! Plötzlich erklangen Glockenschläge. YEAH! "Hells Bells" stand auf dem Spielplan und jetzt konnte Hagen zeigen, was noch so in seiner Stimme steckt. Der Track ist ihm wie auf dem Leib geschnitten. Ein absoluter Leckerbissen und Live geht der so geil ab, weil das Publikum mitmacht. Mit "Mission" gab es dann als vorletzten Song noch einen Klassiker aus älteren Alben. Dazu gesellt sich dann auch der letzte Song des Abends. Stef kündigte "Fear Of The Dark" an. Gänsehaut war angesagt, denn der Song geht einfach so steil, da kann man schwer still nur zuhören. Ich hatte mein zwei Kameras noch um und versuchte die Speicherkarte nicht wirklich ganz voll zu machen. Ist mir aber nicht gelungen, irgendwann waren die Karten voll und die Stimme leer. Denn es gab keinen weiteren Song. Das Iron Maiden Cover war wirklich das Finale. Das wurde aber noch einmal ordentlich zelebriert und das Publikum feierte ordentlich mit. Hmmm... kein "Kings Of Metal"... ich war etwas grummelig, aber nur wenige Sekunden, denn der Abend war einfach zu cool, als das ich darüber böse sein konnte. Okay... beim Verabschieden hab ich Basti noch kurz gesagt, das ich den doch gerne beim nächsten Mal wieder hören würde wollen. So blieb mir die Van Canto Version nur auf dem MP3 Player.

Die Band hat sich eindrucksvoll präsentiert und ihre Show in Berlin mehr als würdig zelebriert. Es war ein Genuss, denn der Sound war cool, das Licht war super und die Stimmung - hab ich ja bereits gesagt - war sehr geil. Was will man eigentlich mehr? Coole Leute getroffen, u.a. die liebe Saskia am Merch, die Band, den netten Tourmanager - dessen Namen ich wieder nicht gemerkt habe :D - Frank und Co. und noch viele mehr. Spezieller Dank an das Pärchen, das liebevoll auf meinen Kamerarucksack aufgepasst hat, während ich in der Menge verschwunden war und an Nicole von Silverangel Photography, den den lieben Lichttechniker den Helligkeitsregler gezeigt hat :D Rundum schöner Abend, der nach einer baldigen Wiederholung schreit! RAKATAKA MOTHERF**KER !!! \m/

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