Konzertberichte

Thunder And Lightning06.01.2018

Thunder And Lightning
Support: Diretone / A Tribute to Pantera
05.01.2018
Badehaus
Berlin

verfasst von Kalle

Was für ein Abend voller Premieren. Es war das erste Mal, das ich im Badehaus Berlin gewesen bin und ein Konzert gesehen habe. Es war das erste Konzert im Jahr 2018 für viele Besucher. Es war das erste Konzert vom neuen Gitarristen bei Thunder And Lightning. Es war ein Abend, an dem ich soviel Pantera gehört habe, wie noch nie in meinem Leben zuvor.

Ihr merkt schon, dieser Abend steckte voller Ereignisse und Erlebnisse. Während das Konzert von Gloryhammer im Musik & Frieden ausverkauft war, fanden dennoch zahlreiche Besucher den Weg in das gleich um die Ecke liegende Badehaus Berlin an der Warschauer Straße. Die Location liegt auf dem bekannten RAW Gelände, wo sich u.a. das Cassiopeia und das Astra Kulturhaus befinden. Allerdings war ich vorher noch nie in der Location und habe bisher nur von Erzählungen darüber gehört. Zeit wurde es jetzt also, das ich ein Konzert darin erlebe. Da ich keine Lust auf Gloryhammer an dem Tag hatte und lieber mal wieder die Jungs von Thunder And Lightning erleben wollte, ging es mit froher Laune auf in die Location. Ich war pünktlich vor Ort, als die ersten Töne des Abends von der Bühne kamen.

Auf der Bühne standen die Jungs von A Tribute To Pantera. Wie der Nameschon sagt, so gab es eine gute halbe Stunde lang ein Pantera Hit nach dem Anderen. Nun gestehe ich... von Pantera kenne ich effektiv nur zwei Songs und dann hört es bei mir auf. Ich hab mich nie mit dieser Band wirklich beschäftigt, weil mich der Rest der Songs nie wirklich angesprochen haben. Bis auf die Lieder "Walk" oder "Cowboys From Hell" hat mich nie wirklich was angesprochen. Ich danke aber den Jungs von A Tribute To Pantera, denn die haben ein Brett auf die Bühne gelegt. Das war ein grandioser und fetter Sound, der dort aus den zwei Boxen an der Decke kam. Im Vergleich dazu ist das Original ja fast eine Luftnummer. Ich übertreibe hier wirklich nicht, denn was der Sänger für ein Volumen in der Stimme hatte und wie die Instrumente krachten, das war aller Ehren wert. Perfekt für jeden Headbanger! Davon gab es überraschend auch ein paar.

Nach der besagten halben Stunde ging es dann erst einmal an die Bar. Dort hauten mich die Bierpreise doch etwas um. Für eine solch kleine Location ein Bierpreis von 3,70 EUR zzgl. dann noch 50 Cent Pfand, das ist schon amtlich. In der Gegend aber keine Seltenheit leider. Egal... ein, zwei, drei Bier dürfen es an dem Abend schon gerne sein. Während ich mich mit einigen mir bekannten Gesichtern unterhielt, baute die nächste Band ihr Set auf der Bühne auf.

Die Dänen von Diretone waren mir bis dato unbekannt. Sie selbst beschreiben sich als eine Mischung aus, jetzt kommt der Knaller, Pantera - Volbeat und Metallica. Ja.. ihr Groove Metal ist etwas sehr an Volbeat angelehnt, das kann man nicht abstreiten. Die drei jungen Herren hatten aber sichtlich Spaß auf der Bühne und ihre Songs waren gut anzuhören. Ob es für ein Dauerbrenner reichen würde, wenn ich die Jungs mal auf Platte hören würde, kann ich nicht sagen. Live haben sie mich aber durchaus überzeugt, speziell weil auch der Sound super geklungen hat. Da ein großes Lob an den Tontechniker, denn das war ein grandioser Job, und zwar den ganzen Abend über.

Den schlossen Thunder And Lightning ab. Und plötzlich zeigt das Badehaus eine kleine Schattenseite. Die Lichtanlage und die Luft im Raum. Mit zunehmender Zuschauerzahl wurde es imme wärmer im Konzertraum. Die Jungs auf der Bühne kamen schon nach wenigen Noten ins Schwitzen. Allerdings hatte man hin und wieder Schwierigkeiten sie überhaupt zu sehen. Wenn der Nebel mal ordentlich hochgefahren wurde, dann verschwand Schlagzeuger Steve schon einmal und wurde längere Zeit nur durch seine geilen Drums wahrgenommen. Der Lichtmensch hatte nicht viel Auswahl an Strahler, aber den für das Frontlicht fand er aus meiner Sicht hier zu selten. Überraschend war auch, wenn das Licht mal komplett auf der Bühne ausging, gab es für die Jungs darauf keine Möglichkeit auch nur eine Saite oder so zu sehen. Achja... eine Saite ist Gitarrist Marc während der Show gerissen. Mal wieder! - wird so manch einer sagen. Ist mittlerweile Tradition geworden.

Was allerdings keine Tradition ist und sehr schmerzlich gewesen ist, war der Abschied von Gitarrist Benjamin. Er hat die ersten drei Tracks ("Life Without Fear", "Strange Days" und "Soldiers Tired Eyes") mitgespielt und wurde dann gebührend verabschiedet. Seine Prioritäten im Leben haben sich geändert und er verlässt die Band. Zum Abeschied bekam er eine gerahmte Zeichnung des Bandlogos überreicht und einen fetten Applaus vom Publikum. Als Nachfolger stand seit geraumer Zeit schon ein Neuer bereit. Fabrizio ist Italiener und wird den Posten des zweiten Gitarristen einnehmen. Und was können die Jungs aus Italien besonders gut? Ganz genau - METAL spielen. Der "Neue" fügt sich direkt mal bei "Welcome To The Darkside" ein und zelebriert seine Künste an der Gitarre. Da denkt man immer wieder, bei dem ganzen Umgreifen brechen die sich doch irgendwann mal die Finger. Der "Neue" tut so, als wäre es seine leichteste Übung. Die Zufriedenheit bei Band und Publikum war gleichmaßen festzustellen.

Dieser Einstand ist aber mal mehr als gelungen. Sänger Diddi hatte allerdings an diesem Abend nicht ganz seinen besten Tag erwischt. Er wirkte etwas angeschlagen in der Gesundheit und somit nicht bei voller Stimmkraft. Zusätzlich ließ ihm das Kabel vom Mikrofon hin und wieder einige Aussetzer in den Gesang prasseln. Tat aber der Stimmung und der Laune im Publikum keinen Abriss. Im Gegenteil... die Temperatur stieg und stieg und man hätte gerne viele Songs gehört. Man musste aber ein wenig auf die Zeit achten, denn nach der Show fand noch eine Party statt. Also ran an die Setlist und Feuer frei. Songs die u.a. gespielt wurden waren: "Torn In Two", "Black Eyed Child", "In Charge Of The Scythe", "Unborn Truth", "Columbia", "One Blood" und "End of The Road. Zum Finale gab es u.a. "Black Rose" und "Boostershot". Was ich aber sehr vermisst habe, das war mein geliebter Song "Shadowlight". Der Song hat nämlich einer der geilsten Gitarrenparts, die ich von Thunder And Lightning kenne.

Die neue Einheit auf der Bühne, mit Fabrizio, zeigt sich schnell, denn die Gitarrenparts wo er gemeinsam mit Marc die gleichen Noten spielt, klingen fantastisch. Mittlerweile ist dann auch Bassist Hoschi aufgefallen, das er mal mächtig Schweiß an den Klamotten hat und es einfach nur warm gewesen ist. Nach einer ordentlichen Portion Metal war dann die Show leider schon vorbei und es ging wieder in Richtung Heimat. Was bleibt ist ein Tag voller cooler Musik, tollen Leuten und die Erkenntnis, das man immer noch Premieren haben kann, auch wenn man schon ein paar Jahre unterwegs ist und viele Konzerte besucht hat. In diesem Sinne hoffe ich sehr, das Thunder And Lightning demnächst mal den großen Durchbruch hinbekommen und von mehr Leuten gehört und gesehen werden. Sie gehören zu den Ausnahmemetalbands in Berlin und hätten einen Aufstieg nach weiter Oben sehr verdient. Ihr könnt sie dabei unterstützen. Hört ihre Musik, empfiehlt sie weiter, besucht die Konzerte und puscht die Jungs ein wenig. Support your Local Metalbands \m/

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