Konzertberichte

Sauna Open Air 201111.06.2011

Tampere ist die drittgrößte Stadt in Finnland und einmal im Jahr das Mekka für viele Metalheads. Seit 2004 pilgern sie Jahr für Jahr in die 200.000 Seelen Stadt. Warum? Immer Anfang Juni findet dort das bereits legendäre Sauna Open Air statt. Mitten in der Stadt, am Wasser gelegen, ist das Sauna Open Air eins der größten Rock und Metal Festivals in Skandinavien. Bereits beim ersten Festival standen Bands wie Helloween, Lordi, Children of Bodom und Nightwish auf der Bühne. Über die Jahre gaben sich weitere große Namen die Ehre. Mit dabei unter anderem: Dio (2005), Slayer (2005), Megadeth (2005/2007), Twisted Sister (2006), W.A.S.P. (2006), Heaven and Hell (2007), Sonata Arctica (2007/2008), Type O Negative (2007), Scorpions (2008), Whitesnake (2008), Testament (2008), Mötley Crue (2009), Hammerfall (2009),  Danzig (2010), Kiss (2010), Steel Panther (2010) uvm.

Ein Schwerpunkt dieses Festivals ist die Förderung von unbekannten, dennoch talentierten, Newcomern. Diese bekommen die gleiche Aufmerksamkeit, wie die bereits großen Bands in der Szene. Auch im Jahr 2011 wurden wieder neue  Maßstäbe gesetzt. Für einen Ticketpreis von rund 120 Euro, für alle drei Tage, bekamen die Besucher Bands wie Helloween, Accept, Doro, Saxon, Turisas, Tarot, Queensryche, Judas Priest und Ozzy Osbourne geboten. Das dieses Line-Up ein Besuchermagnet werden würde, war den Veranstaltern durchaus bewusst. Insgesamt besuchten in diesem Jahr über 26.000 Zuschauer das Sauna Open Air, was einen neuen Besucherrekord bedeutete.

Für Deutsche Verhältnisse mag das ungewöhnlich wenig sein, hat man doch hierzulande Festivals, die an einem Tag über 50.000 Besucher zählen. Doch in Finnland ist alles ein wenig gelassener und entspannter. Es gibt abgesperrte Bereiche für Besucher über 18 Jahre, wo sie Bier erwerben konnten und sich ihre Zigarette anstecken durften, Crowd-Surfing war gänzlich untersagt, auf der Schulter sitzen wurde unterbunden. Unalkoholische Getränke und Essen durften auf das Gelände mitgebracht werden. Dabei gab es keine Mengenbegrenzung. So verwundete es einen sehr, dass einige Festivalbesucher mit Einkaufstüten voller Wasser oder Ähnlichem auf dem Gelände umherliefen. Die Preise für ein Bier beliefen sich auf 6 Euro und eine normale Portion vom Grillstand kostete 8 Euro, wo hingegen die große Portion mit 12 Euro den Geltbeutel ganz schön belastete. Die Auswahl war nicht so üppig und erschlagend, wie man sie von unseren Festivals gewohnt ist, dennoch wurde gutes abwechslungsreiches Essen geboten.

Den Namen Sauna Open Air machte das Festival in diesem Jahr, aufgrund des Wetters, alle Ehre. Es herrschten über alle drei Tage mindestens 27 Grad am Tage und die Wolken ließen sich nur wenig blicken, so dass die Sonne ohne Schutz auf einen herab scheinen konnte. Kopfbedeckungen und viel trinken waren somit Pflicht. Der Veranstalter stellte mehrere Wasserauffüllstationen zur Verfügung, wo man sich auch abkühlen konnte. Eine nette Angewohnheit ist, dass sich die Seife neben den Dixi-Toiletten befindet. Ein Wasserschlauch mit Löchern diente als Wasserlieferant zum Händewaschen.


TAG 1 - 09.06.2011

Blicken wir aber nun zum musikalischen Teil des Festivals. Am Donnerstag öffneten die Tore um 15 Uhr. Die erste Band spielte um 17 Uhr. Den undankbaren Job bekamen Moonsorrow. Die Pagan-Metal Band aus Finnland.

Leider kam ich erst später zu dem Auftritt, da ich ein Interview mit Andi Deris von Helloween hatte. Ich konnte daher nicht die gesamte Show verfolgen. Die Band brachte eine gute Stimmung rüber und sorgte, dank des klaren Sounds, für einen guten Beginn. Der Lichttechniker war sichtlich verärgert über die Helligkeit, denn er musste immer wieder Nebel einbringen, damit die Effekte sichtbar wurden. Ein Nachteil bei Moonsorrow und auch später bei vielen anderen finnischen Bands, waren die Ansagen in Landessprache. Ein nicht Finnisch sprechender Besucher konnte nichts verstehen und hing zwischen den Songs etwas in der Luft. Moonsorrow spielten ungefähr 50 Minuten und während dessen füllte sich so langsam das Festivalgelände. Die Finnen sind bekannt dafür, alles etwas ruhiger angehen zu lassen und nur keine Hektik aufkommen zu lassen.

Um 18:00 Uhr begann das Programm auf der Main-Stage. Dort sorgten Helloween gleich für ein Highlight des Festivals. Mit "Are you Metal" schmetterten sie einen super Opener in die Menge, welche so langsam auf Festivaltemperatur zu kommen schien. Andi hätte die Show um ein Haar fast verpasst, da wir uns nach dem Interview im Hotel ein wenig verquatscht hatten. Der Fahrer wartete schon ein wenig ungeduldig. Auf der Bühne gaben die Jungs volle Kraft. Ein Klassiker nach dem Anderen schmetterte aus den Boxen. "Dr. Stein", "I want out" sind nur einige der starken Stücke. Da sie nur eine Stunde Spielzeit hatten, den Fans aber viele Klassiker aufspielen wollten, entschieden sich Bassist Markus Grosskopf, die Gitarristen  Michael "Weiki" Weikath und Sascha Gerstner für ein 15minütiges Medley, wo sie u.a. die Songs "Helloween" und "Keeper of the seven keys" mit einbauten. Sänger Andi Deris nahm sich dann noch die Zeit den Schlagzeuger Daniel "Dani" Loeble ein wenig auf die Schippe zu nehmen. Damit verbunden war ein Mitsingspiel für das Publikum. In den ersten Reihen tobte die Menge nach dem Auftritt und auch die Band war mit der Show sehr zufrieden. Sie hatten ihren Spass und das spürte man im Publikum.

Auf der Park-Stage spielten Omnium Gatherum, während auf der Main-Stage alles für den Fürsten der Finsternis vorbereitet wurde. Dieser trat um 20:30 Uhr auf die Bühne. Ozzy Osbourne leibhaftig. Man hatte noch die abgesagte Tour im Hinterkopf und die Gerüchte über seinen Gesundheitszustand. Daher war ich persönlich sehr überrascht, wie fit er die Bühne betrat. Diese war erstaunlich schlicht gestaltet. Es gab kein Bühnenbanner und keine aufwendige Dekoration. Lediglich die kleine Wand aus Boxen zierte die Stage. Der Platz vor der Bühne war an diesem Tag mit ungefähr 9000 Zuschauern gefüllt. Man konnte bequem stehen, da es kein Gedrängel um die ersten Plätze gab. Das lag nicht zuletzt an dem Ü-18 Bereich. Ozzy hatte Spass auf der Bühne und sorgte nach "O Fortuna" zum Auftakt, bei "I don´t know" gleich für eine nette Einlage. Er schnappte sich einen Feuerwehrschlauch, der mit Schaum gefüllt war und hielt ihn erst auf die Menge und dann in den Graben zu den Fotograben. Die Menge freute es, doch die Fotografen waren weniger erfreut, denn Einigen von ihnen zerstörte es die Kamera. Ein Fan aus dem Publikum warf eine Ozzy-Brille, die mit den runden Gläsern, auf die Bühne. Der Fürst nahm diese und setzte sie sich auf. Ein kräftiges Bass-Solo von Rob "Blasko" Nicholson läutete das Intro von 2Mr. Crowley" ein. Gefolgt wurde dieser Song von "Goodbye to romance". Ozzy begann unkoordinierte umher zu laufen. Er schnappte sich das Mikrofon und lief einmal nach links, hängte es dann wieder in den Ständer, nahm es erneut und ging nach rechts. Manchmal tat er dies, ohne auch nur ein Ton zu singen. Er forderte immer wieder die Hände des Publikums. Das störte mit zunehmender Showlänge immer mehr, da man keinen freien Blick auf die Bühne hatte. Es blieb wirklich kein Song ohne einmal alle Hände oben zu haben. Seine Bandkollegen Tommy Clufetos (Schlagzeug), Adam Wakeman (Keyboard), Gus G. (Gitarre) und Basisst "Blasko" gaben wirklich Alles auf der Bühne, doch leider merkte man dem Publikum an, dass sie 90 Prozent der Show auf Ozzy fixiert waren. Ozzy bekam viel zu trinken auf der Bühne, denn man sah immer wieder ein Roadie über die Stage flitzen, mit einer Tasse in der Hand. "Bark at the moon", "road to nowhere" und "shot in the dark" schmetterte Ozzy erstaunlich textsicher durchs Mikrofon und lies damit wohl jeden Zweifler über seinen Zustand verstummen. Man hat natürlich den Monitor bemerkt und das er hin und wieder abgelesen hat, doch es war live und kein befürchtetes Halb- oder gar komplettes Playback.

Bei "Rat Salad" stellte Ozzy seine Band vor und verschwand dann für ein paar Minuten von der Bühne. Jetzt bekamen die Bandkollegen die volle Aufmerksamkeit des Publikums. Zuerst sorgte Gus G für ein grandioses Gitarren-Soli wo er vor den höchsten Tönen keinen Halt machte, ehe Tommy die Drums erklingen lies. Diese waren bereits vorher sehr dominant und man spürte nun direkter den Doublebass vom Schlagzeug. Die ständigen Animationsversuche zum Händeklatschen fanden keinen Anklang beim Publikum, denn dieses wollte die Solis in Ruhe genießen. Adam wurde bei "Iron Man" zum zweiten Gitarristen und Ozzy bediente sich erneut der Schaumdusche und sprühte sich plötzlich damit ein. Er sah danach aus, wie ein begossner Pudel. Die letzten drei Songs des offiziellen Sets waren "Fairies wear boots", "I don't want to change the world" und der gefeierte "Crazy Train". Das Publikum wollte aber noch mehr und Ozzy bot ihnen an, wenn sie lauter seien, würden sie eventuell noch ein paar Zugaben spielen. Da die Fans jetzt erst recht auf Temperatur kamen, sorgte Ozzy für eine gekonnte Abkühlung. Als erste Zugabe spielte er "Mama, I'm coming home" und im Gitarren-Soli-Part steht Ozzy neben Gus G und zupft die Luftgitarre. Er hatte sichtlich Spass auf der Bühne. Einen Song gab es noch und der durfte natürlich nicht fehlen. Das Beste hebt man sich eben für den Schluss auf. "Paranoid" erklang und ein kleiner Moshpit fegte über den Platz vor der Bühne und um die Menge wieder abzukühlen griff Ozzy zu einigen Eimern voll Wasser und schüttete sie in die tobende Menge. Er selber gönnte sich natürlich auch einen Eimer und nach gut 90 Minuten ging eine super Show zu Ende.Es war kurz vor 22 Uhr und der erste Tag neigte sich dem Ende und es war um die Uhrzeit aber noch Taghell. Die Fans machten es sich in der Stadt gemütlich. Überall auf den Grünflächen oder in den Bars sah man sie sitzen. Friedlich feiernde Metalfans aus aller Welt. Vor einigen Hotels und in einigen Bars gab es geplante oder spontane Aftershowpartys, wo man noch einige Bandmitglieder treffen konnte. Der nächste Tag konnte kommen, denn der Auftakt war definitiv schon gelungen. Und wer sich wundert, warum so früh schon Schluss war, dem sei gesagt, dass es an den Regelungen für Open Air Konzert in einer Stadt liegt. Das ist ähnlich wie in Deutschland und daher war schon um 22 Uhr die Musik aus.


TAG 2 - 10.06.2011

Heute stand etwas mehr auf dem Programm und daher öffneten die Tore zum Gelände bereits um 13 Uhr. Doch weit kam man diesmal nicht. Lediglich bis zur Park-Stage durfte man gehen. Der Bereich zur Main-Stage war noch abgesperrt, da noch an der Bühne gearbeitet wurde. Um 14 Uhr begann, auf der Park-Stage, die Band Rytmihäiriö den zweiten Tag. Die ungefähr 400 Zuschauer, zu diesem Zeitpunkt, hörten eine Mischung von Punkrock und Thrash-Metal. Um es mit Bands zu mischen könnte man sagen eine Mix zwischen Stam1na, Agnostic Front, Exodus und Slayer. Das Ganze mit finnischen Texten und wildem Springen auf der Bühne ergibt den Stil der Band. An die 20 eingefleischten Fans sorgten für einen kleinen Headbang-Wettbewerb in den ersten Reihen. Dazu gab es von Oben wieder jede Menge Sonne und Hitze, so dass man ohne eine Wasserdusche nicht auskam. Viele kamen heute mit Hüten oder Tüchern auf dem Kopf. Metalshirts oder Kutten wurden ebenfalls als Kopfschutz umfunktioniert. Glücklicherweise stand die Sonne beim zweiten Auftritt recht günstig, so dass die Bühne den nötigen Schatten spendete. Auf der Main-Stage traten Turisas auf. Die Battle-Metal Fraktion um Sänger Mathias "Warlord" Nygård und Gitarristen Jussi Wickström schmetterten eine epische Hymne nach der anderen über den Platz, welcher nun mit ca. 2000 Zuschauern gefüllt war. Der Sound war extrem klar und pompös, wie es sich für diese Musikrichtung gehört. Zum Anfang gab es "To holmgard and beyond". Die Kombo donnerte danach ein Song nach dem anderen und wer noch nicht ganz wach war, der wurde es spätestens bei "Stand up and fight".Das gleichnamige Album ist ein absoluter Knüller und der Song wird in den finnischen Radiosendern rauf und runter gespielt. Zu Recht wie ich finde, denn ein Ohrwurm ist diese Track auf alle Fälle. Live gespielt überwältigte er die Fans und ist es nicht verwunderlich, das jetzt die Fans auf Temperatur kamen. Sie kochten nicht nur wegen der Hitze, sondern auch durch das Klatschen und Mitsingen. "In the court of jarisleif" folgte und man war dankbar, dass die Verantwortlichen den Platz vor der Bühne gewässert hatten. Denn bei dem Song gab es für die Fans und die Band keine Grenzen. Es wurde ausgiebig getanzt und ausgeflippt und es gab auch etwas zu lachen, denn bevor es zu "Sahti-Waari-Vic" ging, stimmte Drummer Tuomas "Tude" Lehtonen plötzlich Manowar´s "Kings of Metal" an. Sänger Mathias, Bassist Hannes "Hanu" Horma, Olli Vänskä an der Geige und Netta Skog am Akkordeon stimmten aus Spass einfach mit ein und spielten die erste Strophe des Stückes. Das sorgte für große Erheiterung und lies die Stimmung nochmals steigen. Ein kleiner Moshpit bildete sich bei "Sahti-Waari-Vic" und auch beim letzten Song "Battle Metal" blieb der Moshpit erhalten. Wenn es am schönsten ist, muss man bekanntlich aufhören, und so war der Gig leider schon vorbei.

Während auf der Park-Stage die Band Viikate aufspielte, stand eine lange Schlange vor dem Meet & Greet Pavilion. Doro war bereits angereist und schrieb fleißig Autogramme und machte Fotos mit den Fans. Ich begab mich erstmal in den Bereich hinter der Bühne, wo die Fotografen und Helfer ihren Bereich hatten. Schattiges Plätzchen, mit eigener Bar und Toiletten. Das war sehr angenehm zum ausruhen. Auf der Bühne wurde alles, für die Gäste aus Brasilien, vorbereitet. Cavalera Conspiracy betraten um 16:30 Uhr die Bühne. Bis dato war mir diese Band gänzlich unbekannt. Ich wusste nun auch warum, denn ihr Musikstil konnte bis heute nicht in meine Ohren vordringen. Es war eine Mischung zwischen Sepultura und Slayer. Die Finnen hatten großen Gefallen an der Band und sorgten mit dem wohl größten Moshpit des Festivals für ausgelassen Stimmung. Die Lichttechniker arbeiteten auch hier wieder mit sehr viel Nebel, um die Lichtshow zur Geltung zu bringen.

Auf der Park-Stage folgte um 17:30 Uhr ein weiteres Highlight des Festivals. Joey Belladonna trat auf. Der Name dürfte Fans von Anthrax ein Begriff sein, denn dort ist Joey seit 2010 wieder der Sänger. Schon vor der Zeit bei Anthrax trat er Solo auf und produzierte einige Alben. Mit seinen Bandmitgliedern Dave King an der Gitarre, RC Ciejek am Bass und "Monster" Mike Merrifield am Schlagzeug hat Joey eine großartige Truppe formiert um seine Solostücke den Fans nah zu bringen. Mit viel guter Laune, gehöriger Portion Thrash-Metal und einer grandiosen Performance lässt die Band die Haare nur so fliegen. Es war überraschend, dass die Band nur auf der kleinen Bühne spielte, denn der Platz wurde immer Enger und ein Durchkommen auf die andere Seite der Bühne schien unmöglich. Einige Stücke von Anthrax durften natürlich auch nicht fehlen. Highlight seiner gut einstündigen Show war ein Gedenksong für Dio. Sehr gefühlvoll und emotional bewegend spielte Joey Belladonna "Heaven and hell" und erinnerte somit noch einmal an den kleinen mit der großen Stimme. Während des Auftrittes ist eine Drone der Security über die Menge geflogen. Aufgrund des großen Andrangs an Menschen vor der Bühne, ist die Security natürlich vorsichtig. Doch im gesamten Festivalverlauf kam es zu keinen nennenswerten Zwischenfällen. Das lag an der Security, die anders als in Deutschland, sehr freundlich und höflich zu den Gästen ist. Man wurde immer nett begrüßt oder man unterhielt sich einfach nur ein wenig über die Arbeit oder andere Dinge. Man sah nie ein unfreundliches Gesicht und das war sehr entspannend.

Ein freundliches und sehr bekanntes Gesicht trat dann um halb sieben auf die Main-Stage. Es war keine geringere als die Metal-Queen selbst. Doro durfte zum ersten Mal auf dem Sauna Open Air spielen und das nutze sie natürlich ausgiebig. "Earthshaker Rock", "I rule the ruins" und "?Burning the witches" gab es zum Auftakt ihrer Show. Doro ist bekannt für ihr großes Herz auf der Bühne und ihre Dankesreden zu den Fans. Natürlich fehlte es auch nicht an Mitmachparts. Ob Händeklatschen oder Mitsingen, das Publikum war dabei und freute sich über die Show von Doro. Ihre Setlist beinhaltete einen Mix aus alten Klassikern ihrer Solokarriere, auch die Zeit bei Warlock wurde musikalisch dargeboten. Dafür sorgten, neben "Earthshaker rock", Songs wie "Metal Racer", "Hellbound", "All we are" und der "Metal Tango". Aber auch die neueren Stücke kamen nicht zu kurz. Für die Fans, die Deutsch verstanden, gab es die Ballade "Für Immer". Absolutes Gänsehautfeeling entstand und die Fans verstummte für einige Minuten. Doro erzählte ein wenig über die deutschen Festivals und natürlich über das größte von Allen, dann sang sie ihrer Hymne für Wacken "We are the metalheads". Beim letzen Song "All we are" bekam man das Gefühl, dass der Song so langsam ausgedient hat. Er ist zwar ein klasse Stück, doch so wirklich hören, wollte ihn wohl keiner mehr. Dennoch wurde Doro mit viel Beifall und "Doro, Doro" Rufen verabschiedet. Man sollte sie heute noch einmal wieder sehen.

Zunächst ging es erstmal rüber zur Park-Stage. Dort stand der Auftritt der Dio Disciples an. Die Band besteht aus Tim "Ripper" Owens, Toby Jepson, Simon Wright, Craig Goldy, James LoMenzo und Scott Warren. Und wie der Bandname es schon sagt, sind sie die Dio-Anhänger / Nachfolger. Die Stücke der Band bestehen aus einer Reihe legendärer Stücke, welche Ronnie James Dio gesungen hat. Dabei spielte es keine Rolle ob diese aus Rainbow, Dio, Heaven & Hell oder Black Sabbath Zeiten waren. Die Band machte einen guten Eindruck. Einzig Sänger Ripper konnte mich persönlich nicht überzeugen. Stimmlich war es in Ordnung, ich konnte ihm nicht abgnehmen, dass er wirklich im Gedenken an Dio gesungen hat. Er war zu sehr damit beschäftigt, seine Sponsoren auf der Weste und Trinkflasche zu präsentieren. Deshalb habe ich die Show vorzeitig verlassen, weil ich mir dieses Kommerzspiel nicht länger anschauen konnte. Viele Fans waren der gleichen Meinung und positionierten sich lieber schon vor der Main-Stage, um eine gute Sicht für den Headliner am Abend zu erhalten.

Der Platz war heute nicht sehr voll und im Vergleich zum Vorabend eher leer. Nur ca. 7000 Fans haben sich gegen 20:45 Uhr eingefunden.Es wurde Britisch auf der Main-Stage. Saxon traten mit ihrer aktuellen Show auf. Sie zelebrieren ja das 30. Jubiläum der "Denim and leather" Platte. Dazu kommt die neue Scheibe "Call to arms" und zusammen ergibt das eine brandheiße Mischung von alten Klassikern und neuen Zündstoff aus der Saxon-Feder. Im Vergleich zum Konzert vor einigen Tagen in Berlin, wirkte Sänger Biff ausgeruhter. Dennoch merkte man ihm und seinen Bandkollegen die lange Tour an. Man bekam ein wenig den Eindruck, dass der Gig ein Pflichtprogramm sei und es nur runtergespielt werden würde. Doch schon nach dem Auftaktsong "Hammer of the gods" wurde der Eindruck weggefegt. Der Sound war klasse abgemischt und schon bei "Heavy Metal Thunder" kam man auf Betriebstemperatur. Die Headbanger ließen sich nicht lange bitten und so wehten viele Haare in der Menge. Man hatte ja genügend Platz dafür. Es gab keine Crowd-Surfer, Geschubse und Gedränge blieben aus. Dennoch sorgten Saxon für gute Stimmung im Publikum. Die neuen Stücke wurden gut angenommen und gefeiert. Viele Fans sagten, es sei eins der besten Alben von Saxon seit Jahren. Biff und seine Mannen waren ein wenig überrascht über die Aufteilung des Publikums.Von der Bühne wirkte der Ü-18-Bereich etwas ungewohnt und von dort kam auch wenig Stimmung rüber. Die Fans dort hielten ihr Bier fest und klatschten nicht mit. Nachdem der erste Part mit Songs wie "Never Surrender", "Motorcycle Man", "Back in '79", "Atila the hun", "Demon sweeney todd", "Call to arms" und "Dallas 1 pm" gekonnt dem Publikum auf die Ohren gebracht wurde, folgten die großen Hymnen von Saxon. "Crusader" machte den Auftakt. Es gab auch für die Gesangsparts genügend Zeit. Zwischen den Songs wurde nicht viel geredet. "Afterburner" vom neuen Album folgte und konnte als Brücke zwischen den Klassikern gesehen werden. Denn nun kam "Denim and leather". Diesen Song hat Biff allen Metalheads gewidmet. Als Zugabe für diesen Song holte er sich Doro auf die Bühne, die im letzten Part des Stückes mitgesungen hat. Ein Fettnäpfchen hat sich Biff dann noch erlaubt. Nachdem "Princess of the night" gespielt wurde, machte er eine Ansage über Festivals und erwähnte dabei das Sweden Rock Festival, wo die Band am nächsten Tag spielen würde. Dies wurde mit einem Pfeifkonzert erwidert und so mussten die Jungs schnell was spielen, um dies wieder gut zu machen. Das war nicht weiter schwer. "Wheels of steel" sorgte sofort wieder für fröhliche Stimmung zwischen Band und Fans. Bassist Tim "Nibbs" Carter, die Gitarristen Doug Scarratt und Paul Quinn, sowie Schlagzeuger  Nigel Glockler holten zum finalen Schlag aus. Als letzten Song ihres Sets setzten sie "747 (Stranges in the night)" und sorgten für einen gelungen Abschluss. Ein Teil der  Herren ging sofort nach dem Abgang von der Bühne an den See, um sich zu erfrischen. Die Fans verließen erfreut das Gelände und konnten sich schon jetzt auf den nächsten Abend freuen, wo es ebenfalls Britisch werden sollte.

TAG 3 - 11.06.2011


Zur besten Mittagshitze gingen die Tore zum Festivalgelände auf. Heute waren es weit mehr Fans, die früher aufs Gelände wollten, als den Tag zuvor. Gut nun wollte sich jeder einen guten Platz vor der Main-Stage sichern. Bis dahin dauerte es aber noch ein wenig. Die Bühne wurde noch vorbereitet für den Abend und so standen gut 200 Fans vor der Absperrung zum Bühnenvorplatz. Neben der Absperrung stand die Park-Stage und so wurden die wartenden Besucher musikalisch unterhalten.

Um 13 Uhr betraten Anthriel die Bühne. Eine junge talentierte finnische Metal-Band. Sie erwischten einen schweren Start. Ihr Bassist hatte mit Monitorproblemen zu kämpfen und auch der Keyboarder und Bassist wirkten etwas angefressen. Einzig der Sänger kniete sich mächtig rein und legte eine stimmliche Glanzleistung hin. Doch auch er wurde am Ende noch vom Pech verfolgt, denn sein Mikrofon hatte mehrere Aussetzer. Die Tontechniker holten am letzten Festivaltag noch einmal alles aus der Technik und fuhren die Lautstärke einige Dezibel höher. Das sollte nicht nur auf der Park-Stage so sein. Doch bevor es auf der Park-Stage losging, spielten direkt nach Anthriel auf der Park-Stage die Band Battle Beast.

Im Jahr 2010 gewann die Band das Wacken Metal Battle und darf sich somit in diesem Jahr über einen Slot auf der Wet-Stage in Wacken freuen. In Finnland ist die Band recht populär. Im Radio habe ich oft einige Stücke gehört. Ich dachte, das der Sänger eine super Gesangsausbildung haben musste, weil diese Stimme hat nicht Jeder. Ich wurde gleich zweimal mächtig überrascht. Erstens war es kein Sänger, sondern eine Sängerin und wie sie mir im Gespräch nach der Show verraten hat, genoss sie auch keine Gesangsausbildung. Mit ihrem Melodic-Metal sorgten Battle Beast gleich für ganz andere Stimmung vor der Bühne. Das Auftreten der sechs Bandmitglieder war dynamischer, frischer und überzeugender. Es krachte ein Song nach dem anderen und da hat man auch über die finnischen Ansagen zwischen den Songs hinweg gesehen. Viele waren hin und weg, denn diese kraftvolle Stimme der Sängerin Nitte, haute jeden aus den Socken. So war es nicht verwunderlich, dass der Platz vor der Bühne sich schneller füllte und die Fans mitfeierten. Im Hintergrund sah man die enttäuschten Jungs von Anthriel, hatten sie sich doch auch so ein Publikum erhofft. Für mich sind Battle Beast mit ihrem Album "Steel" die Entdeckung des Jahres.

Während der Show öffneten sich die Tore zur Main-Stage. Man kennt es ja, wenn die Fans in die erste Reihe wollen, ist ihnen ein Sprint zum Platz nur recht. Doch auf dem Sauna Open Air wurde darauf geachtet, das niemand zu den Plätzen rennt. Ordner versuchten den großen Ansturm zu verhindern. Bis zum vorletzten Ordner ist dies auch gelungen, doch danach rannten die Fans sofort auf die Wellenbrecher zu. Wer einen Platz ergattert hat, der lies ihn an dem Tag auch nicht mehr los. Jeder wollte bei Judas Priest in der ersten Reihe stehen und den Heavy Göttern so nah wie möglich sein. Doch bis dahin waren noch ein paar Stunden Zeit.

Um 14:15 Uhr traten einige ältere Herren auf die Bühne. Einer von ihnen nennt sich Marco Hietala und ist seit einigen Jahren Bassist von Nightwish. Doch Nightwish traten nun nicht auf. Stattdessen gab es feinsten Metal von Tarot auf das schon angezählte Gehör. Auch hier wurde an der Lautstärke mächtig gedreht. Tarot existieren bereits seit 1985 und erlang nur langsam den verdienten Ruhm. Während die Band ihr Set spielte, wurde im Hintergrund noch am Bühnenbild für Judas Priest gearbeitet. Etwas wurde heute an der Bühne eh schon verändert. Es gab auf der linken Seite eine Leinwand und auf und vor der Bühne wurden Kameras platziert. Tarot hatten beachtlichen Zuspruch vom Publikum, denn der Vorplatz war bereits gut gefüllt. Ob dies nun an Judas Priest lag, bleibt offen. Doch so konnten Tarot einige neue Fans gewinnen und mit ihrer Musik überzeugen. Leider konnte man auch hier die Ansagen zwischen den Texten nicht verstehen. Man sah der Band sichtlich die Freude an, vor solch einem Publikum spielen zu dürfen. Wegen mir hätten sie auch ruhig ein paar Stunden länger spielen können, denn nun folgten einige Lückenfüller.

Blake spielten auf der Park-Stage und sorgten für gähnende Stimmung. Das Publikum suchte sich lieber Schattenplätze und genoss die Ruhe vor dem Sturm. Auch die Band selbst hatte keine große Laune und spielte ihr Programm einfach runter. Gleiches kann man für die nächste große Band sagen, mit der ich persönlich immer noch nichts anfangen kann. Um 16 Uhr traten Queensrÿche auf. Letztes Jahr auf dem Masters of Rock in Tschechien waren sie schon nicht berauschend und auch in diesem Jahr konnten sie nicht überzeugen. Eine einstudierte Show und gelangweilte Erscheinung der Musiker sorgten für wenig Begeisterung im Publikum. Sänger Geoff Tate lief aufgeschreckt wie ein Wiesel auf der Bühne umher. Gesanglich brachte er keine Jubelstürme rüber und reihte sich somit auch in die Kategorie Lückenfüller ein. Während auf der Park-Stage dann die Band Mokoma spielte, suchte ich mir auch ein Platz zum ausruhen. Die nächste Band würde nämlich definitiv anders werden und einige Energie kosten. Und so kam es erfreulicherweise auch, denn auf die Jungs ist verlass.

Es war punktgenau 17:45 Uhr und die Metal-Legenden aus Deutschland traten auf die Bühne. Accept donnerten mit "Teutonic terror" über die Bühne und ließen die Lückenfüller sofort vergessen. Leider mussten Accept immer noch auf ihren zweiten Gitarristen Hermann Frank verzichten. Dieser erlitt, nach einem Sturz auf der Tour, einige Verletzungen und war noch nicht genesen. Die Tour ging weiter und da Accept schon mal ohne zweiten Gitarristen auf Tour waren, ist der Ausfall zu verkraften. Bassist Peter Baltes und Lead-Gitarrist Wolf Hoffmann sorgten gemeinsam für ein unglaubliches Klangerlebnis mit ihren jeweiligen Instrumenten. Drummer Stefan Schwarzmann blieb aber auch nicht ohne Beachtung. Seine Drums waren so gut abgemischt, das man jedes einzelne Teil vom Schlagzeug hörte, wenn er es auch nur hauchdünn berührte. Natürlich darf bei Accept auch der Sänger nicht fehlen. Dieser heißt seit einiger Zeit nicht mehr Udo Dirkschneider, sondern Mark Tornillo. Und dieser Mark hat es faustdick hinter der Stimme. Das merkt man bei den Songs vom aktuellen Album ?Blood of the nations?. Mit "Bucketful of hate" und "Breaker" sorgten sie einfach für einen grandiosen Beginn. Und dann ging es schon über zum ersten Klassiker und auch dort überzeugt Mark immer und immer wieder. Es ist die Hymne eines jeden Metalheads und wer da nicht aus voller Innbrunst mitgesungen hat, wurde dazu aufgefordert. "Metal heart" ist und bleibt ein legendäres Stück Musikgeschichte.

Ich hatte die Möglichkeit, mir den Rest vom Konzert von der Bühne aus anschauen zu dürfen. Wenn man dann von dort den vollen Platz vor der Bühne sieht und in die Gesichter der Metalheads schaut, wo man selber einer von ist, dann ist das ein absolut geniales Gefühl. "Losers and winners" donnerte durch die Boxen und wurde gefolgt vom nächsten Klassiker "Princess of the Dawn". Die Menge tobte und wenn man als Musiker auf der Bühne steht und von über 10.000 Fans angebrüllt wird, mit eigenen Songtexten, muss das einfach ein klasse Feeling sein. Der Klang ist atemberaubend, einzig der Nebel störte mal wieder. "Aiming High" und "Up to the limit" bildeten den mittleren Part der Setlist. Und wie bekommt man eine kochende Masse zum überkochen? Man nehme ein Song wie "Fast as a shark", lässt das Intro davon ertönen und schaue was passiert. Da das Intro ein Volkslied ist und dann von einem Scream unterbrochen wird, ist es jedes Mal ein Gänsehautgefühl. Die Band sprühte nur so vor Spiellust und wäre am liebsten nie von der Bühne gegangen. Nicht verwunderlich, denn auf ihren Tourkonzerten spielen sie selten unter zwei Stunden. Mit "Pandemic" endete der offizielle Teil der Setlist und die Fans waren noch nicht satt. Also ging es für Accept noch einmal raus und sie schmetterten einen Ball an die Wand. "Balls to the wall" war die Zugabe. Diese haben sie extra noch in die Länge gezogen, so dass der Stagemanager schon aufgeregt hin und her lief. Der Mitsingpart wurde dankend angenommen und mit großer Resonanz erfüllt. Somit ging ein weiterer gelungener Auftritt zu Ende. Nach dem Gig sprangen Peter und Wolf erstmal in den See und kühlten sich ab. Nach der Leistung auf der Bühne kein Wunder.

Der letzte Auftritt auf der Park-Stage wurde von Sparzanza absolviert. Ich habe sie leider nicht gesehen, da es dorthin kein direktes durchkommen gab. Heute war das Gelände sehr gut gefüllt und mit rund 11.000 Besucher ein würdiger Rahmen für den Headliner.

Ungewöhnlich ist es schon, wenn die Hauptband um 19:45 Uhr den Vorhang fallen lässt. Judas Priest baten zum Tanz. Man hatte große Erwartung an die Band, weil die Story um den Abgang von K.K. Downing vielen immer noch auf den Magen schlägt und man natürlich gespannt auf den Neuen war. Richie Faulkner heißt der neue Gitarrist bei Priest und er fügte sich überraschend gut ein. Natürlich ist Priest keine Band, die noch spontane Showeinlagen hat. Alles ist von Anfang bis Ende durchgeplant und diesen Eindruck wurde man leider während des gesamten Konzertes nicht los. Zum Start der Show gab es "Rapid fire", gefolgt von "Metal gods". Rob Halford verschwand während der Show öfters hinter Bühne, um dann mit neuem Outfit zurück zu kommen. Stimmung im Publikum war gespalten. Der harte Kern, der sich die Plätze in den ersten Reihen gesichert hatte, feierte ordentlich mit. Weiter hinter standen dann doch eher die Leute, die froh waren, Priest einmal live gesehen zu haben. "Heading Out to the Highway", "Judas Rising", "Starbreaker", "Victim of Changes", "Never Satisfied" bildeten den Beginn der extra langen Setlist. Eine Hymne, ohne die Priest nicht auskommt, ist das Joan Baez Cover "Diamonds and Rust". Man bekam schon gut Gänsehaut. Bassist Ian Hill hat man nur im Hintergrund der Bühne gesehen. Er kam nur zum Abschied nach vorne und auch Gitarrist Glenn Tipton war nicht sehr präsent. Lediglich der Neue sorgte für ein paar Hingucker. Rob kam bei "Prophecy" in einem Silbernen Cape und dem Priest Zepter auf die Bühne. Am Ende des Stückes sprühte dort ein wenig Pyro raus. Rob sang viele Stücke in gebückter Haltung und man hatte den Eindruck, er würde nur ablesen. Auch seine Stimme hatte hin und wieder einige Aussetzer. Ob das Mikrofon schuld war, kann ich leider nicht sagen. Priest brachten die aufwendigste Bühnendekoration des gesamten Festivals mit. Ob nun die wechselnden Bühnenbanner, welche die verschiedenen Album-Cover darstellten oder die Priest-Zacken als Lichter, welche ab "Nightcrawler" hochgezogen wurden, jedes hatte für sich einen bestimmten Showeffekt. Bei "Turbo Lover" wurde es dann richtig heiß. Einige Flammeneffekte sorgten für den momentanen Höhepunkt der Show.

Das Publikum feierte die Band, als wenn man nie was von einem Bandmitgliedausstieg wüsste oder das es die letzte Welttournee sei."Beyond the realms of death", "The sentinel", "Blood red skies", "The green manalish" sorgten für einen guten mittleren Part der Show. Dann gabs wieder einen Kracher auf die Ohren, der sich gewaschen hatte. Mit "Breaking the law" setzten Judas Priest der guten Stimmung im Publikum noch einen drauf. Auch hier kamen wieder die Flammen zum Einsatz und sorgten für ein spektakuläres Bühnenbild. Es folgte ein klasse Drumsolo, welches überging zur nächsten musikalischen Granate. "Painkiller" donnerte über das Festivalgelände und spätestens jetzt hatten auch die hinteren Reihen Feuer gefangen und ließen die Hände klatschen oder Haare im Wind wehen. Was dann aber so gar nicht in die Show passte, waren die Laserstrahlen. Was bei einer Priest Show diese Lasereffekte zu suchen hatte, fragten sich viele im Nachhinein. Auch Rob seine Stimme lies mehr und mehr nach. Die Tontechniker versuchten viele Effekte um die Stimme konstant zu halten. Leider gelang dies zum Ende der Show nicht mehr so gut. Bei "Painkiller" oder auch dem folgenden "Electric eye" war die Stimme zu hoch. Die Drums übertönten die Gitarren und der Bassist ging nicht nur optisch, sondern auch klanglich unter. "Electric Eye" gehörte schon mit zum Zugabenblock.

Insgesamt gingen Priest viermal von der Bühne um dann doch noch Einen nachzulegen. "Hellbent for leather", "You've got another thing comin'" waren die nächsten Zugaben. Bei "Helbent" knatterten einige PS auf die Bühne. Rob Halford lies es sich nicht nehmen, mit einer Harley auf die Bühne zu fahren und das gesamte Stück auf ihr sitzen zu bleiben und den Song zu singen. Bei "You´ve got another thing comin`" spielte Richie ein faszinierendes Solo. Und als absolute Krönung und letztes Stück der Setlist gab es "Living after midgnight". Dort wurde noch einmal alles aufgeboten, was die Bühnentechnik hergab. Feuer, Nebel, Lichtshow und auch die Lasereffekte durften erneut präsentiert werden, ehe die Band sich unter tobenden Applaus verabschiedete. Die Show hatte ihre Höhepunkte und doch konnte sie nicht vollkommen überzeugen. Es lag am Gesamteindruck und nicht an einzelnen Personen.

Damit ging das Sauna Open Air 2011 würdig zu Ende und die total verschwitzten Fans verließen alle das Gelände mit einem lächelndem Gesicht und jeder Menge guter Erinnerungen. Auch meine Wenigkeit ist von diesem Festival total begeistert und kann dieses nur weiter empfehlen.

 

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