Konzertberichte

Mantar16.07.2018

MANTAR
Support: High Fighter
13.07.2018
Eulenglück
Braunschweig

verfasst von Tim

Unscheinbar an einer Straßenkreuzung in der Braunschweiger Stadt liegend, befindet sich ein mit einer Holzwand verdeckter Eingangsbereich, der über den Hinterhof in die Diskothek "Eulenglück" führt. Von Nobel und Eitelkeit ist schon am Eingangsbereich keine Spur. Wohin man blickt - sei es im Eingangsbereich oder auch im danach folgenden Hinterhof -, sieht man abgenutzte Wände und Gebrauchsgegenstände in einer trostlos wirkenden Umgebung mit trostlos aussehenden Farben. Spätestens bei dem Betreten des Clubs taucht der Besucher endgültig in ein trostloses Reich mit nur schwach-spendendem Licht ein. Die relativ lange, abgenutzte Bar-Theke, die mit allerlei Stickern und allerlei alten Postern beklebten, dunkelfarbigen Wände hauchen dieser Lokalität eine Prise an Depression ein. Als ob das schon nicht genug ist, erblickt man beim Betreten des schätzungsweise 100qm² großen Konzertbereiches ebenfalls einen mit schwachem Licht versehenen Raum im Kellerstil. Willkommen im Eulenglück, der Disco, die vornehmlich Techno-, Elektro- und Hip Hop-Musik auflegt!

Für einen Metaller, der dem Doom-Metal wohlgesonnen ist, stimmt jedenfalls alles: eine trostlose, triste sowie düstere Underground-Location mit reichlich Bier zu fairem Preis und einen Merch-Stand, der LPs, Shirts und sonstige Gimmicks von High Fighter und Mantar zu erschwinglichen "Nimm mich mit-Preisen" anbietet. Die Hamburger Sludge- und Stoner-Doom-Metal Band "High Fighter" um die kernig-cool wirkende Frontfrau Mona Miluski eröffnet jedenfalls den Abend. Neben den in allen Stücken druckvoll und sauber-klingenden Drums, E-Gitarren- und Bass-Sounds versteht es die Frontfrau mit ihren Einlagen aus Gegrowle und Clean-Voice-Passagen, dass Publikum mitzureißen. Der Wechsel zwischen größtenteils hart-metallisch-spielender Musik und gelegentlich eher rockig-eingestreuten Passagen in einer Art 70s-Stil verleiht dieser Musik einen dynamischen Groove, der live super ankam und an einigen Stellen Ohrwurmcharakter vorwies. Den großzügigen Applaus zwischen den Stücken und am Ende ihres Auftrittes hat sich die Band also verdient. Kurz vor dem Auftritt des Headliners verdunkelt sich in Begleitung einer bösen, zähen, doomigen Musik der Konzertraum und man sieht vorne auf der kleinen Bühne einige angezündete Kerzen samt blutrot-leuchtenden Lämpchen stehen, die genügsames, romantisches Licht spendeten.

Dann auf einmal preschen Mantar los. Kompromisslos und mit vollem körperlichem Einsatz auf E-Gittare sowie Schlagzeug werden die Besucher mit musikalischem Sludge- und Doom-Dauerfeuer der Marke "Mantar" beglückt. Kleine Unglücksfälle wie der am Anfang zu leise eingestellte Gesang, der von den Drums gnadenlos übertüncht wurde, verzieh man schnell, da diese Mankos schnell wieder behoben werden konnten. Von der ersten bis zur letzten Minute präsentierten uns die Jungs vollste Hingabe und verstanden es gut, ihren harten, drückenden Sludge- und Doom-Metal sauber an die Zuschauer zu bringen. Das Drum-Spiel ragte dabei druckvoll immerzu vom ersten bis zum letzten Minute hervor. Sogar ein kleines, geil-klingendes Drum-Solo gegen Auftrittsende wurde ebenfalls eingestreut. Obligatorische Hits wie "Era Borealis", zu denen das Publikum auch mit Begeisterung den Chorus mit erhobenen Pommesgabeln mitgrölte, runden das Bild eines geilen Konzertabends im Underground-Stil ab.

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