Konzertberichte

Kraftklub25.03.2018

Kraftklub
Support: Faber
21.03.2018
Lokhalle
Göttingen


verfasst von Charlotte B.

Keine Nacht für Göttingen!

Am 21.03. war vor der Lokhalle in Göttingen ein Ansturm, wie man hier selten erlebt. Auf Nachfragen gaben die ersten Fans in der Schlange an, bereits seit 11 Uhr morgens anzustehen, man bedenke, in Göttingen waren abends Temperaturen um 5 °C. Auch wenn am Tag die Sonne geschienen hat, wird es um die Mittagszeit nicht sonderlich wärmer gewesen sein. Um 18:30 Uhr, also zu Beginn der Einlasszeit, standen die Fans bereits um die Lokhalle herum, wie gut, dass bis 20:00 Uhr Zeit war, um sich vor die Bühne zu begeben. Der Einlass lief reibungslos, am Merch-Stand gab es natürlich T-Shirts speziell für den Abend und das Bier war kalt, beste Voraussetzungen also!

Die Vorband war eigentlich ein Sänger namens Faber, ein junger Songschreiber aus Zürich. Seine Musik besteht aus Polka, Volksliedern und ein bisschen Jazz, irgendwie kann man sie nicht in ein Genre einordnen, eine kuriose aber irgendwie interessante Mischung. Die Leute, die vor der Bühne standen, sahen das offenbar genauso, denn Faber bekam gebührend Applaus. Leider war zu diesem Zeitpunkt die Lokhalle noch nicht so voll, wie eine gute Stunde später.

Denn als um 21:00 Uhr der rote Kraftklub-Vorhang fiel, platzte die Halle fast aus den Nähten. Die Menge vor der Bühne eskalierte schon bevor die ersten Lieder gesungen wurden, und schon beim zweiten Song "Fenster" wurden ein paar völlig dehydrierte Damen aus den ersten Reihen durch die Security im Graben zu den Sanitätern gebracht. Nach dem sechsten Song "Sklave" wurde schließlich ein großes Glücksrad auf die Bühne gerollt, und Felix erklärte dem Publikum, dass auf der gesamten Tour noch nicht ein Mal die Sparte 'Zigarettenpause' gedreht wurde. Doch eine Frau namens Vanessa sollte das ändern. Doch da das Publikum keine Zigarettenpause wollte, drehte Vanessa erneut und es folgte der 'Coversong' "Schrei nach Liebe". Danach änderte sich die Bühne ein wenig, das Kraftklub Logo fiel und dafür hingen von nun an 13 Streifen herunter, die sich drehten und die so die Farbe änderten. Zu "Band mit dem K" wurde schließlich ein großes weißes K hinuntergelassen. Es folgte vor "Karl-Marx-Stadt" eine Ansprache gegen Rassismus, Faschismus und Homophobie, da Kraftklub bekanntlich aus Sachsen kommen und dort der Anteil an AfD-Wählern sehr hoch ist. Das Publikum beantwortete diese Rede mit lauten 'Nazis raus'-Rufen. Zu "Schüsse in die Luft" reckten sich hunderte Hände nach oben und feuerten was das Zeug hielt, das Publikum ist diesen Abend alles aber nicht untätig gewesen. Zu "500k" schmissen Kraftklub die Fuffies durch die Lokhalle, denn die Kanonen auf der Bühne schießen wild mit 'Geld'.

Danach der erste Abschied, doch niemand hat wirklich geglaubt, dass sich die Chemnitzer wirklich schon verabschieden. Auf einer kleinen beweglichen Bühne kamen sie zurück und wurden durchs Publikum geschoben, während sie "Ich will nicht nach Berlin" performen, wobei die Menge so laut sang, dass man Felix manchmal fast nicht mehr hörte! Wer mir nicht glaubt, auf der Facebookseite der Lokhalle ist ein sehr aussagekräftiges Video ;)

Es folgte "Randale", auch da war das Publikum zum Mitsingen angehalten. Währenddessen hatte die kleine Bühne den FOH einmal umrundet und die Band machte sich für einen Wettbewerb der besonderen Art bereit: Wettcrowdsurfen bis zur Bühne! (Felix hat übrigens gewonnen). Dort angekommen wurde nach "Blau" noch das am meisten falsch titulierte Lied der Band performt. Denn nein, es heißt nicht "Wenn du mich küsst", sondern "Songs für Liam". Damit endete der grandiose Auftritt von Kraftklub in der Lokhalle und man kann nur hoffen, dass bald mehr solche Konzerte in Göttingen stattfinden.

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