Konzertberichte

Kellermensch15.10.2018

KELLERMENSCH
Support: Childrenn
11.10.2018
headCRASH
Hamburg


verfasst von Louisa

Obwohl das headCRASH alles andere als ein großer Club ist, kann man sich durchaus darin verlaufen. Nachdem ich mit einem mehr oder weniger freundlichen "Äh, wo genau willst du denn hin?" wieder auf den richtigen Weg gebracht werde, stolpere ich halbwegs verwirrt in den Saal. Hier stehen die Besucher schon in kleinen Grüppchen zusammen und warten darauf, dass der Support Act CHILDRENN - der sowohl mehr Alben als auch mehr Merch als der Hauptact dabei hat - endlich loslegt.

Als es endlich so weit ist, quetschen sich die Musiker auf die winzige Bühne und jammen direkt los. Der Platz ist so begrenzt, dass der Drummer quasi auf seinem Schlagzeug sitzt, was ihn aber nicht davon abhält die nötige Freude und Energie in sein Spiel zu stecken. Auch der Bassist macht sich mit seinem "St. Pauli gegen Rechts" T-Shirt und seinen kleinen, deutschen Ansagen direkt Freunde.

Obwohl die Musik eher alternativ ist, nickt das Metalpublikum im Takt mit und lässt es auch an Applaus nicht fehlen. Die Euphorie der Zuschauer in den vorderen Reihen wird durch die Pin Up Aufkleber auf Gitarre und Bass noch etwas gesteigert. Durch die kleine Bühne und das offene, natürliche Auftreten der Band fühlt sich der Auftritt von CHILDRENN eher wie eine Wohnzimmer-Jamsession an als wie ein öffentliches Konzert und als der Bassist den Auftritt mit einem "CD kaufen sehr gut" schließt, sind sicherlich ein paar Fans mehr gewonnen.

Bevor Kellermensch loslegen füllt sich der Saal dann noch einmal deutlich und erwartungsvolles Murmeln ist aus allen Ecken zu hören. Dieses verstummt schlagartig, als Sänger Sebastian Wolff alleine mit seiner Gitarre die Bühne betritt und zu singen beginnt, doch diese Harmonie hält nicht lange an.  Als beim zweiten Song dann der Rest der Band dazukommt und die Ballade für den Abend abgehakt ist, bricht das totale Chaos aus.

Der Mikrofonständer kann der Emotionalität von Wolff und Sindermann nicht lange standhalten und kapituliert so direkt, indem er sich in seine Einzelteile zerlegt, die im Laufe des Konzerts über die komplette Bühne bis ins Publikum geworfen werden. Danach dauert es nicht lange, bis sich das Kabel unfreiwillig vom Mikrofon löst und Wolff sich das nächstbeste greifen muss, um damit weiterzusingen. Kellermensch zeigen bei ihrem Konzert rohe Energie, Verletzlichkeit und Emotion, die das Publikum bis in die hinteren Reihen berührt.

Auch die Besucher lassen sich nicht lumpen und tanzen (oder haben epileptische Anfälle, was davon ist auf den ersten Blick nicht festzustellen). "Mediocre Man", "Black Dress" und "Pain of Salvation" werden vom Publikum frenetisch abgefeiert und so sind gegen Ende des Auftritts Musiker und Zuschauer gleichermaßen erschöpft. Trotzdem erklärt Sänger Wolff den Anfängern noch einmal kurz, wie es läuft: "Wenn ihr Zugabe ruft, spielen wir noch ein Lied". Gesagt, getan und viel zu schnell ist mit ?Moribund Town? der letzte Song des Abends gespielt. Generell lässt sich aber nur sagen: Kellermensch kann man nicht beschreiben, das muss man gesehen haben!

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