Konzertberichte

Hammaburg Fest22.08.2018

Hammaburg Fest
17.08.2018
Großmarkt
Hamburg


verfasst von Charlotte B.

Feuerschwanz - Die Apokalyptischen Reiter - Schandmaul - In Extremo

>> GALERIE << by Charlotte B.

Hammaburg Fest - Doch war es auch der Hammer?

Am Freitag vor dem Elbriot fand zum ersten Mal das Hammaburg Fest statt. Mit Feuerschwanz als Opener, den Apokalyptischen Reiter, Schandmaul und als Headliner In Extremo war das Lineup ziemlich großartig. An dieser Stelle kann also nicht gemeckert werden. Doch was hat dann gestört? Waren es zu wenig Besucher? Auch nicht, tatsächlich waren es irgendwie genau richtig viele Menschen vor der Bühne. Genug um Party zu machen, richig zu feiern, aber nich so viele, dass es zu eng und voll war. Nein, auch das war nicht das Problem, mit dem das erste Hammaburg Fest zu kämpfen hatte. Das Problem war die Zeit, denn davon war eutlich zu wenig da. Der Einlass war auf 16:00 Uhr gelegt, 17:00 sollte die Show beginnen. Eigentlich kein Problem, doch die einzelnen Slots für die Bands waren schon sehr knapp bemessen. Für vier hochkarätige Bands gerade mal fünf Stunden Zeit einzuplanen ist entweder sehr mutig, oder es leidet mindestens eine Band ganz gewaltig darunter. In diesem Fall litt Feuerschwanz massiv. Man sollte meinen, an dem Releasedatum der neuen Platte einen besonders langen Slot bekommt, eine richtige Abrissparty feiern darf. Aber nein, Feuerschwanz bekommen exakt 35 Minuten Spielzeit. Nicht, dass sie die Zeit nicht genutzt hätten: Als Openener wurde eine Hexe getötet, die Hörner hochgehalten. Der 'Schubsetanz' durfte natürlich auch nicht fehlen. Und schon nach diesen drei Songs war klar, dass Feuerschwanz wie keine zweite Band es schafft, das Publikum in kürzester Zeit von Null auf 120% zu bringen! Danach war es dann endlich Zeit für DEN Song des neuen Albums, 'Methämmer'. Dazu wurde natürlich uch stilecht der Methammer auf die Bühne geholt und des Hauptmanns geiler Haufen warf sich in Schale. Eine regelrechte Methämmer-Messe wurde gefeiert, ehe es mit 'Metnotstand im Märchenland' zwar noch um das goldene Getränk der Götter geht, aber leider auch so langsam das Ende der ersten Band eingeleitet wurde. Mit 'Krieger des Mets' dem Honigwein treu verabschiedeten sich Feuerschwanz nach einer guten halben Stunde von der Bühne. VIEL ZU FRÜH!

Der Unmut der Besucher darüber drückte sich in den nächsten Tagen auf den sozialen Medien sehr deutlich aus. So manch einer war sogar empört, zu viel Geld bezahlt zu haben. So weit wollen wir hier natürlich nicht gehen, aber schade fanden wir das wohl alle.

Als nächstes donnerten die Apokalyptischen Reiter nach einer gefühlten halben Ewigkeit Umbauzeit auf die Bühne. 'Wir sind zurück' ist wohl der perfekte Opener und so stark wie es angefangen hat, geht es weiter. Nach 'Es wird schlimmer' und 'Der Adler' finden sich auch die Klassiker 'Der Seemann' und 'Reitermania'. Nach 'Der Rote Reiter' also dem namengebenden Song des neuesten Albums, ist aber auch diese Show sehr früh zu Ende und nach 'Herz in Flammen' verabschiedeten sich auch die Apokalyptischen Reiter vom Publikum. Die Umbauphase bis Schanmaul nutzten viele, um sich am Merch-Stand mit T-Shirts der Band oder des Festivals einzudecken, Letztere waren allerdings so schnell in einigen Größen ausverkauft, dass die Orga des Hammaburg Festes sich entschlossen hat, neue T-Shirts drucken zu lassen und über den Shop zu verkaufen. Aber nicht nur der Merch-Stand wurde aufgesucht, sondern auch die vielen kulinarischen Angebote wurden begutachtet. Nebst Currywurst, Crepe und den obligatorischen chinesischen gebratenen Nudeln gibt es in Hamburg traditionsbewusst auch Fischbrötchen! Oder man kauft sich sehr leckere Falafel mit Tahina, so wie wir das getan haben. Egal wie, das Essensangebot auf dem Hammaburg Fest war nicht schlecht.

Mit vollgeschlagenem Bauch ist Bewegung am besten, also wieder vor die Bühne, wo Schandmaul mit 'Kaspar' die Bühne gestürmt hat. Mit viel Spaß und Energie, die bei Schandmaul-Shows einfach immer vorhanden sind, holten die Musiker die gute Laune wieder aus dem Publikum heraus. 'Krieger' entführte in die Welt von Siegfried und sein trauriges Ende, während 'Lichtblick' eine verzweifelte Liebesgeschichte erzählte und doch eine der schönsten Balladen der Band ist. Doch auch ein bisschen Politik musste sein. Um dem rechten Gedankengut und dessen Verbreitung in der deutschsprachigen Rockszene etwas entgegenzusetzen, haben Schandmaul 2014 auf ihrem 'Unendlich' Album den Song 'Bunt und nicht braun' veröffentlicht. Denn Narren sind vielfältig und bunt und überall zu finden. Und so laut, wie das gesamte Publikum an diesem Abend mitgesungen hat, kann man davon ausgehen, das die Band damit genau den Nerv der Fans getroffen hat. Nach 'Vogelfrei' und 'Der Pakt' wird auch das Trinklied 'Der Teufel hat den Schnaps gemacht' angestimmt, was zum ausgelassenen Feiern im Publikum sorgt. Nach 'Vor der Schlacht' und 'Walpurgisnacht' verabschiedete Schandmaul sich von der Bühne, um nach kurzer Zeit und lauten Rufen aus der Menge noch einmal zurück auf die Bühne zu stürmen und den Abschiedssong schlechthin zu performen. Doch nach 'Dein Anblick' ist für die Damen und Herren die Zeit entgültig um.

Denn nun ist die Zeit für den Headliner gekommen. Dieses Jahr ist es In Extremo, die Ausnahmeband in der Folk-Rock-Szene. Und wie es sich für so eine Band gehört, beginnt die Show mit einem Knall, 'Quid pro Quo' und 'Feuertaufe' waren der perfekte Start in einen heißen Abend. Mit viel Pyro und guter Laune führte In Extremo das Publikum durch eineinhalb Stunden geballter In Ex-Bandgeschichte. Alte Songs wie 'Rasend Herz' oder neues wie 'Störtebeker' und 'Pikse Palve' vom aktuellen Album 'Quid Pro Quo' erfreuten die Besucher. Trotz etwas zu kurzer Setlist, 'Herr Mannelig' und 'Liam' beispielsweise mussten weichen, lieferte die Band ein fulminantes Feuerwerk, nur zu 'Lieb Vaterland, magst ruhig sein' wurde es auf der Bühne ganz ruhig. Die Band stand bedächtig, jeder auf seinem Platz, nur Michael 'das Letzte Einhorn' Rhein bewegte sich. Für die Fotografen, die sich zu gerade diesem Lied im Gaben aufhalten durften, um der Gefahr von abgefackelten Haaren aus dem Weg zu gehen, vielleicht etwas langweilig, passte die Stimmun jedoch perfekt zum Lied und dessen Text. Falls noch nicht geschaut, legen wir euch ans Herz, mal auf der Video-Plattform eures Vertrauens das Lied in Ruhe anzuhören. Nach 'Himmel und Hölle' verabschiedeten sich In Extremo von der Bühne, doch da es noch nicht Punkt 22:00Uhr war, kamen sie noch mal auf die Bühne zurück und spielten 'Pikse Palve'. Doch dann war es vorbei.

Um 22:05 ging das erste Hammaburg Fest zu Ende. Nach fünf Stunden Open Air am Großmarkt geht es für die Besucher nach Hause oder ins Hotel zurück, für viele Musiker geht es zu weiteren Festivals weiter. Unser Fazit zum Hammaburg: Gelungene Mischung an Bands, sehr gute Location, aber leider zu wenig Zeit. Vielleicht sollte man nächstes Jahr auf eine Band verzichten und dafür den anderen Bands mehr Zeit einräumen?


>> GALERIE << by Charlotte B.

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