Konzertberichte

Eisheilige Nacht 201705.01.2018

Eisheilige Nacht 2017
30.12.2017
Metropolishalle
Potsdam - Babelsberg


>> BILDER << aus Potsdam by Daniel
>> BILDER << aus Dresden by Laura

verfasst von Kalle

Endlich ging 2017 zu Ende, doch nicht ohne noch einmal richtig laut zu werden. In der Metropolishalle in Potsdam - Babelsberg luden Subway To Sally zur Eisheiligen Nacht 2017. Der Jahresabschluss ist zur Tradition geworden, obwohl wir letztes Jahr ausfallen lassen mussten. Umso mehr haben wir uns über das Konzert in diesem Jahr gefreut. Das Line-Up der Eisheiligen Nacht Tour wahr sehr vielversprechend und hielt die ein oder andere Überraschung bereit.

Den Beginn machten Mr. Hurley & Die Pulveraffen. Ich habe von der Band bis zu diesem Abend vielleicht nur einen Song gehört. Den Namen las ich allerdings auf vielen Festivalplakaten und wusste, die Band hat sich über die letzten Jahre einen guten Namen gemacht. Kein Wunder, verkörpern sie ihre Musik mit tollen Outfits und jeder Menge Fun. Die Piraten entern die Bühne um kurz nach 19 Uhr und wurden vorher von Eric Fish persönlich angekündigt. Das Publikum gespannt, war von der ersten Note dabei und sorgte für die erste Überraschung. Noch nie hatte eine erste Band einen solchen Auftakt hingelegt und die Stimmung so gut oben gehalten, sie die Piraten aus "dem karibischen Osnabrück". Ich hatte ja erst erwartet, das sie ähnlich wie Alestorm die Bühne in Grund und Boden rocken, dabei ist es genau umgekehrt. Gitarre, Schifferklavier und Drums (teilweise aus Eimern bestehend) - mehr brauchen die Freibeuter der Meere nicht. Heraus kommt ein fetziger und groover Sound, dreckig und versoffen klingend, wie man es von Piraten nicht anders erwartet. Melodien, die zum Tanzen einladen, tun ihr Übriges. Mitgesungen wird fleißig und das egal in welcher Tonlage. Was sonst so auf der Bühne abgeht? Der Sound ist brilliant klar, könnte etwas lauter sein, die Lichtshow schon jetzt sehr stark und im Gesamten ein toller Auftritt. Die Band hat mich sofort ergriffen und ich hab mich sogar erwischt, wie ich bei manch Song im zweiten Refrain mitträllern konnte. Aber wie singen die drei Mannen: "Das war´s wert!". Und was auf Tortuga passiert - bleibt auf Tortuga.

Ein grandioser Auftakt für das Publikum und den Abend. Weiter ging es mit alten Bekannten und einem neuen Bühnenthema. Von Tortuga machte man sich auf in das Mittelalter. Gerufen hat der Hauptmann und erschienen sind Feuerschwanz. Die Erlanger Krieger des Mets sind eingetroffen, um den Durst zu löschen, Saufgelagen zu feiern und einfach da weitermachen, wo Mr. Hurley & Die Pulveraffen aufgehört haben: Eine große Party mit dem Publikum. Was braucht man dafür? Sex, Met, Hexen, Hörner, Zuckerbrot, Peitsche, Liebe. Okay... das ist jetzt schon fast die halbe Setlist. Begonnen wurde mit "Sex Ist Muss". Leider war nur eine Mieze mit auf der Bühne zu Gast. Sie hielt fleißig im Refrain das Schild zum mitbrüllen hoch. Danach antwortete Potsdam mit "Saufgelage" auf die "blöde Frage" von Prinz R. Hodenherz III. Mit der "Hexenjagd" ging es weiter und bei "Ketzerei" stand dann eine Art Pranger mit auf der Bühne. Die Metmaschine wurde dieses Mal leider nicht aufgefahren. Durstig waren somit wieder alle und es gab "Metnotstand im Märchenland". Danach flogen "Die Hörner Hoch". Bassist Felix Taugenix spielte sein vorletztes Konzert mit der Band und da fast jedes Bandmitglied einen Song gewidmet bekam, auf den Bandalben, hatte auch er seinen Track, der gespielt wurde. "Taugenix" war ein würdiger Abeschied für den guten Mann. Auch hier im Set war der Sound wirklich super. Das war in den vergangenden Jahren immer ein kleines Manko, das der Klang nicht optimal war. In diesem Jahr... viele Daumen nach Oben. Hier brauchten die "Krieger des Mets" nicht fürchten um "Zuckerbrot und Peitsche". Die zwei Lieder bildeten mit "Das niemals endende Gelage" das Finale vom Feuerschwanzset.

Jetzt gab es einen musikalischen Bruch, der für etwas Verwirrung und einer großen Überraschung sorgte. Verwirrung daher, weil man stattdessen hätte eine Band nehmen können, die im Partygenre hätten bleiben können. Man entschied sich aber für Mono Inc. Keine Frage... die Hamburger haben über die Jahre bewiesen, das sie zu den Größen der dunklen Szene gehören. Man kann sich die Band nicht wegdenken, allerdings passten sie nicht so ganz zum Line-Up. Die Stimmung war feuchtfröhlich, man hat super mitgesungen und das bisher auf Deutsch. Mono Inc. brachen da jetzt etwas rein und hatten dementsprechend auch einen schweren Start in ihr Set. Die Songs meist in Englisch und recht tief, sorgten für weniger ausgelassene Stimmung beim Publikum. Man entspannte etwas mehr und lauschte den Set. Das wiederum sorgte für einige Überraschungen. Songs wie "Arabia", "Gothic Queen" oder "Symphony of Pain" liefen zu Beginn und nicht wie gewohnt am Ende eines Mono Inc. Sets. Generell war die Setlist eher auf Best Of ausgelegt. "Children Of The Dark", "After The War" oder das sehr beliebte "Voices Of Doom" und "The Passenger" waren wahrlich tolle Tracks und zeigten die Stärken von Mono Inc. Martin Engler hatte aber noch eine Überraschung im Gepäck und die hat für mächtig Wirbel gesorgt. Major Voice war sein Name und er brachte einen WOW Moment in die Show.

Bei einer Verlosung gewann er einen Aufenthalt auf der Bühne bei Mono Inc. Er wollte aber lieber mal einen Song der Band singen. Bei einem Fantreffen, so erzählte es Martin, stand er dann mit auf der Bühne und sang. Das hat so eingeschlagen, das sie ihn für die Eisheiligen Nächte komplett mitgenommen haben. Er singt im Opernstil. Solch ein Volumen ist schon beeindrucken. Er spielte schon so manch Festivalshow mit der Band, dennoch ist diese Tour natürlich noch einmal ein Highlight gewesen. Ich kannte diesen Herren vorher nicht, hab mich aber informiert, das er jetzt doch nicht so ganz unbekannt war. Er sang zum einen den Song "Potter´s Field" und dann noch das Cover von "Wonderful Life". Diejenigen, die wie ich darauf nicht vorbereitet waren, standen mit offenen Mündern da und trauten ihren Ohren nicht. Man klang das Geil. Wenn das nicht mal ein fester Bestandteil einer Mono Inc. Show wird. Würde dem Ganzen noch einen drauf setzen. Evtl. dann aber mal weniger Cover im Set und mehr eigene Stücke. Das wäre mir persönlich bei Mono Inc. sehr lieb. Ansonsten fand ich den Auftritt sehr gelungen, auch wenn ich leider hier und da immer wieder ein Lachanfall bekam. Ich kam nicht drum herum Martin als Pittiplatsch des Gothic Rock zu bezeichnen. Haltet mal ein Bild von Martin neben ein Bild von Pittiplatsch und sagt mir, das ihr da keine gewisse Ähnlichkeit seht. "Ach du meine Nase".

Jetzt wurde es dann aber auch Zeit für den Headliner und die Organisatoren der Eisheiligen Nacht. Subway To Sally waren an der Reihe. Anders als in den vergangen Jahren, blieben die Leute auch wirklich. Es war zwar nicht ausverkauft, dennoch gut gefüllt und das Publikum bunt gemischt. Gut... bunt in Sachen Alter... die Kleidungsfarbe blieb vorrangig Schwarz. Und jetzt wo Subway To Sally da waren, tauten manch Leute wieder auf oder kamen von Draußen herein. Subway To Sally überraschten ebenfalls mit einer Best-Of Setlist. Normalerweise würde man nämlich Lieder wie "Schneekönigin", "Henkersbraut", "Falscher Heiland", "Kleid aus Rosen" oder "Eisblumen" eher zum Ende einer Show sehen und hören. Dieses Mal bildeten genau diese Lieder den Auftakt. Der Ton jetzt etwas lauter, hätte aber noch ein paar Dezibel vertragen können. Das Licht optimal eingesetzt um die Songs von der Stimmung zu untermalen und eine Band, die zwar Müde und eingespielt wirkte, aber dennoch voll konzentriert ihre Instrumente zum klingen brachte. Eric war über die Tour gesundheitlich etwas angeschlagen. Das machte sich ein wenig nur in der Stimme bemerkbar. Er ist Profi genug, um das ordentlich über die Bühne zu bringen.

Was mich aber richtig überrascht hat, das keine Band an diesem Abend Pyro gezündet hat. Einzig ein paar Nebelfontänen und ein kleines Feuer auf Eric seiner Hand bildeten die Specialeffects des Abends. Dies sorgte wirklich für etwas Verwunderung, haben es Subway To Sally doch in den letzten Jahren immer ordentlich krachen lassen. Liegt es vielleicht an den langen Haaren von Ally? Sie ist ja jetzt schon seit geraumer Zeit als feste Geigerin bei der Band dabei und ihre Haare sind wohl die längsten im gesamten Heavy Metal / Rock Bereich. Möglicherweise möchte man kein Risiko eingehen, das diese zufällig in Flammen geraten. Oder man hat sich wirklich mal auf das Minimalistische runterreduziert. Das konnte ich bis zum aktuellen Zeitpunkt leider noch nicht klären. Es ist dennoch eine tolle Bühnenpräsenz gewesen. Weitere Songs im Set waren u.a. "Feuerkind", Grausame Schwester", "Arme Ellen Schmitt", "Besser du rennst" und "Sieben". In der Zugabe durften dann alle Bandmitglieder der Supports mit auf die Bühne und jeder spielte, sang oder stand nur da. Im Zugabenblock gab es noch "Veitstanz" und "Julia und die Räuber". Um kurz nach Mitternacht erklang der letzte Ton und die Eisheiligen Nächte 2017 waren vorbei.

Ein Fazit des Abends: super Shows mit tollem Sound und schönen Lichtshows. Was mir an der Location gefällt ist der große Platz. Egal ob im Vorraum mit den Garderoben, dem Grill draußen, die zahlreichen Toiletten oder der Showroom... die Location hat etwas für sich. Was mich allerdings stört und woran man im nächsten Jahr arbeiten sollte ist folgendes Anliegen: Bessere Zapfanlagen und den Bierpreis senken. Die Dauer, um an ein Bier zu kommen, war an manch Ständen eine Zumutung. Die Tresenkräfte wirkten speziell an den hinteren Tresen in der Halle sehr überfordert. Es gab zum Glück noch weitere Stände, die vorbereitet waren und besser damit umgingen, das dort durstige Kehlen ein kühles Blondes wollten. Allerdings sind die veranschlagten fast fünf Euro für ein Bier sehr hoch. Drei Euro täten es auch und würden sicher den ein oderer anderen Gast mehr anziehen. Das Line Up für 2018 steht ja bereits fest. Mit Subway To Sally ist der Headliner klar. Mit dabei sind dann Versengold, Russkaja und Paddy and the Rats. Los geht die Tour wieder am 20.12. in Pratteln und endet am 30.12. in Potsdam - Babelsberg.

Wir freuen uns schon jetzt sehr darauf und hoffen, wir sehen uns dann auch wieder zu einem Jahresabschlusskonzert der ganz besonderen Art.


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