Konzertberichte

Dirkschneider13.12.2017

DIRKSCHNEIDER
Support: Raven
10.12.2017
Huxle´s Neue Welt
Berlin

>> BILDER << vom Konzert by Kalle

verfasst von Kalle

Nachdem ich den ersten Teil der "Back To The Roots Tour" von Udo Dirkschneider verpasst habe, freute ich mich umso mehr auf den zweiten Teil, der dieses Mal im Huxley´s stattfand. Zum ersten Teil durfte man noch in den Postbahnhof, der leider nicht mehr als Konzertvenue genutzt wird. Das Huxley´s ist aber dennoch eine geliebte Location, da die Anfahrt dort hin für mich recht einfach ist und die Leute vor Ort man mittlerweile gut kennt. Vor Einlassbeginn quasselte ich mit ein paar Kumpels in der Schlange und es began zu schneien. Also... nix wie rein in die Halle und aufwärmen. Drinnen stellte ich dann fest, dass die Vorhänge vor der Tribüne waren und somit war schnell klar... ausverkauft ist es leider nicht. Unverständlich aus meiner Sicht, denn es ist immerhin die letzte Tour von Udo Dirkschneider, auf der er Songs von Accept spielt.

Doch bevor die Setlist, gespickt mit einigen Leckerbissen, gespielt wurde, standen um 19:45 Uhr die britischen Heavy Metal Altmeister von Raven auf der Bühne. Die Band gibt es seit 1975 und sie produzierten einige richtige geile Metalalben. Allerdings ist es eine Band, die ich mir live sicher so schnell nicht noch einmal geben würde. Das ist jetzt dem geschuldet, der für den Sound zuständig war und zum Teil auch der Band selbst. Schön und gut, dass der Sound schön schnell ist, aber Sänger John Gallagher kommt schlicht nicht mehr in die hohen Töne. Der Bassist und Sänger hat sein Micro direkt am Kopf tragend und kann sich so frei auf der Bühne bewegen. Allerdings sind die Töne oftmals so daneben, das ein Hörgenuss komplett was anderes ist. Sein Gitarrist und Bruder Mark Gallagher ist wie ein aufgescheuchtes Reh auf der Bühne unterwegs und scheint mit seinem Mund jede Note mitzunehmen. So viele Grimassen sieht man nicht alle Tage. Das wirkte, aus meiner persönlichen Sicht, total nervös. Als wüssten sie nicht, was sie mit dem Publikum anfangen sollten. Okay... das Publikum hatte ein Durchschnittsalter von 55 Jahren und viel mit Bewegung ist da nicht, aber es sind nunmal auch nicht mehr die Hochzeiten des Speed Metal. Daher war das etwas überzogen, was die Herren auf der Bühne probierten. Wie erwähnt, so war der Sound hier ebenfalls nicht optimal und so verpufft die Show von Raven in meinen Erinnerungen recht schnell. Schade eigentlich, denn auf Platte sind Raven wirklich ein Killer.

Das Publikum genoss in der Umbaupause das ein oder andere Bier und die Fässer an den Tresen stapelten sich. Um kurz nach 21 Uhr gingen dann endlich die Lichter aus und mit ordentlich Feuer und Fontänen spielten die Jungs um Dirkschneider los. Zum Auftakt gab es "Beast Inside", gefolgt von "Aiming High" und "Bulletproof". Schon zu Beginn war ein deutlich besserer Klang zu vernehmen, das Licht fetter und der Gesamteindruck einfach professioneller. Udo begrüßte brav das Publikum und versprach einen tollen Abend. Den gab es direkt mit "Midnight Mover", Slaves To Metal" und "Another Second To Be". Die Musikerfraktion machte einen grandiosen Job. Die Gitarrensolos auf den Punkt, die Drums mit ordentlich Druck und eine tolle Bühnenperformance. Man hatte ein paar Punkte einstudiert, wo wer wann zu stehen hat usw. dennoch wirkte alles schön flüssig und nicht zu aufgesetzt. Udo allerdings war ein kleiner Bewegungsmuffel. Nur selten schwenkte er mal nach links oder rechts der Bühne. Das hatte einen einfachen Grund: Sein Teleprompter stand in der Mitte. Man merkte richtig, wenn er sich nicht sicher im Text war, das er in der Mitte blieb. Hat er aber den Text zu 100 % drauf, so ging er mal auf Wanderschaft.

Die Setlist haben sie, im Vergleich zum ersten Part, leicht verändert, dennoch einige Klassiker drin gelassen. Im Mittleren Teil zauberten sie Songs wie "Protectors Of Terror", "London Leatherboys", "Fight It Back", "Can´t Stand The Night", "Amamos La Vida", "Stone Evil" oder "Breaker" auf die Bretter. Und bevor man sich versah, war die Zeit verflogen. Man spielte schon gut und gerne 90 Minuten. An Ende war aber nicht zu denken. Man merkte keinerlei Müdigkeit an, bei der Band, und auch im Publikum wurde jetzt mehr mitgemacht. Die Leute waren warm und fieberten den Highlights entgegen. Da lag eine gewisse Spannung in der Luft. Zuvor gab es im hinteren Setbereich Songs wie "Hard Attack", den Klassiker "Love Child", "Objection Overruled", "XTC" und "Wargames". Hier wäre das Set offiziell zu Ende gewesen und einige Besucher machten sich bereits auf dem Heimweg, was ein großer Fehler war. Denn jetzt folgten die "Big 4". "Princess Of The Dawn", "Metal Heart", "Fast As A Shark" und "Balls To The Walls". Bei "Fast As A Shark" durfte das Publikum das Intro einleuten und zuvor gab es ebenfalls ein paar tolle Mitsingpassagen.

Nach über 2 1/2 Stunden war die Show dann offiziell vorbei. Hut ab vor der Setlist und der Powerstimme. Die Show verging wie im Fluge und man hätte sicher noch einige Songs mehr hören können. Jetzt freue ich mich auf das neue U.D.O. Album, was im August 2018 erscheinen soll.

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