Konzertberichte

Alestorm19.10.2017

ALESTORM
Support: Troldhaugen,  Æther Realm
04.10.2017
Gruenspan
Hamburg


verfasst von Daniel S.



No Grave But The Gruenspan - Alestorm und die angeheuerte Crew übernehmen Hamburg

Bei rauem Wetter gingen Alestorm mit Troldhaugen und Æther Realm in Hamburg an Land um unser Bier zu stehlen. Wer es aus dem regnerischen Hamburg endlich ins trockene Gruenspan geschafft hat, durfte sich nur kurz daran erfreuen, dass es von oben trocken war - das feurige Gefecht war schweißtreibend und so wunderte es kaum, dass es zu Alestorm in der Location geradezu Schweiß regnete.

Zuerst stürmten die Jungs von Troldhaugen die Bühne mit Folk Metal die Bühne. Das kurze Set der Australier trennte aber die Location recht zügig in zwei Gruppen. Die Einen mochten den Auftritt, die Anderen waren glücklich, als das recht kurze Set der etwas aufgedrehten und bunten Truppe zu Ende war. Der Wechsel zu Æther Realm war von der Crew schnell vollzogen. Ein paar Instrumente wechseln, ein wenig Ausrüstung wegräumen und schon konnte es mit den Pagan-Metallern aus Amerika weitergehen. Diese überzeugten auf ganzer Länge und werden sich wohl in die Playlists einiger Besucher gespielt haben. Trotz aller spielerischer Raffinesse, war es ein sehr unaufgeregtes Set ohne große Schnörkel. Lediglich Christopher Bowes, Sänger von Alestorm, stürmte zwischendrin in einem Bacon-Kostüm auf die Bühne und sang eine Strophe mit, ehe er wild springend wieder hinter der Bühne verschwand. Aus der Reaktion der Bandmitglieder war kaum ersichtlich, ob das ganze jetzt geplant, oder, so schien es eher spontan und ungeplant gewesen ist. Der Rest des Sets verlief genauso glatt, wie der Beginn. Wie bereits erwähnt: Eine sehr lohnende Band!

Kommen wir zum Grund, warum wir aber heute alle hier waren: Mit Alestorm in keinem anderen Grab, als der See zu liegen. Wenn auch nur für knappe zwei Stunden. Nach längerem Warten ging es mit "Keelhauled" los, welches fließend in "Alestorm" überging. Danach wurde es textlich kühl, im Gruenspan dagegen immer heißer auf der Reise zum magnetischen Norden. Im Innenraum sah man immer mehr Menschen sich ihrer T-Shirts entledigen, sodass der Pit aus einem Wirbel nackter Haut stetig am Wachsen war.  Die Geschichte vom "Famous ol´ Spiced" und "The sunken norwegian" gaben dem ganzen Wahnsinn nur noch weitere Nahrung. Anschließend spielten Alestorm den Titeltrack des neuen Albums und damit auch den Song, der dieser Tour seinen Namen gibt: "No Grave But The Sea".

Ein alter Klassiker spielt in einer Taverne, nicht weit von hier und erzählt von "Nancy the Tavern Wench", der einschlug wie eine Bombe. Keine Ahnung, wer auf die Idee kam, die dritte Strophe lediglich zu bellen, aber okay, wir haben da gerne mitgemacht: "wuff, wuff, wuuuuufff". Ebenfalls sehr beliebt war "1741", das mit seinem 8-Bit Intro unter all den Songs ja sowieso aus der Reihe fällt. Anschließend wurde "Hangover" gecovert. Wir müssen allerdings passen, wer der nette Herr alias "Mr. Beef" war, der den Song mitgesungen hat.

Es folgten hitzige Minuten ohne jegliche Spezialeffekte zu "Pegleg Potion", "Bar ünd Imbiss" sowie "Captain Morgan´s Revenge", ehe "Shipwrecked" als letzter Song angekündigt wurde. Natürlich wollte davon niemand etwas hören und auch die Piratencrew auf der Bühne ließ sich nicht lange bitten, ehe sie mit "Drink" dazu ansetzten uns den Grund für ihren Besuch zu nennen:

"We are here to drink your Beer, and steal your rum at a point of a gun." - ob die Schotten sich aber mit dem guten Astra für den Tourbus versorgten, ist nicht überliefert. Auf der Bühne wurde neben diversen Rumsorten nämlich Corona getrunken. Auch nicht weit hat man es vom Gruenspan zu "Wenches and Mead", welchen im vorletzten Song gehuldigt wurde, ehe mit "Fucked With An Anchor" das Finale eingeläutet wurde.

Am Ende kann man ruhigen Gewissens sagen, dass dieses Konzert jeden Euro des Tickets sein Geld wert gewesen ist. Auch die, für den Autor, nicht gerade kurze Anreise hat sich auf jeden Fall gelohnt. Aber meckern wäre da eh nicht in Frage gekommen, haben wir doch in der ersten Reihe jemanden kennen gelernt, der mal eben aus Portugal angereist ist. Wer für die verbleibenden Tourtermine noch eine Karte hat, kann sich auf ein großes Fest freuen, ehe die Jungs nach einer Russlandtour Anfang 2018 auf der 70.000 Tons of Metal versuchen werden, ein echtes Schiff an sich zu reißen.

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