Konzertberichte

ACCEPT18.01.2018

ACCEPT
Support: Night Demon
17.01.2018
Huxley´s Neue Welt
Berlin


verfasst von Kalle

Es ist gerade einmal fast ein Jahr her, da waren Accept gemeinsam mit Sabaton auf Tour, und schon dürfen wir die Heavy Metal Legenden wieder in der Hauptstadt begrüßen. Es ist schön, das die Herren in regelmäßigen Abständen in Berlin vorbei schauen und hier und da auch ein neues Album mitbringen. "The Rise Of Chaos" ist im Focus von Accept, wobei nicht so viele Songs den Weg in die Setlist fanden. Dazu aber später mehr, denn es gab ja erst einmal ein Warm Up.

Die drei Jungs von Night Demon stammen aus Ventura Californien und spielen mal gepflegten Speed Metal. Ohne Schörkel und ohne Umschweife starten die Drei in ihr Set. Allerdings stellt sich direkt Ernüchterung ein. Der Sound wollte einfach nicht sitzen. Die Jungs klingen auf Platte verdammt gut, was man natürlich nie als Maßstab für Live-Shows nehmen darf, dennoch sollte der Sound annehmbar klingen. In diesem Fall leider nicht, denn es wirkte alles sehr dumpf und wenig stimmig. Dabei gaben Jarvis, Dusty und Armand richtig Vollgas. Man merkte ihnen den Spaß an der Mucke richtig an und auch das Publikum war sofort infiziert. Songs wie "Full Speed Ahead", "Maiden Hell", "Heavy Metal Heat", "Black Widow" oder "Night Demon", ließen das Metalherz höher schlagen. Die Lichtshow war eher mau, denn der Lichttechnicker durfte wohl nur eine Reihe benutzen und fand nur rot und blau und mal etwas Strobo schick. Abwechslung, lieber Lichttechniker, ist was Anderes. Die Gitarrensoli haben gesessen, da hat Armand John an der Gitarre richtig gute Arbeit geleistet. Jarvis am Gesang hatte etwas zu kämpfen. Sein Bass war genial, doch stimmlich schien er mit dem Sound ebenfalls nicht so zufrieden zu sein. Er ließ sich wenig anmerken, aber man spührte schon, das er sich richtig reinlegen musste. Eine Sache fand ich besonders cool. Bevor sie ihren Song "Dawn Rider" spielten, ging ein Gruß in den Metalhimmel, wo nun die erste Besetzung von Motörhead komplett ist. Daher zockten die Drei jetzt einen kleinen Ausschnitt aus dem Motörheadsong "Overkill". Das Publikum honorierte das mit ordentlichem Applaus, der auch nach Setende verdient gegeben wurde. 45 Minuten, die im Gesamten überzeugen konnten, nur eben der Sound war der Schwachpunkt.

Und das sollte sich im Laufe der Show von Accept nur bedingt ändern. Im Vergleich zu den letzten Shows von Accept im Huxleys und im Velodrom, war dieses Set vom Sound her das Schwächste. Oft wirkte der Sound drucklos und einfach nicht stimmig. Am Ende, und ja ich greife jetzt etwas vor, war der Sound sogar sehr durcheinander klingend. Entweder hat die Band ihren Tontechniker gewechselt, oder der hatte einfach einen schlechten Tag. Damit ist das Schlechte aus meiner Sicht abgefrühstückt. Denn Accept haben es einfach drauf, eine Show zu schmeißen, auch wenn das Publikum wie gelähmt wirkte. Lag es am Winter, an dem Mittwoch oder an den höheren Bierpreisen? Die Fans in Berlin waren irgendwie nicht auf Temperatur. Erst als so manch Klassiker die Setlist runterlief, gab es Bewegung und Gesang im Publikum. Aber auf der Bühne, da wurde sich ordentlich hin und her bewegt. Sänger Mark, wieder großartig bei Stimme, Gitarrist Wolf Hoffman, Basser Peter Balters und Gitarrist Uwe Lulis gingen auf der Bühne und den davor aufgebauten Podesten fleißig hin und her, klatschten dem Publikum in den ersten Reihen ab und zelebrierten so manch einstudierte Choreo.

Die Bühne aufgebaut, ähnlich wie bei der Tour mit Sabaton, nur mit weniger Pyro. Man beschränkte sich dieses Mal auf Nebelfontänen und gute Lichtshow. Dabei kamen Strahler zum Einsatz, die Mark und Wolf häufig im Visir hatten. Gitarrist Uwe ging leider etwas unter, bekam aber dennoch seine Momente. Ich bekam hier und da schon wieder mächtig Gänsehaut, als die Gitarrensoli erklangen. Das ist bei Accept einfach eine Macht, was Wolf und Uwe dort auf die Bretter legten. Es war eine grundsolide Show, ohne viele Ansagen. Man merkte aber auch, das sie nicht so ganz mit der Energie vom Publikum zufrieden waren. Mittlerweile kann ich Gesichter von Musikern gut deuten und das von Wolf wirkte nicht so überzeugt. Sogar die Animationsversuche beim Klassiker "Fast As A Shark" brauchten etwas, bis sie gut gefruchtet haben und das Publikum den Mitsingpart voller Inbrust mitgingen. Über die Setlist im Gesamten gibt es nur zu sagen: Leckerbissen. Eine tolle Mischung aus Klassikern und neuen Tracks. Schon zu Beginn gab es "Die By The Sword", "Stalingrag", "Restless And Wild", "London Leatherboys" und "Breaker".

Später folgten dann Tracks wie "Analog Man", Final Soldier" oder das sehr gefühlvolle und auch an Motörhead gerichtete "Shadow Soldiers". "Neon Nights", "Princess Of The Dawn" und "Objection Overruled" gesellten sich zu "Pandemic", "Midnight Mover" und "Up To The Limit". In den Zugaben feuerten Accept dann noch "Metal Heart", "Teutonic Terror" und "Balls To The Wall" hinaus. Nach dem Vorletzten Track bin ich aber schon los, damit ich meinen Bus noch bekommen konnte. Am Ende war es ein guter Gesamteindruck. Die Herren sind so lang im Geschäft, die wissen wie sie das Publikum begeistern können. Das sie ihre Instrumente beherrschen, versteht sich von selbst. Nur wie erwähnt... der Soundmann war nicht ganz auf der Höhe. Den Eindruck hatten am Ende leider ein paar mehr Zuschauer, die u.a. auf der Toilette ihren Frust freien Lauf ließen. Ich kann euch die Show dennoch wärmstens ans Herz legen. Night Demon als Support sind klasse, verzichten auf die großen Ansagen, die so manch Supportband bringt, spielen direkt und Accept feuern einfach ab und liefern amtlich. Von daher... bang your head!!!


Tracklist:

Die by the Sword
Stalingrad
Restless and Wild
London Leatherboys
Breaker
The Rise of Chaos
Koolaid
No Regrets
Analog Man
Final Journey
Shadow Soldiers
Guitar Solo
Neon Nights
Princess of the Dawn
Midnight Mover
Up to the Limit
Objection Overruled
Pandemic
Fast as a Shark

Zugaben:

Metal Heart
Teutonic Terror
Balls to the Wall

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