Review

WOLFHORDE - Towards The Gates Of North02.12.2015

WOLFHORDE - Towards The Gates Of North

WOLFHORDE - Towards The Gates Of North

verfasst von Kalle

Ist das ein Klischee oder kann das was? Finnen machen Folk Metal. Klingt erst einmal nach total typisch. Kann man auch total verstehen, denn das liegt irgendwie auf der Hand, das man als Finne sich in diesem Genre an dem Thema bedient, was die Mythologie angeht. Doch Wolfhorde gehen nicht an schon längst ausgelutschte Themen heran. Sie bedienen sich eher einer fiktiven Story und lassen dabei Schlachten und Fantasien entstehen. Es ist geht auch viel um die nordischen Landschaften und die Atmosphäre, die in den Ländern im Norden herschen. D.h. die Finnen wissen sich auch neu zu erfinden.

Musikalisch kann der Langspieler einiges aufweisen. Ihr bekommt eine interessante Mischung aus klaren Melodien, hartem Geknüppel, sanften Riffs, harten Soli und verschiedenen Stimmungen. Dazu reichen Wolfhorde einen interessanten Gesang, der im Folk Metal so nicht oft genutzt wird, wenn ich das richtig höre. Aber da Folk Metal so viele Interpretationsmöglichkeiten hat und die Jungs eh viel Neues einbringen, warum sollte dann nicht auch der düstere Gesang dazu gehören. Hier wird mit einer Menge Tönen gespielt, so das in der einen Sekunde einen Klang habt und euch daran erfreut und in der Anderen man plötzlich in einer komplett anderen Stimmung versinkt. Es ist als Konzeptalbum ausgelegt, für den ungeübten Hörer solcher Klänge dürfte es allerdings etwas schwerer werden, dem Ganzen zu folgen.

Man bedient sich auch verschiedener Sprachen. Zu Beginn wird Finnisch gesprochen und dann geht es ins Englische über. D.h. so richtig folgen kann man leider nicht, was aber wenig stört, da man zu Beginn eher auf die Melodien achtet. Was mich ein wenig stört, das es keine große Abwechslung gibt. Der Gesang wirkt auf Dauer sehr eintönig und auch die Songs wirken, nach dem vierten Mal hören, fast alle ähnlich. Eine Ausnahme gibt es bei "Lycomania", was doch sehr auf melodische Gitarren setzt und ein ausgeprägtes Soli hat. Dazu besticht der Song noch durch gutes Tempo. Die anderen Songs, mit so schönen Namen wie u.a. "Death Long-Due", "The Retribution", "Unyeielding" oder "Taivaankappaleiden Kato" kommen daher etwas träge daher. Dann immt ein wenig die Hörfreude weg. Ein echter Nordmann lässt sich davon aber nicht abschrecken.

Qualitativ ist die Platte echt genial, nur taugt sie aus meiner Sicht nicht für eine Dauerschleife im CD Player, da man sonst doch etwas träge davon werden könnte. Aber für den Hörgenuss zwischendurch ist sie auch zu intensiv gehalten. Also nehmt euch hier ein wenig Zeit und hört genau hin. Es gibt einige Dinge zu entdecken, was Wolfhorde musikalisch versteckt haben.

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