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WE SELL THE DEAD - Heaven Doesn´t Want You And Hell Is Full26.02.2018

WE SELL THE DEAD - Heaven Doesn´t Want You And Hell Is Full

WE SELL THE DEAD - Heaven Doesn´t Want You And Hell Is Full

verfasst von Louisa

We Sell The Dead: ein ziemlich krasser Name, der den thematischen Inhalt des Debüt-Albums Heaven Doesn´t Want You And Hell Is Full aber perfekt zusammenfasst. Die Supergroup besteht aus (Ex-) Mitgliedern der Bands In Flames, HIM, Spiritual Beggars und Drömriket und verspricht, den Hörer nicht nur ins viktorianische Zeitalter, sondern vor allem auch zu Jack the Ripper zurückzuversetzen. Dieser hätte laut Aussage der Plattenfirma wenn es sie damals schon gegeben hätte nämlich sicher We Sell The Dead gehört. Diese Ankündigung in Kombination mit dem Band-Line Up wecken schon vor dem ersten Hören große Erwartungen an das Album der selbsternannten Organ-Mafia.

Das Intro "The Body Market" schafft auch direkt die versprochene Gänsehaut-Atmosphäre. Im Hintergrund dudelt Jahrmarktsmusik, während man erst den Schrei einer Frau und dann einen Marktverkäufer hört, der frische Körperteile anpreist und zum Verkauf anbietet. Dann startet mit "Echoes Of An Ugly Past" der erste richtige Song des Albums. Die Melodielinie ist zwar recht düster und die etwas heisere Stimme von Sänger Apollo Papathanasio klingt angenehm schaurig, doch die Musik, die aus den Boxen schallt ist glasklarer Heavy Metal, der mit dem viktorianischen Zeitalter und der gruseligen Jahrmarktsmusik aus dem Intro wenig bis gar nichts zu tun hat.

Auch mit den Texten schlagen We Sell The Dead je nach Interpretation wieder den Bogen zur heutigen Zeit. So besingen sie in "Silent Scream" wie schwer es ist, sich in der Gesellschaft zurechtzufinden. Das mag ein Jack the Ripper mit zweifelhaften Vorlieben damals so empfunden haben, aber auch auf eine große Bandbreite der heutigen Bevölkerung trifft das noch zu. Wenn auch (hoffentlich) aus anderen Gründen.

Dass die Musiker von We Sell The Dead ihr Handwerk verstehen ist aufgrund der Besetzung wohl keine große Überraschung. Alle Stücke haben einen angenehmen Groove und die Musiker harmonieren sehr gut miteinander. Aufgrund der Ankündigung der Plattenfirma bleibt das Album stilistisch aber leider hinter den Erwartungen zurück. Dass Jack the Ripper wenn er die Möglichkeit gehabt hätte wirklich "Too Cold To Touch" oder "Silent Scream" gehört hätte, die zwar durch einen makabren Text auffallen, aber sonst sehr ruhig und balladesk daherkommen, wage ich nämlich zu bezweifeln. Außerdem stellt sich bei dem inhaltlichen Fokus von Heaven Is Full And Hell Doesn´t Want You die Frage, welches Thema auf einem möglichen nächsten Album im Vordergrund stehen soll.

Insgesamt ist das Debüt eine recht solide, moderne Platte mit gutem Sound und einem angenehmen Groove, die nur leider etwas einfallslos wirkt. Das geplante Konzept klingt gut, wurde aber zumindest stilistisch nur unzureichend umgesetzt. Ohne die Erwartungen, die der Promotext und die Band selbst geweckt haben, hätte das Album sicher noch etwas besser gewirkt.


Tracklist:

01. The Body Market
02. Echoes Of An Ugly Past
03. Leave Me Alone
04. Imagine
05. Turn It Over
06. Too Cold To Touch
07. Trust
08. Pale And Perfect
09. Silent Scream

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