Review

VOLBEAT - Seal The Deal & Let´s Boogie05.06.2016

VOLBEAT - Seal The Deal & Let´s Boogie

VOLBEAT - Seal The Deal & Let´s Boogie

verfasst von Kalle

Was habe ich diese Klänge vermisst. Seit ich Volbeat das erste Mal im Support von AC / DC in Dresden und Berlin erlebt habe, war ich begeistert von der Musik der Dänen. Als ich dann in der Arena Treptow in Berlin die Band ein weiteres Mal erlebt habe und die weiteren Alben mir besorgt hatte, war ich hin und weg gewesen. Selbst als sie zuletzt einige musikalische Experimente getätigt hatten und der Sound etwas variert hatte, konnte es mir Einiges abgewinnen. Nun endlich liegt mir das neue Machtwerk der Dänen vor und ich bin vom ersten Hören an total begeistert. Auch nach dem X-ten Durchlauf hat die Platte nicht an Energie und Reiz verloren, sondern viel mehr - sie hat dazu gewonnen und entfaltet mehr und mehr an Laune laut zu drehen. So hat es nicht einmal vier Durchgänge gebraucht und meine Anlage war am Anschlag und das Fenster offen. Die Fahrgäste bei der gegenüberliegenden Bushaltestelle hatten somit ein wenig Musik zur Wartezeit erhalten. Manch einer wippte sogar mit dem Fuß und Kopf mit. Kein Wunder, die Songs verleiten regelrecht dazu.

Insgesamt haben Volbeat 13 Songs auf den neuen Silberling gepresst. Schon der Opener "The Devil´s Bleeding Crown" zeigt die Marschroute und steigt mit einem satten Riff ein. Dazu gesellen sich dann einfache aber krachende Drums und natürlich die so markante Stimme von Michael. Der Groove, der sich durch die ganze Platte zieht, hat diesen typischen Volbeat-Touch. Manch einer wird jetzt vielleicht behaupten, das Volbeat keine Veränderungen vorgenommen haben. Dem kann ich nur entgegnen und sagen: Doch! Sie haben sich erneut verändert und sind zurück zu ihren Anfängen gegangen. Auf der Platte wird nicht mehr experimentiert, sondern man verlässt sich auf seine Stärken, die sie so groß gemacht haben. Einfache Riffs, markante Stimme, grooviger Takt... und ein markanten Sound, den eben nur die Mannen fahren. Bombastisch, Hymnenartig, einfach Volbeat. Songs wie "Marie Laveau" oder "For Evigt", der mit Johan Olsen zusammen entstanden ist, gehen direkt ins Ohr und bleiben da haften. Es ist diese gewisse Einfachheit und doch so große Perfektion in den Titeln, die sie so eingängig machen, aber nicht unbedingt gleich oder gar langweilig.

Mit verschiedenen Tonlagen bekommt jeder Track seine gewisse Note. In "The Gates Of Babylon" hört man eine leichte orientalische Note heraus, was den Song in seiner Art noch einmal unterstreicht. Es gibt aber auch Songs, die kommen im Verhältnis zu ihrem Namen, etwas kontrastartig daher. "Let It Burn" ist so ein Beispiel. Man erwartet eine geballte, powergeladene Krachernummer und stattdessen ist es ein gemütlicher Midtempotrack, der ein wenig Feuer vermissen lässt. Aber keine Panik, denn direkt danach folgt "Black Rose", der eindeutig ein Highlight der Scheibe ist. Er hat etwas von einer 50er Jahre Rock´n´Roll Nummer in sich und sit zusammen mit Danko Jones entstanden, den man hier auch gut vernimmt. Was auffällig ist, jeder der Tracks hat einen guten Rhytmus zum Mitklatschen. Das macht eigentlich jeden Track zu einer absoluten Live tauglichen Nummer. Das Publikum kann sich bei Tracks von Volbeat immer vollends verausgaben, ohne ins totale Koma zu fallen. Verschnaufpausen haben die Mannen auf dem aktuellen Album aber auch eingeplant. "Rebound" ist so ein Song, der zum Verschnaufen einlädt.

Man erwischt sich auch immer wieder beim hören dabei, wie man einige Parallelen zu den älteren Volbeat Songs zieht. Das bleibt natürlich nicht aus, ist der doch der Sound ähnlich oder gar gleich. "Mare Jane Kelly" ist dafür ein gutes Beispiel, denn hier kommt der Aufbau des Tracks einer bekannteren Numemr gleich. Ich überlasse es aber euch, den Song rauszufinden, den ich damit meinen könnte. Und das Akustikgitarre und E-Gitarre eine gute Harmonie miteinander haben, das beweisen euch Volbeat in "Goodbye Forever". Eine Nummer die euch maschieren lässt, wenn man den Sound in seinen Muskeln lässt. Es ist aber eine sehr schöne Mutmachernummer. Es lohnt sich auch auf diesem Album genau auf die Texte zur hören, denn die sind mit so manch interessanter Botschaft versehen. Bisher ging die Platte im guten Midtempo daher und mit  "Seal The Deal" an zehnter Stelle erhöhen Volbeat dann mal ein wenig das Tempo. Moshpits der Welt werden sich freuen, denn der Song wird nicht nur die Tanzwütigen unter euch erfreuen. Ihr spührt man eindeutig den Rock´n´Roll, den die Herren im Blut haben. Das geht zu Beginn von "Battleship Chains" genau so weiter, denn hier überzeugen schon von Beginn an die markanten Riffklänge. Hier heißt es direkt Text drauf ziehen, denn die Nummer wird einer der Mitsingtracks auf Livekonzerten.

Mit "You Will Know" gibt es dann den Schwachpunkt der Platte. Bei dem Song fehlt mir das besondere Etwas. Das erhaltet ihr dann aber beim letzten Song "The Loa´s Crossroad". Der Beginn hat ein klein wenig Ähnlichkeit an den Welthit "Paranoid" von Black Sabbath. Ich kann mich auch täuschen, aber gewisse Passagen in der Einleitung zum Song erinnern stark daran. Stark ist hier auch die Bassspur zu erwähnen, die sehr dominant daher kommt. Im Gesamten ist die Platte fett produziert und gemastert worden, denn der Sound ist brutal genial und kann nur laut gehört werden. Das sind teils wahre Hymnen, die Volbeat hier auf die Gehörgänge drücken. Also über langweilige Handylautsprecher oder Kopfhörer müsst ihr das Album gar nicht erst probieren zu hören. Es entfaltet seine Wirkung laut und durch satte Boxen. Ich werde die Platte jetzt noch einmal genießen und mich auf die Dudelsäcke am Ende freuen, denn dann weiß ich... gleich wieder auf Play drücken und noch einmal durchjagen. Volbeat haben wieder geliefert und die Messlatte für geile Platten im Jahr 2016 nach Oben geschraubt.

Alle CD Reviews

Treffer 1 bis 200 von 1271