Review

UNSHINE - Astrala06.01.2018

UNSHINE - Astrala

UNSHINE - Astrala

verfasst von Kalle

Immer wenn aus Finnland was im Mailfach liegt, werde ich natürlich sofort hellhörig. Ist es Black Metal oder ähnliches, dann fliegt es meist weg. Ist es aber ein Genre, das schon beim Lesen sehr interessant ist und dann auch noch sehr geil klingt, dann kann ich da schwer die Ohren und später auch die Finger von lassen. Und daher bekommt ihr jetzt meinen Endruck zur neuen Platte von Unshine.

Die Band aus Helsinki bezeichnet ihre Musik, seit der Gründung 2001, als Druid Metal. Druiden... klar.. kennt man mindestens Einen aus den Asterix Filmen, nur hat der hier jetzt nicht viel mit dem zu tun, was Unshine musikalisch bringen. Hört man nach dem Intro "Birch Of Fornjot" den ersten Song "The Forest", würde man glatt den Eindruck bekommen, man hätte Enya mit Gitarren und Drums und ein paar Synth versehen und das Ganze dann als neues Projekt verkauft. Dem ist aber nicht so. Der Opener geht etwas mehr als zehn Minuten und ist sehr abwechslungsreich. Er hält sich, was das Tempo und die Power angeht, noch etwas zurück. Man bekommt aber mit zunehmender Dauer einen Eindruck, was Druid Metal ist. Mystische Gesänge, treibende Riffs, ein paar nette Synth-Effekte und ein satter Bass verschmelzen zu interessanten Melodien. Man könnte sich jetzt die Druiden vorstellen, wie sie im Wald um ein Feuer stehen und gemeinsam ihre Rezepte usw. austauschen.

Wer jetzt glaubt, das bleibt auf dem Album so, dem kann ich direkt sagen: Nein. Die Platte hält so manch Überraschung bereit. Schon im zweiten Track ist die Gangart härter. "Kainuun Kuningas" hat einen Hauch Orient in der Melodie und kommt mit sehr dumpfen Tönen daher. Mir gefällt aber dieser Ausflug in den musikalische Orient, denn die Gitarrensolos klingen da ein wenig nach Savatage, gemischt mit Phantom der Oper. Klingt vielleicht etwas komisch, wie ich das jetzt vergleiche, doch hört ihr die kleinen Details im Track, dann wisst ihr wovon ich hier schreibe. Es gibt hier und da aber auch ein paar kleine Mankos zu bemängeln. U.a. klingt in "The Masks Of Enchantment" der Sound etwas zu uneinig. Man weis nicht genau, was jetzt hier die dominierende Kraft ist. Hier fließen auch Genre mit ein, die ich so nicht erwartet hätte. Ein Part hat etwas von Death / Black Metal, aber ohne Gesang. "Pan The One" ist dann ein Song, der mir vom Tempo sehr gut gefällt, allerdings ist der "Orgelsound" etwas sehr hoch angesetzt, dafür das die Riffs und die Hintergrundgrowls dem Song einen sehr düsteren Touch geben. Dennoch hat mich genau dieser Song fasziniert. Warum... kann ich schwer erklären.

"Druids Are A-Coming" beginnt mit einem gesanglichen Intro und klingt leicht poppig. Hier hat man ungefähr einen Sound wie Nightwish, Xandria und ein paar andere Bands der Art gemischt. Passt ja, denn Druiden mischen ja auch immer viele Dinge zusammen. Allerdings ist mir die Stimme hier doch etwas zu dezent im Hintergrund. Könnte durchaus mehr Abmischung vertragen. "Slow Moving Creatures" ist ein Song für alle Bewegungsmuffel. Er trägt sich im gemütlichen Tempo über die fünf Minuten und lädt hier und da zum Kopf nicken ein. Man hat dann im letzten Drittel einen sehr interessanten Instrumentalpart eingebaut, der das Gitarrensolo einläutet. Und dieses Solo ist mit eins der Besten auf der Platte. Es ist nur mal wieder zu kurz, aber das bemängel ich ja fast auf jedem Album. Für mich sollte es wohl nur Gitarrensoloalben geben.

Mit "Visionary´s Last Breath" geht das Album dann auf die Zielgerade. Der Track hat so einen richtigen Bogen. Er beginnt sanft und gemütlich, baut sich dann zu einem kleinen "Machtwerk" auf und senkt sich dann wieder, bevor am Ende ein Fade-Out den Track komplett beendet. Der letzte Song ist "Suo (Kantaa Ruumiit)". Mit dem Track musste ich mich erst einmal anfreuden, denn auch hier bedienen sich Unshine vielen Genres und lassen sie einfach mal in einen Topf fallen. Das Ergebnis hat was, aber man muss es mögen. Ich persönlich find es sehr interessant, so wie auch die gesamte Platte. Es ist eine coole Scheibe geworden, die garantiert nicht von Langeweile geprägt ist, sondern euch durchaus in eine andere musikalische Welt entführen kann. Man muss hier und da vielleicht ein paar Abstriche machen, dennoch ist es eben kein 08/15 Album und daher eben so interessant. Würde ich Punkte vergeben, so wäre das eine gute 6,5 von 10. Aber da ich keine Punkte vergebe, ist es eine Empfehlung, die Ohren hier mal zu spitzen und sich Unshine zu geben. Allein schon das Cover hätte es verdient. Denn das passt super zum Genre. Also... Daumen fast ganz Oben für Unshine und ihr neues Album "Astrala"

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