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UMC - 90s in Metal30.09.2018

UMC - 90s in Metal

UMC - 90s in Metal

verfasst von Kalle

Ohje... jetzt werd ich in meine Jugend versetzt. Was war das für eine musikalische Achterbahnfahrt. Man wurde durch MTV und VIVA vollgepackt mit Musikvideos und so verschiedenen Musikrichtungen. Nur der Metal hat damals noch keinen Platz in meinen Herzen gefunden. Zum Glück hat sich das mittlerweile ja geändert. Jetzt gibt es Hits von früher in einem neuen Gewand und der kann einem durchaus zusagen. UMC haben sich einer Art Best Of 90´s angenommen und diese Songs mit einem Metalgewand versehen.

Okay... manche der Versionen muss man mögen und manche nicht, weil dort das Original einfach cooler ist. Als Running Gag funktioniert die Platte aber dennoch. Sieh at nur ein kleines Manko: Der Stil ist auf Dauer zu eintönig. Da hätte es ein wenig mehr Abwechslung vertragen. Gehen wir die Hits mal von Beginn an durch.

"Always Hardcore" von Scooter gesungen ist natürlich ein perfekter Hit, um diesen auch im Hardcorestyle zu performen. Der Auftakt ist somit sehr gelungen und fetzt. Ob man "Be My Lover" nicht hätte etwas melodischer machen können, ist ne Frage, die ich im Schädel hatte. Die Riffs sind noch zusehr an das Hardcore angelehnt. Dennoch ist es gut, das man auf dem Album auf zwei Stimmen setzt. So können die weiblichen Parts auch von einer Frau gesungen werden. La Bouche hätte sich den Song sicher so nie vorgestellt. Geht aber gut.

Ein Dauerbrenner aus den 90er ist "Blue" von Eifel 65 gewesen. Ja ich habe die Single damals als CD gehabt. Wobei mir späterer Song "Move Your Body" von ihnen besser gefallen hat. Und hier hätten wir den ersten Kandidaten, wo mir die Metalversion so gar nicht zusagt, da man es aus meiner Sicht hier etwas übertrieben hat. Die Riffs zu dominant, die Keyboards in ner völlig komischen Tonlage und die Drums komplett daneben. Die Stimme geht im Riffgewitter glatt unter. Da war mehr drin. Dafür macht man es dann glatt danach wieder richtig und haut bei "Captian Jack" mal richtig einen raus. Schon die Einleitung zum Song knallt, was sich den Song über zieht. Gut... der ist auch so simple, das man hier nicht viel falschen machen könnte.

Bei Mr. Vain von Culture Beat hat man in den Strophen es mit den Riffs ebenfalls gut gemeint, aber übertrieben umgesetzt. Oft ist weniger mehr! Ansich cool im Refrain usw. aber die Strophen zerstören den guten Eindruck. Das man aus dem Song "No Limit" von 2Unlimited viel machen kann, das gibt schon der einfache Aufbau vom Song her. Warum man dann allerdings so ein Misch Masch daraus machen muss... entzieht sich meiner Kentnis. Man hätte hier schön im Stil der Neuen Deutschen Härte oder so gehen können, statt ein Stil zu wählen, der sich meiner Identifikation entzieht. Irgendwas zwischen Hardcore, Death Metal und sonstigen Hau Drauf Stilen. "Ready Or Not" von THe Fugees ist im Orignal eine sehr softe Hip Hop Ballade. Das man sich daran wagt, das ist schon mutig. Das es dann als Metalballade zu bringen, ist noch eine Nummer stärker. Dem Song dann aber seine eigentliche Seele zu rauben... sorry. Ich bin zwar kein Freund von Hip Hop usw. aber es gibt so lieder... da lässt man lieber das Original unangerührt und zerstört nicht die eigentliche Botschaft.

Bei "Sweet Dreams" war ich dann sehr gespannt. Das Original und dessen Rhythmus ist jedem ein Begriff. UMC haben sich jetzt mal ganz mutig daran getraut und einen Beat gewählt, der stark an Rammstein erinnert. Die Doublebass passt an den Strophenstellen so überhaupt nicht, dennoch ist der Song noch enigermaßen gut weggekommen. Dem Gitarrensolo hier sei Dank! Corona´s "Rhythm Of The Night" wurde als nächstes gewählt. Schon beim Einsatz der Riffs, während der Gesang startete, hat mich wenig überzeugt. Der Stil ist zusehr auf Hardcore gemacht und der eigentliche Song ist ansich nur durch den Gesang zu erahnen. Und zum Finale hat man sich dann Haddaway´s All Time Klassiker "What Is Love" ausgewählt. Ähm... das ist der Song? Hätt ich nicht ein paar Textpassagen erkannt, dann würde ich nicht drauf kommen. Der Song hat ein komplett neues Gewand bekommen. Leider überzeugt auch hier nicht wirklich viel.

Das ist extrem Schade, das man sich hier nur einem Misch-Masch Stil bedient hat und manch Song dermaßen verschandelt hat, das man ihn nur schwer erkennen kann. Das Potential für coole Metalcover ist da. Wenn man dann aber viel Doublebass und eintönige Riffschlachten ausfechten muss, die so überhaupt nicht in den Takt passen, dann ist das sehr traurig. Ich hatte mich ansich auf die Platte und die neuen Version gefreut, ein paar Wenige sind auch mega cool, doch im Gesamten ist das ein sehr durch den Mixer gehauener Brei, der wenig mit den eigentlichen Songs zu tun hat. Da war mehr drin, was leider nicht im vollen Umfang abgerufen wurde. Schade. Als Gag für Zwischendurch taugen die Tracks, doch als Dauerbrenner, und um in alten Tagen - nur mit neuem Gewand - zu schwelgen leider gar nicht.


Tracklist:


01. Always Hardcore
02. Be My Lover
03. Blue
04. Captian Jack
05. Mr. Vain
06. No Limit
07. Ready Or Not
08. Sweet Dreams
09. The Rhythm Of The Night
10. What Is Love

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