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TYKETTO - Reach18.11.2016

TYKETTO - Reach

TYKETTO - Reach

verfasst von Karla the Fox

Tyketto, das sind derzeit fünf Musiker aus New York, deren Band sich seit 1989 schon öfters aufgelöst und wieder zusammengefunden hat, aber in allen Phasen die Fans mit feinstem Hard Rock versorgt hat. Angefangen haben sie bei Geffen Records, heute sind sie bei Frontiers. In den letzten Jahren sind sie sehr viel getourt. Für eine AOR Band, zu denen Tyketto für mich zählen, ist ihre Musik recht 'bissig' und das gefällt. Zwar nicht gleich im Opener und Titelsong "Reach", doch spätestens ab den folgenden "Big Money" und "Kick Like a Mule" zeigt Vocalist Danny Vaughn, das seine Stimme etwas hat, das nicht jeder seiner Artgenossen vorweisen kann. Eine gewissen Dreckigkeit, wodurch die Songs von Tyketto weniger poppig werden, als sie geschrieben sind.

Die Themenwahl der verschiedenen Lieder ist zugegebenerweise nicht sonderlich originell. Es geht halt um Liebe, um die schöne, der verflossene und die, die vielleicht doch nur ein One Night Stand war oder um die eigene Willens- und Kampfeskraft. "Scream" weicht von diesen Schemata ab. Darin erzählt der Sänger von seiner Kindheit und dass damals das Verhältnis zu seinen Eltern noch ein gutes war. In der Jugend und mit den Problemen, die sie mit sich zieht, wurde es schlechter. Heute würde er am liebsten wieder schreien, um sich ihre Liebe zurück zu holen.

Zusätzlich zu Vaughns toller Stimme setzen Tyketto vielstimmige Chöre ein, um ihre Lieder an markanten Stellen in Stadionrock zu verwandeln. Und es gibt Teile und ganze Songs, die leise und akustisch vorgetragen werden. "Sparks Will Fly" und "Circle the Wagons" waren für mich die einzigen Stellen, die etwas gelangweilt haben. Man muss sich halt drauf einstellen, dass es durchweg 'bekömmlich' bleibt. Dass die Jungs aus Amerika kommen, wird zu keiner Sekunde in Frage gestellt. Man höre sich mal nur Anfang und Ende von "Remember My Name" an... aufgenommen wurde das Werk aber in Wales, in den Rockfield Studios, in denen auch schon Queen, Rush und Oasis hinter der Scheibe gestanden haben sollen. Die Qualität ist also vom Allerfeinsten. Ganz zum Schluss spricht die Band sogar das aus, was viele denken und fühlen, wenn sie solche Musik hören - diese langen schnellen Autofahrten durch die Sonne: "I am riding on the road."

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