Review

TRACER - Water For Thirsty Dogs16.10.2015

TRACER - Water For Thirsty Dogs

TRACER - Water For Thirsty Dogs

verfasst von Robert K.


Mit viel Tam-Tam melden sich Tracer aus einer Kreativpause nach ihrem Album "El Pistolero" unter neuem Label zurück. Es wird knallharter Rock, der nicht von der Stange sein soll, versprochen. Man fühlt sich nach der Trennung vom alten Vertrag wieder frei und unter Kontrolle - ein Zeichen von "Fear Of Vertrag"? Kudos an alle, die den Witz verstehen! Zurück zum Text: Die Australier sind bereits seit 14 Jahren im Geschäft und konnten unter Anderem schon auf Platz 9 der UK Rock-Charts landen. Mal hören, was sie zu bieten haben.

Sobald man das Album abspielt, wird man das Gefühl nicht los, in einem Wüstengebiet zu sein. Man verspürt einen kleinen Southern-Charme, der durch eine Brise Stoner ergänzt wird. Kein Wunder, dass man an sandige Orte denkt, wenn das Album schon "Water For Thirsty Dogs" heißt und wir wirklich durstig nach mehr sind. Nach eigenen Angaben gehören Bands wie die Red Hot Chili Peppers und Kyuss zu Tracers Vorbildern, wobei auch ein gewisser Hang zu Mastodon zu erkennen ist. Die überzeugende Wirkung der ganzen Platte kommt von ihrer Abwechslung, welche einen von Song zu Song trägt. Jeder Track hat sein eigenes Motiv, das den Hörer mitreißt. Man merkt, dass viel Liebe und Schweiß in das Album geflossen ist. Ein Highlight zu finden ist wirklich schwer, weil jeder Song seine eigene Identität hat und alle auf einem hohen Niveau liegen - eine gute Eigenschaft. Die Sängerstimme überzeugt mich hier am meisten. Er schafft es, über die gesamte Länge eine Performance zu zeigen, die ihresgleichen sucht. Mal erinnert er kurz an eine andere bekannte, australische Rock Band, an anderer Stelle an Kurt Cobain und schließlich erwirkt er so eine eigene Identität. Dennoch sollte man die Instrumentalisierung nicht vergessen. Diese schafft es mit Leichtigkeit, den Gesang zu unterstützen und die Stilprägung für den jeweiligen Song zu festigen.

Das gesamte Album in eine Richtung zu drängen, täte ihm Unrecht - sehr großes sogar. Die Künstler haben sich mächtig ins Zeug gelegt und geben wirklich alles. Man erkennt, dass das Rezept aufgeht und die Präsentation komplett gelingt. Wenn man sich darauf einlässt, bekommt man ein echtes Brett geboten, dass man sich gut und gerne in Dauerschleife zu Gemüte führen kann und man wird es nicht bereuen. Wie schnell die Zeit letztendlich beim Hören vergeht, bemerkt man erst, wenn die Uhr aufs Gesicht fällt. Wer ein Freund variantenreicher Rockbands ist, sollte sich "Water For Thirsty Dogs" definitiv zulegen!

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