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TOXICROSE - Total Tranquility01.06.2016

TOXICROSE - Total Tranquility

TOXICROSE - Total Tranquility

verfasst von Karla the Fox

Jede Rose hat ihre Dornen. Wenn diese giftig sind, wird es besonders unangenehm. Zu weit weg vom bekannten Gewässer fische ich nicht, wenn ich mir die neue von ToxicRose, ihr erstes Full Length Album, anhöre. Mit dem kleinen Unterschied, dass bei ToxicRose der kleine Emo in mir hochkommt und ich plötzlich total fasziniert bin von der absoluten Dunkelheit, die diese Jungs in ihrem Auftreten ausstrahlen. Von anderen Kritikern abfällig "Kostüme" genannt, kleiden sie sich in reinem, ledernen Schwarz, das nur von dem metallischen Blitzer scharfer Nieten unterbrochen wird. Nicht einmal mehr Nieten, die Dinger heißen Spikes und können bestimmt sehr weh tun. In diesem Sinne gleichen die vier Schweden wortwörtlich einer dornigen, schwarzen Rose. Sie ist zerbrechlich und sie schützt sich vor Feinden von außen mit ihren Stacheln. Eine Rose ist jedoch auch schön. Welchen der Jungs ihr am schönsten findet, dürft ihr selbst entscheiden. Ich behaupte nur, dass ihre Musik sehr schön ist, auf eine dunkle Weise.

Das Design des Albums Total Tranquility lässt sich ganz auf die Musik schließen, die drin steckt. Bei dieser Szenerie und wie sie gezeichnet ist, hätte ich mehr Speed und Thrash erwartet und weniger Leder. Komplett daneben ist es aber auch nicht, denn es steckt ganz klar viel Speed beziehungsweise Powermetal in dieser Scheibe. Hier treffen diese Stile auf Sleaze, Black und Gothicattitüde. Hauptsache alles düster und böse. Die erste ausgekoppelte und beliebteste Single heißt "World of Confusion". Da geht es gleich mal um Selbstmord junger Menschen. Ob man zum Genießen der Musik selbst verwirrt und vom Leben überfordert sein muss? Keine Ahnung, doch es hilft bestimmt. Obwohl erwartungsgemäß kein Gute-Laune-Song auf dem Album ist, wechseln Rhythmen, Geschwindigkeit, Songstrukturen und überhaupt Stimmungen sehr gut. "Reckless Society" steht mit seinen hohen schrillen Tönen und Chören im direkten Kontrast zum vorherigen "We Own The Night". Die Chöre oder Harmoniegesänge sind ein wiederkehrendes Element. Die Ballade "Because Of You" stellt den größten Kontrast da (ja, es gibt tatsächlich eine durchgehend langsame Pianoballade auf dieser Platte, hat mich positiv überrascht). "We All Fall Down" ist der Titel der zweiten Single. Diese geht wieder stärker nach vorne, ist aber nicht so einprägsam wie "World of Confusion". Der Titelsong "Total Tranquility" beendet das Album. Mir ist dieser Song zu lang, doch er ist nicht weniger gut als die anderen.

Abschließend fällt mir selbst auf, wie beeindruckend es ist, dass das vorliegende Werk erst das Debut von Andy, Goran, Michael und Tom ist. Sie sind allerdings schon seit 2010 aktiv und haben eine EP herausgebracht. Im Vergleich zu anderen Metalbands, die ihre erste Scheibe auf den Markt werfen: perfekt.

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