Review

TOWARDS ATLANTIS LIGHTS - Dust of Aeons03.04.2018

TOWARDS ATLANTIS LIGHTS - Dust of Aeons

TOWARDS ATLANTIS LIGHTS - Dust of Aeons

verfasst von Henry E.-S.

Doom ist nicht Jedermanns Sache. Und Funeral Doom erst recht nicht. Mit dieser schleppenden, relativ behäbigen Art des Metal freundet man sich nicht einfach von jetzt auf gleich an. In vielen Fällen sind die schnelleren Doom-Bands die Einstiegsdrogen um sich langsam an die richtig schweren und langsamen Bestien ranzutasten. Und was ist dann das neue Album von Towards Atlantis Lights? Allen voran eines: Schwierig. Dust of Aons ist eines dieser Doom-Bretter welches auf Hochglanz poliert ist und musikalisch belegt, dass die dahinter stehenden Musiker ihre Kunst beherrschen.

Towards Atlantis Lights ist eine Supergroup aus den Bands Pantheist, Aphonic Threnody und Void of Silence. Das sind also in gewisser Weise Urgesteine der Szene. Das macht es aber auch sehr schwierig: Man hätte einfach mehr erwarten können als das. Nicht, das Dust of Aeons schlecht ist, ganz und gar nicht: Mein Lieblingssong dieser EP ist für mich Track 1 The Bunker of Life. Hier treffen die Elemente zusammen, die mich fesseln und alle samt auf Atmosphäre aus sind: Ein Song mit 30 Minuten Länge, eine absolute Grundruhe, eingefügte Ambient-Geräusche und einige wohl dosierte Black Metal-Attacken - ohne Blastbeats. Und das ist auch gut so. The Bunker of Life ist auch deshalb mein Lieblingssong dieser Platte, weil er sich einfach die Zeit nimmt in regelmäßigen Abständen fast schon immer wieder teilweise auszuklingen.  So weit, so gut, so Standard. Was ich aber sehr interessant an diesem Song fand, war die Art der erzeugten Atmosphäre. Während Funeral Doom-Elemente in den meisten Fällen eher eingesetzt werden um eine negative, düstere Grundatmosphäre hervorzurufen, bzw. zu unterstützen, bilden sie bei diesem Song eine Gegenthese zum Standard. Soll heißen, dass der komplette Song The Bunker of Life es schafft die Atmosphäre einer Reise entlang einer mediterranen Küstenlandschaft zu kreieren. Und das gänzlich ohne in dunklere Gefilde abzudriften. Ich persönlich liebe einfach diesen Track.

Nun hatte ich aber schon oben erwähnt, dass Dust of Aeons schwierig ist. Und zwar aus einem Grund: Der Rest der EP funktioniert zwar als Einstieg für Leute, die noch nicht so viel Doom gehört haben und mal damit anfangen wollen gut geeignet. Aber ansonsten ist Dust of Aeons einfach, naja, generisch. Da wäre einfach mehr gegangen. Das da mehr gegangen wäre beweisen die Songtexte. Die sind nämlich richtig interessant geschrieben und funktionieren Musik-unabhängig. Ein Lob an den Songtexter! Ansonsten: Willst du in den Doom Metal reinkommen? Hast du keine Erwartungen? Dann hör dir Dust of Aeons an. Ansonsten lies dir die Texte durch und geh einfach weiter. Vielleicht beim nächsten Mal. Und jetzt entschuldigt mich, ich hab Feierabend.

Tracklist:

01. The Bunker of Life
02. Babylon´s hanging Gardens
03. Alexandria´s Library
04. Greeting Mausolus´ Tomb

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