Review

THE REPLICATE - A Selfish Dream22.12.2016

THE REPLICATE - A Selfish Dream

THE REPLICATE - A Selfish Dream

verfasst von Robert K.

Die Tage werden kälter und seit heute auch wieder etwas länger. Das Jahr ist kaum mehr als eine Woche lang und wartet nur auf 2017, welches den Staffelstab übernimmt. Um mir das letzte CD-Review des Jahres noch richtig eins rein zu würgen, gibt es heute die EP "A Selfish Dream" von The Replicate - ein Solo-Projekt des US-Amerikaners Sandesh Nagaraj, das er zusammen mit einigen Freunden aufgestellt hat. Der Stil ist alles andere als eindeutig und schwankt zwischen Thrash, Doom und Death Metal - man befindet sich auf der EP wohl in der Findungsphase, welche durch vier Songs symbolisiert werden sollen.

Eine "Gegen die Wand werfen"-Methode könnte man diesen Ansatz der Vermarktung nennen, aber eine andere Möglichkeit scheint sich wohl nicht geboten zu haben. Da es nur vier Lieder gibt und die Spielzeit kaum mehr als zehn Minuten beträgt, hat man auch nicht viel zum Analysieren, doch davon lässt sich der geneigte Hörer nicht abschrecken.

Wie oben schon erwähnt schwankt der Stil von Song zu Song, doch das ist nicht alles. Jeder Titel hat auch einen anderen Sänger, was die Stimmgewalt natürlich abwechslungsreich gestaltet, allerdings auch an der Kontinuität nagt. Der wirkliche Hase im Pfeffer liegt aber hier: die Songs erzeugen auf ihrer kurzen Spielzeit kein richtiges Gefühl, sie zeigen keinen Biss und der Stilwechsel lässt keine Stimmung aufkommen - es fehlt an Politur.

Schlussendlich bin ich etwas hin- und hergerissen. Die EP ist auf keinen Fall etwas Besonderes oder ein Meisterwerk, aber ein Totalausfall ist es auch nicht. Vieles bleibt auf der Strecke und gerade aufgrund der kurzen Liedliste kann man keine qualifizierte Aussage über die Zukunft der Band machen. Ein guter Rat für die hoffentlich nachfolgende Platte: Weniger Hast in den Liedern und ein paar mehr Ideen für den Aufbau - dann klappt das schon.

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