Review

TARJA - The Brightes Void05.06.2016

TARJA - The Brightes Void

TARJA - The Brightes Void

verfasst von Kalle

Es gibt Begriffe, die habe selbst ich noch nicht gehört oder gelesen, obwohl ich schon lange in der Szene zu tun habe. Prequel ist so ein Wort. Als solches beschreibst sich "The Brightes Void" von Tarja. Es ist ein Album vor dem eigentlichen Album, was sich als Vorgeschichte und doch eigenständiges Werk darstellt. Ungewohnt, denn warum bezeichnet man es nicht gleich als ein eigenes Album und bringt später dann ein Weiteres raus? Das ist jetzt nicht meine Aufgabe zu ergründen, denn ich hörte ja in die jetztige Platte rein und die ist jetzt eben ein Prequel.

Die Scheibe hat neun Songs zu bieten und zeigen Tarja in all ihren Facetten und Stimmlagen. Denn das Tarja eine grandiose Stimme hat, darüber müssen wir glaube ich nicht reden. Sie ist ein WUnderwerk der Stimme. Musikalisch hat sie sich in den letzten Jahren auf sehr sanfte Töne besonnen und ist selten so mit vollem Tempo dabei gewesen, wie es jetzt der Fall ist. Beispiel gefälligst? "Your Heaven And Your Hell" geht ab wie Schmidts Katze und macht euch mächtig Feuer unter dem Hintern. Dabei schafft es die Musik euch wirklich in den Himmel und dann gefühlt auch in die Hölle zu bringen. Das heißt jetzt nicht, das es schlecht ist, sondern soll jetzt nur verdeutlichen, wie es Tarja und ihre Musiker mit verschiedenen Instrumenten schaffen, euch in diverse Ebenen zu bringen. Saxophon oder Mundharmonika symbolisieren den Himmel und satte Gitarrenriffs und donnernde Drums gehen mit euch in die heißere Regionen. Tarja hat auf diesem Album auch einen Gastmusiker mit dabei. Chad Smith, Red Hot Chilli Peppers, steuert seine Drumkünste im Song "Eagle Eye" bei.

Was mir an "THe Brightes Void" so richtig gefällt sind die ausgefallenen Kompositionen. Jeder Song bringt eine neue Überraschung mit sich. Egal ob epische Klänge, sanfte Orchestöne oder rohe Gewalt durch satte Gitarrenwände... das Album ist richtig mit Abwechslungen vollgehauen. Das gilt auch für das Tempo in den Stücken. Songs wie "Witch Hunt" überraschen mit einer so heftigen Baseline, das meine Boxen teils kapitulieren und mehr wummern, als normale Töne erzeugen. Das zeugt von einer ordentlichen Produktion der Platte oder einfach mal scheiß Boxen bei mir :D Und einen weiteren großen Pluspunkt an den Mischer des Werkes. Es ist ein Album geworden, wo die Stimme von Tarja nicht alles übertönt und die Instrumente gar nicht wirklich zur Geltung kommen. Es ist ganz genau das Gegenteil der Fall... es ist so eine tolle Harmonie zwischen den Songs und ihrer Stimme, das man hier von einer tollen Symbiose beider Faktoren sprechen kann. Im Song "Goldfinger" kommt dann sogar ein bisschen James Bond Feeling auf. Als Highlight gibt es zum Abschluss eine Neuaufnahme von "Paradise (What About Us)" zu hören. Das ist ein Song, der zusammen mit Within Temptation aufgenommen wurde. So hört man Sharon ihre Stimme natürlich mit im Song. Die beiden Sängerinnen verstehen sich seit einigen gemeinsamen Auftritten sehr gut und man darf gespannt sein, ob da nicht sogar noch mal mehr draus wird.

Jetzt bleibt mir nur noch eine Sache zu sagen: Mehr davon!! Das Album jetzt hat schon mächtig Fun gemacht und ich kann es kaum warten, diese Songs live erleben zu können. Wenn das nächste Album genauso ein Knaller wird, dann ist Tarja in Sachen bestes Album in ihrem Genre ganz weit Vorne. Zieht euch "The Brightes Void" bitte mehrmals rein und genießt!

Alle CD Reviews

Treffer 1 bis 200 von 1271