Review

TARASQUE - Innen Aussen20.03.2018

TARASQUE - Innen Aussen

TARASQUE - Innen Aussen

verfasst von Henry E.-S.

Okay, okay. Ich will nicht immer über Band- und Albennamen herziehen. Vor allem nicht bei bei Bands die so dermaßen gut sind. Aber ich kann einfach nicht anders: Ich hab beim ersten lesen des Bandnamens an Terrasse gedacht. Und dadurch beim Namen des Albums an Wandfarbe. Warum ich zuerst auf dem Namen rum reite? Der letzte Bandname der mich stutzig gemacht hatte, war von einer Band, die sich danach als rechts raus stellte. Und bei neuen französischen Metals-Bands der härteren Gangart, gibt es leider einige Rechte. Aber nicht so bei Tarasque. Erstens, weil diese Band aus Münster stammt, auf ihrer Facebook-Seite direkt Nazis verbal rausschmeißt UND weil diese Band beim gleichen Label ist wie Ewig.Endlich. Wer meine Review zu Ewig.Endlich´s Debut gelesen hat weiß, dass ich die Band abfeiere. Deshalb hatte ich auch direkt bei Tarasque ein breites Grinsen in der Fresse als ich das raus fand. Aber halt: Taugt den Tarasques EP Innen Aussen etwas?

Fangen wir doch mal mit Track 1 Pluveophil. Dieser Track zeigt zwei Dinge: Zu aller erst finden wir als Hörer heraus, dass Tarasque in die Kerbe des Sludge rein schlägt. Mit voller Härte. Und etwas Funeral Doom drin. Das wäre kein Kaufgrund für diese EP. Denn auch wenn dieser Track ein sehr guter Sludge-Track ist, so muss man ihn als das begreifen, was er ist: Eine Fingerübung. Warm werden. Die Instrumente stimmen. Ich war, naja, halbwegs begeistert bei diesem Track. Ich dachte nicht, dass da noch was Interessantes kommt. Eher das es zwar gut bleibt, aber eben nur gut ...und dann rumpelte die eigentliche Höllenmaschine unter der Haube von Innen Aussen los. Und überfuhr mich glatt mit seiner Harley! Ja, Harley. Denn Tarasque Seele schlägt nicht nur im Sludge und im Funeral Doom. Und im Post-Metal, wie die Band das schreibt, obwohl ich das irgendwie nicht raus höre. Nein, Tarasques Seele schlägt in den treibenden Melodien des (Hard)Rock, der sich dick und fett "Blues" auf die Brust tätowiert hat. Und das ist sowas von GEIL! Die Melodie rollen, getragen durch das Stampfen des Doom. Wer da nicht mit dem Kopf mit wippt, der sollte mal seine musikalische Bandbreite erweitern!

Ich hab da auch noch ein direktes Schmankerl für alle Bass-Musiker da draußen: Achtet mal auf die Bass-Line. Ich verspreche euch, die Hälfte wird danach einen absoluten Neid auf Tarasques Bass-Lines schieben. Bis jetzt meine neue Lieblingsplatte, wenn es um den Bass geht. Einen Wermutstropfen gibt es dann allerdings doch: Ich hör ja die Platten die ich rezensiere über ein gutes Bügel-Head-Set. Und die Soundproduktion von Innen Aussen ist zwar gut, aber mich nervt es etwas, dass die Gitarrenspur leider zu oft auf dem linken Ohr sehr viel lauter ist. Also Links ist natürlich immer gut, aber halt im Falle von der Musikabmischung leider nur so semigeil.

Nun also nochmal gefragt: Ist Tarasques EP Innen Aussen gut? Naja, fragen wir doch mal anders: Schmeckt Bier gut? JA! Tausend mal JA! Verfickte Hacke ja! Mehr davon! Also bis auf Track 1, der passt einfach nicht in die Genialität von Tarasque. Ansonsten mehr davon! Und jetzt entschuldigt mich, ich hab Feierabend. ...halt, muss nur kurz den geilen Satz von der Tarasque Facebook-Page hier platt treten: "If you are racist, sexist, homophobic or an asshole in any other way...fuck off! Don´t listen to our music and don´t come to our shows!" So, jetzt hab ich aber Feierabend. Hört euch Tarasque an! Jetzt hört auf hier weiter zu lesen und hört die euch an! Los! Und Tarasque: Wenn ihr das lest: Geile Nummer Leute! Wenn ihr mal in Berlin seid, müssen wir mal einen heben.

Tracklist:
01. Pluveophil
02. Truemmerfeld
03. Alles Nichts
04. Karoshi
05. Staub und Zeit

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