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SYCON - Sycon13.03.2016

SYCON - Sycon

SYCON - Sycon

verfasst von Kalle

Hmmm... jetzt wird es wieder schwer für mich, eine gute Plattenrezension zu machen, denn ich hab die Band bereits live erlebt und fand sie dort echt verdammt gut. Doch Live ist nicht Album und nun habe ich ihr erstes eigenes Album vorliegen. Sycon haben sich 2011 gegründet und seit da an schon so manch Besetzungswechsel hinter sich. Mit der aktuellen Formation hat es dann geklappt und die Platte ist fertig geworden. Insgesamt bringen euch Sycon jetzt elf Songs auf die Ohren, die eine Menge mit sich bringen.

Allen voran wird der Gesang ins Ohr knallen. Der ist sehr vielseitig und auch von der Band so gewollt. Mal klare Töne, mal tiefe Growls und mal wird ein wenig mit Shouts experimentiert. Doch jetzt kommt der Punkt zwischen Live und auf Platte... Live klingt die Stimme druckvoller und mit mehr Elan. Hier auf der Platte... sorry Daniel... da fehlt mir ein wenig die Kraft und das Volumen. Da hätte mehr Energie reingesteckt werden können, denn speziell bei den Growls und Shouts fehlt mir schlicht der Druck dahinter. Das fängt im Opener an und zieht sich dann auch leider so durch die Platte.

Musikalisch bieten Sycon eine Menge Abwechslung. Mal brachialle Riffs, die nur so reinschmettern und richtig was auf das Fressbrett geben, dann gibt es so geile Gitarrensoloparts wie in "Ode To The Nomads". Warum man dann aber allerdings nach dem Gitarrensolo so einen Tempobruch hinlegt, bleibt das Geheimnis der Band. Die Variationen mit den gewissen Härtegraden ist ganz interessant gemacht und verdient erst einmal den Respekt für den Mut das so zu machen. Ein richtiger Hörfluss kommt dadurch aber nicht auf, was den Gesamteindruck ein wenig schmälert. Ich vermute einfach auch, das bei der finalen Produktion ein wenig geschludert wurde. Nix gegen den Tontechniker, aber ein wenig mehr Klarheit der Instrumente würde der Platte gut tun. Live klappt das verdammt gut, doch hier auf dem Album musste ich an manch Stelle echt wieder leiser drehen, weil da Töne heraus kamen, die mir doch etwas im Ohr weh taten. Speziell aufgefallen ist mir das in "Bulletstorm", wo ein leichtes Brummen zu vernehmen war, was aus meiner Sicht da nicht hingehört.

Das Album spaltet mich halt ein wenig, weil ich eben weis, dass die Jungs knaller Typen sind und ihr Handwerk verstehen. Und ich bin ja bekanntlich kein Fan von diesem Shouten und Growling, wenn es nicht gerade von Amon Amarth kommt :D ... Daher... der Anfang ist gemacht, aber bitte das nächste Mal in der Endproduktion mit etwas mehr Feingefühl an die Sache gehen, damit die Drums auch den Druck produzieren, den sie sollen und nicht so abgeflacht daher kommen. Sycon reihen sich damit aktuell in die Bands ein, die auf Platte immer so etwas schwierig klingen, live aber richtig gut überzeugen. Soll es eben auch geben. Weiter live performen Jungs und dann das nächste Mal dem Tontechniker etwas mehr auf die Finger schauen, wenn die Platte gemastert wird. Dann klappt das auch mit dem Hörgenuss.

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