Review

STICKI6 - This Was My Life24.08.2016

STICKI6 - This Was My Life

STICKI6 - This Was My Life

verfasst von Kalle

Es gibt in der Musik immer wieder Überraschungen und diese musikalische Überraschung hat mich sehr unverhofft getroffen, denn damit habe ich in der Art noch nicht gerechnet. Sticki6 wird sicher jetzt niemanden wirklich etwas sagen, genauso wie der Name Victoria Columbus. Sie ist aber keine Unbekannte mehr, denn ihr Mann spielte in einer Band, die mir persönlich sehr am Herzen liegt. Leider ist Scott Columbus, und ich denke jetzt klingelt es bei Vielen, viel zu früh von uns gegangen und hinterlies eine Menge Lücken. Allen voran natürlich im Leben von Victoria, die nun mit diesem Album musikalisch überraschen mag. Sie selbst singt in den zwölf Songs, Mike Charron spielt in einigen Tracks Gitarre, wie auch Pat MacDougall. Scott selbst ist auf dem Album ebenfalls noch zu hören, denn ein Großteil der Songs spielte er zu Lebzeiten noch mit ein. Da ging mir schon beim ersten Hören mächtig die Gänsehaut dem Rücken runter. Wer jetzt muskalisch gesehen aber Songs wie von Manowar erwartet, der sollte sich davon direkt verabschieden. Victoria, und das ist verdammt gut, geht eigene musikalische Wege.

Hochgeschwindigkeitsrock oder gar Metal sind gar nicht ihre Baustelle. Ihre Tracks sind tiefgründig und mit Geschichten behaftet, die sie wohl zum großen Teil selbst erlebt hat. "Spellbound", "Close", "Love Is Where The Heart Is", "Miss You" oder "Fight The Demons" sind nur eine kleine Auswahl an Songnamen, die auf This Was My Life zu finden sind. Schon allein der Albumtitel verrät die Inhalte ihrer Songs. Und wie klingt das Ganze nun? Man darf jetzt kein hochproduziertes Album erwarten, was nur so von Feinheiten und grandioser Qualität strotzt. Da wäre man völlig falsch gewickelt. Stattdessen erinnert der Klang der Songs mehr an Demoaufnahmen auf Kassetten aus den 70ern. Und jetzt kommt´s: Das klingt total cool und ist ein totaler Kontrast zu der ganzen Perfektionsmasche im Musikgeschäft. Man hört so richtig das Knarren des Basses, diese Rauheit in den Songs, dieses komplett auf Effekte verzichten. Das ist Musik pur, wie man sie im Proberaum hören würde. Jeder Song bringt praktisch eine andere Soundquali mit. Aber wie ich schon schrieb, macht das gar nix. Es mindert nicht einmal das Hörvergnügen, weil man eben mal genau hinhört und nicht einfach nur konsumiert.

Man fühlt in ihrer sehr klaren und doch tiefen Stimme jede Emotion, die sie beim Singen empfindet. Ich bin total begeistert, was Victoria hier auf die Beine gestellt hat. Das sie jetzt damit nicht in die Charts kommt, das ist ihr selbst bewusst und auch garnicht der Antrieb. Sie möchte ihre Gefühle in Musik ausdrücken und damit anderen an ihren Emotionen teil haben lassen, so empfinde ich das persönlich. Und es gelingt ihr sehr. Das Album gibt es seit dem 25. Mai bereits zu erwerben. Entweder klickt hier auf diesen Link: https://poorboyproductions.bandcamp.com/album/sticki6-this-was-my-life   oder ihr bestellt direkt unter Poorboy68@verizon.net

Ich für meinen Geschmack kann sagen: Lohnt sich, weil es anders ist. Tolle Arbeit Victoria und ich bin gespannt, was da evtl. noch an weiteres Material kommen kann. Victoria Columbus mit ihrer Formation Sticki6... solltet ihr mal reinlauschen. Wer sich jetzt übrigens noch fragt, warum die Songs denn alle so unterschiedlich klingen: Sie sind in unterschiedlichen Zeitabständen entstanden und mit verschiedenen Materialen. Also nix mit fünf Tage im Studio einsperren und aufnehmen. Hier steckt Jahre an Arbeit drin und das wird von mir persönlich mit zwei fetten Daumen bewundert!


Tracklist:

1. Sixteen
2. Spellbound
3. Get Tough
4. Close
5. Why Was It You
6. Quarter Moons
7. Love Is Where The heart Is
8. Fried Zone
9. Miss You
10. Fight My Demons
11. Hates To Be Alone
12. Don´t Say Goodbye

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