Review

STARK DENIAL - Covenant of Black20.03.2018

STARK DENIAL - Covenant of Black

STARK DENIAL - Covenant of Black

verfasst von Henry E.-S.

Dies wäre der perfekte Moment, um mit irgendeinem blöden Witz auf Game of Thrones in diese Review zu starten. Aber weder finde ich Game of Thrones ansatzweise gut, noch hat STAR DENIAL's Name irgendetwas damit zu tun. Tatsächlich stammt die Band aus recht ungewohnten Gefilden, nämlich aus Indien. Ungewohnt? Da kommen doch schon einige Metal-Bands her. Stimmt. Und viele sind Scheiße. Und Bands, die sich mir in absoluten Klischee-Cosplay präsentieren sind mir eh immer suspekt. Also, ist Covenant of Black hier jetzt wieder eine einzige Scheiße oder darf man wieder unter dem Küchentisch hervor kommen?

Denn unter diesen metaphorischen Küchentisch bin ich direkt nach dem Introtrack gesprungen, weil es sich wieder nach dem üblichen schlechten Oldscool-Black klang. Bis man dann mit dem Anfang von Track 2 durch ein sehr gewagtes Gesangssolo, ähh Growlingsolo (?) wieder unter dem Tisch hervor geholt wird, nur um direkt mit dem üblichen Blastbeat-Trommelfeuer aller seiner Hoffnungen auf mal was Interessantes beraubt zu werden. Man wann lernen die ganzen Oldscool Black Metal-Fans mal, dass die Grenze zwischen Atmosphäre und Langeweile recht fließend ist? Nagut, normalerweise hätte ich direkt hier schon wieder Covenenat of Black genervt beiseite gelegt, aber man muss ja als Kritiker die Ganzheit eines Werkes betrachten. Vielleicht wird es ja doch noch zumindest teilweise ertragbar. Und das wird es auch. Zumindest teilweise. Denn STARK DENIAL, die ich beizeiten mal fragen muss, warum ihnen beim Schreiben ihres Bandnames die Capslock-Taste verklemmt ist, sind Fans von Dark Funeral. Und Slayer. Und jeder versteht es, dass wenn man dann irgendwann mal selbst eine Gitarre in die Hand nimmt, sich an das anlehnt, was man kennt und liebt. In STARK DENIAL´s Falle (der Bandname wird einfach nicht besser, je häufiger ich ihn schreibe) sind das eben Dark Funeral und Slayer. Und das auf hohem Niveau, wie auch guter Produktion eingespielt.

Nun könnten wir Covenant of Black jetzt einfach bei Seite legen und ihm eine 3 geben. Oder wir sind gute Lehrer und zeigen einmal, dass STARK DENIAL Luft nach oben haben. Eine Menge Luft nach oben. Covenant of Black hat 9 Tracks. Die sind wirklich alle gut, aber es gibt da die Tracks 7 "Blackened" und 5 "Unknown World". Diese beiden Geschütze sind der Zenit dieses Albums und man denkt sich die ganze Zeit beim wiederholten Anhören, hätte STARK DENIAL nur mehr davon gemacht. In beiden Tracks erheben sich, analog zu dem eben Gesagten über diese Tracks, jeweils einige Stellen über den kompletten Rest der Songs, und dies nicht auf die Brocken-Weise. Eher so eine Art Mount Everest aus purem GEIL steht da plötzlich vor einem. Nur um danach wieder auf Alpenniveau, so gut das auch ist, zurück zu sinken. Bei Track 7 "Blackened" ist dieser Gipfel direkt der Anfang. Wenn Jemand mal hören möchte, wie sich Black Metal, der auf traditioneller indischer Musik fußt anhört: Bitte schön. Nach diesem Anfang wisst ihrs. Track 5 "Unknown World" wiederum hat seinen Peak von Minute 2:20 bis ca. 3:30. Hier wird auf absolut gewaltige und gewalttätige Art Riff für Riff ein Berg in einem Gewaltmarsch bestiegen. Und man selbst ist die Bergrettung die daneben steht und im Rhythmus mitgeht. Diese beiden Stellen sind gleißende Lichter in der guten Normalität.

Wenn STARK DENIAL sich jetzt das Corpse Paint aus den Augen waschen und direkt dort ansetzen, haben wir einen neuen Stern am schwarzen Horizont der indischen Black-Metal-Front. Zur Zeit liefert STARK DENIAL mit Covenant of Black nur einen guten Black Metal für Fans von Dark Funeral ab, ohne irgendwas Neues oder Erinnerungswürdigens. Dafür haben sie mit Track 9 "Hyllest Til Kulten" eine Black Metal Version von Alestorm geschaffen. Und jetzt entschuldigt mich, ich genieße meinen Sonntag.

Tracklist:

01. Intro
02. Stark Denial
03. As life descends
04. Dormant I lie
05. Unknown world
06. Carnage Angel
07. Blackened
08. Covenant of Black
09. Hyllest Til Kulten (Bonus Track)

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