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Solstice - White Horse Hill25.05.2018

Solstice - White Horse Hill

Solstice - White Horse Hill

verfasst von Louisa

20 Jahre ist es her, seit die Engländer Solstice ihren letzten Longplayer "New Dark Age" veröffentlicht haben - höchste Zeit also, mal wieder etwas Längeres als ein Mini-Album auf den Markt zu schmeißen. Den ganz gewöhnlichen Weg wollen die Epic Doom Metaller aber trotzdem nicht gehen und optimieren ihr neues Werk mit genau 46 Minuten Laufzeit ganz bewusst für die in ihren Augen "nobelste Form, die ein Musikdatenträger haben kann": Die 33rpm Vinyl LP.

Auch sonst haben die Engländer sich viel Mühe gegeben, alle Aspekte aufeinander abzustimmen. "White Horse Hill" ist ein Gesamtwerk aus den Geschichten, die es erzählt und die tief in der mündlich überlieferten Folklore Englands verankert sind und dem dazu passenden, durchdachten Cover-Artwork von Künstler Chris Smith. Genauso gut aufeinander abgestimmt sind auch die einzelnen Titel und bilden eine angenehme Abwechslung aus kurzen und langen, schnellen und langsamen Stücken.

Das Album beginnt mit "III" sehr sanft und atmosphärisch. Auf anfängliches Vogelkreischen folgt ein ursprünglicher Trommelrhythmus bis langsam die Gitarre dazu einsetzt und im Laufe des Tracks immer lauter wird. Bis auf zwei gesprochene Sätze in den letzten Sekunden des Songs gibt es noch keinen Gesang. Bis auf "For All Days, And For None" - das durch seine ruhige Klarheit und den emotionalen, mitreißenden Gesang besticht - sind die anderen Lieder des Albums deutlich schneller und aggressiver.

Highlights des Albums sind - neben dem wunderschönen Cover-Artwork - auf jeden Fall der Titeltrack, bei dem Sänger Paul Kearns seine ausdrucksstarke Stimme gelungen in Szene setzen kann, und das etwas proggig anmutende "Under Waves Lie Our Dead", das den Hörer kurz vor dem Ende des Albums noch einmal besonders aufhorchen lässt und jeden Anflug von Langeweile im Keim erstickt.

Solstice lassen sich nicht in eine Schublade stecken und machen jede Genrebezeichnung überflüssig. "White Horse Hill" klingt mal nach Doom, mal nach Prog und mal nach Psychedelic, aber immer gut. 20 Jahre nach ihrem letzten Longplayer liefern die Engländer ein Album, das lange genug gereift ist und dem Hörer bei jeder Stimmung genau das geben kann, was er gerade braucht. Kann man mal hören!

Tracklist:

01. III
02. To Sol A Thane
03. Beheld, A Man Of Straw
04. White Horse Hill
05. For All Days, And For None
06. Under Waves Lie Our Dead
07. Gallow Fen

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