Review

SOLILOQUIUM - Contemplations10.06.2018

SOLILOQUIUM - Contemplations

SOLILOQUIUM - Contemplations

verfasst von Henry E.-S.

Es ist immer wieder schön, dass der Metal mit dazu beiträgt, dass Lateinische außerhalb des akademischen Umfelds nicht sterben zu lassen. Und nein, ich nehm euch die Arbeit des Bandnamens-Übersetzen jetzt nicht ab, ihr sollt ja schließlich was lernen. Na gut, Soliloquium bedeutet "Monolog". Soliloquium bereichern schon seit 2011 die Musik-Welt mit schwermütigem Death-Doom, der uns hier nun auf einer neuen Langspielscheibe vorliegt - die ein echt tolles Cover hat! Diese verschwommene Stadtansicht hat einfach etwas. Daran sollten sich mal mehr Bands ein Beispiel nehmen (ja Neo-Trash Metal Bands, euch meine ich!).

Nun gut, schwermütig kann auch manchmal in absolut weinerlichem Rumgewimmer enden. Und da Katatonia und Ghost Brigade so die einzigen sind, bei denen Klargesang in diesem Zusammenhang nicht nach 08/15-Singer/Songwriter klingt, haben Soliloquium (ich gestehe, ich Copy-Paste den Namen hier konsequent rein. Sorry, ich kann mir den ums Verrecken nicht merken, geschweige denn aussprechen) sich entschieden, den Kern auf des Gesangs auf Growling und einen stabilen, nicht zitternden Klargesangs zu setzen - Oder auch mal komplett die Klappe zu halten und mit den Tracks "Streetlights" und "For the Accursed" rein Akustik zu machen. Und diese beiden Songs sind echt wunderschön, mit ihren Post-Rock Elementen.

Soliloquium produziert eigentlich genau die Atmosphäre, die man vom Cover erwartet: Dunkle Straßenschluchten und das fahle Licht der Straßenlaternen. Und dafür passt es auch gut, dass die Death Metal Elemente sich sehr stark mit progressiven Elementen mischen. Da kann es auch mal passieren, dass über dem Song ab und an eine wehklagende Gitarre schwebt, bevor die nächste Doom-Welle sich auf die Straße bricht. Die ruhigeren Abschnitte produzieren eine angenehm Kühle (Asphalt)-Atmosphäre und die Geschwindigkeit ist ebenfalls angenehm an die Standard-Geschwindigkeiten des Death Metal angelehnt. Auch an der Produktion kann man nicht meckern. Und das schönste für jemanden wie mich, der gern anderen Leute ungefragt Doom-Metal Scheiben ins Gesicht hält: "Contemplations" funktioniert wunderbar für Neueinsteiger! Es fließt angenehm dahin, ohne das man sich geistig komplett drauf einstellen muss!

Diese Platte ist eine klare Empfehlung für Neueinsteiger, "Cover-so-in-etwa-wie-die-Musik"-Liebhaber und generell Doom-Fans. Trotzdem dürfen es beim nächsten Mal einige Musikalische Spitzen mehr sein. Come on, Soliloquium, ihr könnt das!
Und jetzt entschuldigt mich, ich hab Feierabend.


Tracklist:

01. Chains
02. Chatarsis
03. Streetlights
04. Unfulfilling Prophecy
05. 22
06. For the accursed
07. In affect
08. Wanderlust 

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