Review

SMOKING MARTHA - In Deep23.10.2018

SMOKING MARTHA - In Deep

SMOKING MARTHA - In Deep

verfasst von Tim

Liebhaber des Punks, des Rocks, des Rock´N´Rolls sowie auch der Alternative-Musik! Aufgepasst, mit dieser Review bringe ich euch eine Band aus Down Under näher, die mit ihrem ersten, mir hier vorliegendem Debütalbum "In Deep" wahrhaftig Potential vorweist. Potential für künftige Hits und für künftigen Kultstatus. Denn nicht nur der klare, oft angenehme und manchmal kontrolliert-wildhafte Gelang von Frontfrau Tasha, sondern auch die verschiedenen, individuellen, instrumentalen Darbietungen der Jungs Mick, Matt und Jordy drücken diesem Album ihren positiven Stempel auf.

Man merkt bei dem Durchhören der Tracks durchaus: diese junge Truppe ist motiviert und will mit Ohrwurmstücken das ganz große Ding landen. Und das fängt alles auch gar nicht mal so schlecht mit "So Lonely" an: Tashas wehmütige, abwechslungsreiche, leicht emotional-vorgetragene Gesangsdarbietung ragt besonders aus den passend dazu eingesetzten E-Gittaren- und Drum-Spielen hervor. Positiv auffallend ist hierbei die markant-spielende E-Gittare mit dem Drum-Spiel, welches zwischendurch immer mal wieder kurz pausiert wird.

Schönes, hauptsächlich straightes Rock-Stück, welches Lust auf mehr macht. Die Lust wird mit "Say You´re Mine" auch gefördert: mit einem leichten Schielen Richtung Kommerz (was an dieser Stelle nicht negativ gemeint ist) glänzt dieses Stück im Versteil mit straightem, sich zum Ende hin steigerndem Bass-Spiel hin. Dazu singt Tasha straight, relaxt und zurückhaltend. Im Chorus vermischt sich actionreiches Geknüppele aus E-Gittare und Schlagzeug mit leicht gefühlvoll-singender Vokalistin. Die rockig-interessanten, eingestreuten Solos aus E-Gittare und Drums überraschen positiv. Bei "To The Stars" geht´s in den Versteilen etwas gechillter zur Sache, während das im Chorus belebend-lässig-vorgetragene "I follow you. You follow me" einen leichten Endorphinausschuss bewirkt. Ab 01:57 Minute dürften Rockfans von der musikalisch-stilistischen Zäsur begeistert sein, bei der kurzzeitig E-Gittare und Drums ihre markanten Melodien darbieten.

Der vierte Track "Ebb Of The Tide" ist ein wachrüttelndes Stück mit schönen, musikalischen Momenten sowie einer leidenschaftlich agierenden Vokalistin. Wie in einem vornehmen Restaurant aus den 60ern fügt sich ab Minute 02:09 ein musikalisch-ruhig-agierender Part mit erotischem Gesangsstil ein, der dem Hörer das Gefühl einer Rock-Band gibt, die in einer trostlosen, amerikanischen Bar in der Wüste spielt. Quick, dirty und pikant können die Herrschaften übrigens auch, was sie mit dem fünften Track "One Night" unter Beweis stellen: es ist, wie eine wilde Verfolgungsjagd a lá Old School Hollywood mit geilen Karren in der Wüste: belebend-spritzig dank schnörkellosem, ins Ohr gehendem Gesang und Instrumenten. Aber nicht nur quick and dirty, sondern tatsächlich auch gefühlvoll kann die Band prima: "Baby Let Me Go" als Ballade glänzt durch gefühlvoll-agierender Sängerin mitsamt traumhaft-klimpernder Akkustikgittare, ohne, dass es schmalzig klingt.

"Follow" hingegen hat die Gabe, in Trance zu versetzen und ist musikalisch im Gegensatz zu den sechs vorherigen Stücken eher höhepunktsarm. Dazu fehlen im Vergleich zu den vorherigen Stücken zu sehr die überraschenden Momente, was man ähnlicherweise auch bei "Find A Way" anmerken muss: schleppende E-Gittare mitsamt schleppend-agierendem Gesang, der in den Versteilen ruhig, zurückhaltend uns lauernd ist. Dies ist ein Stück, welches in der Gesamtheit einfach eher zäh ist. Immerhin wird es ab Minute 03:11 etwas lässig-amerikansich angehaucht dank frechen Gesangsfetzen und einigen coolen Gittarenriffs, die man teilweise mit Alice In Chains vergleichen kann.

Bei "Whats Her Name" hat sich die Band mal richtig Mühe gegeben: es ist das markante E-Gittaresnspiel im Chorus mitsamt des tonal-steigernd gesungenen "What´s your name - what´s your name - what´s your name", welches hängen bleibt. Beim Rausschmeißer wird nochmal belebende Action geboten: wiederkehrende Gesangsmuster in den Versen und im Chorus mitsamt eines markanten E-Gittarenspiels im Chorus machen was her. Das im Refrain gesungene "We fight!" gibt dem Ganzen nochmal Feuer unterm Hintern. Als leckeres Schmankerl gibt es im Übrigen noch satte fünf roh-klingende, charmante Bonus-Demo-Tracks dazu. Vor allem Fans des Retro-Rock beziehungsweise des Retro-Rock´N´Roll solten hier nochmal Pipi in den Augen bekommen.

Diese fünf Tracks gehen einfach ins Ohr, wirken rockig-klassisch-roh und erzeugen dementsprechend das Gefühl, dass man diese Tracks prima bei untergehender Sonne in einer Bar in der Wüste bei gesittetem Alkoholverzehr und genug Zigarettenqualm getrost als Hintergrundbeschallung auf sich wirken lassen kann. Ein schönes, interessantes und bemühtes Debüt der Aussie-Rocker, welches einmal mehr beweist: der klassische, rohe, lässige sowie ehrwürdige Old School Rock beziehungsweise Rock´N´Roll lebt in Teilen Gott sei Dank weiterhin. Unter Anderem auch in der Musik von "Smoking Martha".


Tracklist:


01. So Lonely
02. Say You´re Mine
03. To The Stars
04. Ebb Of The Tide
05. One Night
06. Baby Let Me Go
07. Follow
08. Find A Way
09. What´s Her Name
10. Stranger Things
11. All Lit Up (Bonus Demo Track)
12. Bad Choices (Bonus Demo Track)
13. Fake Promises (Bonus Demo Track)
14. Heavy Heart (Bonus Demo Track)
15. Sweet As Honey (Bonus Demo Track)



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