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SABER TIGER - Bystander Effect20.02.2018

SABER TIGER - Bystander Effect

SABER TIGER - Bystander Effect

verfasst von Sebastian

Mit Saber Tiger verschlägt es und musikalisch nach Japan. Und damit erwartet ja fast jeder erst mal etwas abgedrehtes, denn Dinge aus fern Ost sind ja doch gerne mal etwas speziell. Mit Saber Tiger und ihrem Baby Bystander Effect verhält es sich jedoch nicht noch. Hier geht es nicht in Richtung Babymetal sondern es wird dem schnöden Heavy Metal gehuldigt.

Bei einer Band die schon seit 1981 existiert und mittlerweile auf elf Alben zurückblickt kann es sich auch nicht um eine Modeerscheinung von etwas abgedrehtem handeln. Hier erwartet den Hörer 15 klassische Heavy Metal Tracks mit teils progressivem Einfluss. Erstmals erschienen ist das Album jedoch schon im Jahre 2015, somit erwartet uns hier ein Re-Release mit ein paar netten Modifikationen. Was dem japanischen Quintett definitiv in die Wiege gelegt wurde, ist der Wiedererkennungswert der einzelnen Songs.

Jedes Stück ist am Anfang durch Markante Riffs, Drumpassagen oder auch mal Pausen gespickt die man einfach wiedererkennt. Die Gesangspassagen sind ebenfalls keine Experimente aus Fernost sondern rauer jedoch melodischer cleaner Gesang. Was ich mir speziell bei einer asiatischen Band gewünscht hätte, wären zwei oder drei Tracks in Landessprache. Und das ist auch das einzige Manko an dem Album. Das Original aus 2015 beinhaltete genau dieses eben noch. Im 2018er Release wurde jedoch alles mit englischen Lyrics aufgenommen. Dafür gibt es jedoch auch mit dem Titel Ship Of Theseus komplett neue Noten die sich hier ausschließlich im instrumentalen Akustikbereich abspielen und ich währenddessen gerne mal an Blind Guardian denken musste. Bei den drei letzten Tracks Sin Eater, First Class Fool und What I Used To Be handelt es sich um Bonus Tracks bei denen es sich um Originalaufnahmen / Demos von früher handelt. Diese kleine Reise in die Vergangenheit trübt die Songs (wie man beim Vergleich mit den neuen Versionen) wirklich nicht. Früher gut und einfach Metal, versorgen einen die Versionen am Anfang des Albums einfach mit noch mehr Wumms.

Bei Sin Eater wäre ich auch gleich bei meinem Tipp für Leute die sich mal der Band widmen wollen. Es beinhaltet ab der Hälfte einfach das für mich schönste Solo der Platte und gibt insgesamt einen guten Überblick über die Facetten von Saber Tiger. Wer er dem Power Metal verfallen ist sollte sich jedoch What I Used To Be geben, jedenfalls gesanglich geht dieses Stück in die Richtung. Im Großen und Ganzen ist Bystander Effect eine ordentlich produrzierte Platte die man sich gut und gerne zulegen kann. Es gibt keine unvergesslichen Momente oder Ohrwürmer fürs Leben, aber es ist einfach ein tolle Heavy Metal Album der alten Schule!

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