Review

ROSS THE BOSS - By Blood Sworn12.05.2018

ROSS THE BOSS - By Blood Sworn

ROSS THE BOSS - By Blood Sworn

verfasst von Henry E.-S.

Ach ja. Ich freue mich gerade innerlich. Es sind die kleinen Momente im Leben. Wie dieser hier: Du kommst nach ein paar harten Arbeitstagen in deine Stammkneipe und freust dich, dass du gleich eine Review zum neuen Album ''By Blood Sworn'' von ROSS THE BOSS schreiben darfst. Und noch mehr darüber, dass du endlich mal deine eigene Manowar-Geschichte breit treten kannst. Und das dank ROSS THE BOSS, weil der Gitarrist Ross Friedman mal bei Manowar gespielt hat. Also hier für euch meine Manowar-Geschichte: Kennt ihr Manowar-Techno? Das ist Mannowar in doppelter Geschwindigkeit. Und das ist noch lustig-grenzdebiler als Manowar an sich schon. Und ich freue mich grade auf so vielen Wegen darüber, dass ROSS THE BOSS mal so überhaupt nicht wie Manowar klingen. Denn Manowar waren für mich immer schon eher das, was sie auch für alle anderen sind: Ein Witz. Was überhaupt kein Witz, sondern eine Statement für mehr Metal-Gitarristen mit Blues-Erfahrung ist, ist ROSS THE BOSS neue Scheibe.

Was wir hier haben ist stilistisch sehr stark vergleichbar mit den ersten Judas Priest Alben mit einem Akzent Anthrax. Wer nun schon eine wage Vorstellung hat, was da nun wohl auf ihn zu kommt: What you see is what you get. Old School as fuck ist diese Platte. Oder anders ausgedrückt: ROSS THE BOSS Sound ist die Seniorenplatte für diejenigen, denen Iron Maiden einfach zu lasch ist. Aber dennoch kein Dauerfeuer wie Pänzer. Was nicht heißt, dass hier keine schweren Geschütze aufgefahren werden. Denn das hier ist ein schweres Old-School-Geschütz und das heißt ein solches Riff-Geballer und Soli-Feuerwerk, dass es nur so eine helle Freude ist.

Ich hatte ja schon eben leicht angedeutet, dass Ross Friedman Erfahrungen im Blues gesammelt hat, nach seiner Zeit bei Manowar. Und das hört man sehr gut an den Songstrukturen heraus. Man geht automatisch mit den Songs mit, die da wie ein Biker in den 80ern johlend durch den Raum rollen. Das überspielt dann auch brillant die einige Male eingesetzte Akustik-Gitarre, die einfach nur unpassend ist. ''By Blood Sworn'' kommt außerdem mit einer Power-Balladen daher (Track 05 ''Faith of the Fallen''), die eine gewisse Schwäche offenbart. Der Sänger (nein, das ist nicht Ross) zählt zu den klassischen Heavy Metal-Sängern der aggressiveren Art. Das heißt, seine Lycris hören sich immer auf positive Weise an wie Rob Halford, die rotzig-hart aus der Kehle heraus gedrückt werden. Diese Ballade zeigt gut, in welchen Passagen der Sänger schwächelt. Und zwar genau in denen, wo es ruhiger zu geht und er gesangstechnisch in Richtung des Sängers von beispielsweise Gamma Ray geht. Da geht einfach viel zu viel Energie flöten, die ''By Blood Sworn'' eine hohe Wertung im Bereich des Classic-Heavy Metals gegeben hätte. Das ist Schade, weil es sonst ein gutes Album ist. Und wer den letzten Song der Platte, Track 10 ''Fistful of Hate", mit einer so schönen Kreator-Homage beginnen lässt, der kann einfach kein schlechter Mensch sein

Tracklist:

01. By blood sworn
02. Among the bones
03. This is vengeance
04. We are the night
05. Faith of the fallen
06. Devil's Day
07. Lilith
08. Play among the godz
09. Circle of damnation
10. Fistful of hate

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