Review

RISE TO FALL - Into Zero30.10.2018

RISE TO FALL - Into Zero

RISE TO FALL - Into Zero

verfasst von Henry E.-S.

Es gibt diese derart unspektakulären Tage, an denen einfach nichts passiert. an denen man sich gerne über Irgendetwas aufregen will. Also zumindest ich. Aber heute nicht.

Heute kann ich nur mich als Kritiker bei Rise to Fall beschweren: Ist ja schön, dass ihr aus Spanien kommt und ich da nicht so viele Bands, bzw. fast gar keine kenne und damit wieder einen Punkt auf der Landkarte mit einem lustigen Fähnchen abstecken kann. Aber ernsthaft, was soll das? Ich hab mich gefreut, hier ein Album zerpflücken zu können. Warum könnt Ihr keine verdammten Fehler machen? Oder vielleicht langweilig klingen? Nein ihr müsst unbedingt mit "Into Zero" ein sehr gutes Album abliefern. Ich will meckern! GNAF, da geht mein Feierabend dahin.

Rise to Fall spielen auf ihrer neuen Scheibe "Into Zero" Melodic Death Metal der neuen Schule, wie er klassischer nicht sein könnte. Wenn man einen Vergleich braucht: Sie hören sich in etwa an, wie neues In Flames (zu ihren guten Zeiten, bevor "The Sound of a Playground Fading" raus kam) mit extrem deutlichen Anleihen an die alten 3 Alben von Sonic Syndicate, bzw. allem von The Unguided. Dies geschieht auf einem hohen Produktions-Niveau, was aber kein Wunder ist, wenn die ganze Platte von Jacob Hansen gemixt und gemastert wurde.

Wer Volbeat soundtechnisch bearbeitet, wird wohl Ahnung von seinem Fach haben. Also wieder nichts für mich zu meckern. Was macht denn der Aufbau der Tracks? Das was er halt macht. Und ich freue mich, dass die Tracks wummern wie die Sau. Kein weinerliches lala, schön zu 70 Prozent Growling-Gesang und schön mitreißende Hooks. Da bin ich echt froh drum, denn mit dem Melodic Death wurde schon eine ganze Menge Schindluder getrieben (das nennt sich dann übrigens "Kommerziell"). Also wieder nichts zu meckern. Oder halt. Eines fällt dann doch auf. Wenn man genauer hinhört, wird einem bewusst, dass Rise to Fall das Rad nicht neu erfinden. Auch keine Speiche. Noch nicht mal einen kleinen Flicken auf dem Reifen. Sie nehmen das was sie kennen, das was sie mögen und fügen es auf sehr gute Weise wieder zusammen. Das gibt eine glatte 1 auf dem Zeugnis. Aber das macht Rise to Fall auch zu diesem Einser-Schüler, den alle anderen in der Schule immer gehasst haben. Nicht der Klugscheißer(denn so einer war ich immer), sondern die Lehrerliebling-Schülerin, die zwar heiß ist, alles erklären kann, aber einfach unglaublich nervig ist.

Auf diese Art "Perfekt" ist "Into Zero": Die Platte ist sehr sehr guter Melodic Death Metal, der eigentlich jeden abholt und quasi keine Fehler macht, aber auch einfach nichts Eigenes hat. Die Quintessenz ist die Konzentration auf das wesentliche Metal-Gewummer, was wir alle lieben - und das ist gut, es hebt die Band etwas ab. Aber das, was man auf einem handelsüblichen 50-Mann-Konzert einiger unbekannter lokaler Hobby-Bands findet, dass findet man hier einfach nicht. Ich kann euch nicht genau erklären, was ich damit meine, weil ihr alle genau nach fühlen könnt, was ich meine. Der Charakter fehlt einfach.

Das warum wir zum Bleistift Sonic Syndicate (also das alte, nicht das neue) lieben oder hassen, dass fehlt einfach. Ansonsten ist "Rise to Fall" eine klare Empfehlung. Wenn man berücksichtigt, dass dieses Album in der Oberliga spielt und ohne großen Charakter daher kommt. Und jetzt entschuldigt mich, ich hab Feierabend.


Tracklist:

01. The descendant
02. In the wrong hands
03. Acid drops
04. House of crosses
05. Virgin land
06. The empress
07. Temptation feeds on our weaknesses
08. Zero Hour
09. Effects of the terrestrial syndrome
10. Survivor
11. Game of appearances
12. White canvas

Alle CD Reviews

Treffer 1 bis 200 von 1277