Review

PROTECTOR - Cursed and Coronated12.02.2016

PROTECTOR - Cursed and Coronated

PROTECTOR - Cursed and Coronated

verfasst von Karla the Fox

Für Protector bin ich eindeutig zu jung, und zu wenig mit der Geschichte des Thrash vertraut. Die Band scheint nämlich zu ihrer Anfangszeit einiges an Erfolg in ganz Deutschland gehabt zu haben. Warum sind dann aber nun alle Namen bis auf Martin Missy eindeutig schwedisch? Ein klein wenig Nachlesen ergab: Die Band stammte ursprüglich aus Wolfsburg und tourte innerhalb des Landes mit einigen der ganz Großen. Leider kam es dazu, das Missy damals bei vielen Shows fehlte und somit ersetzt wurde. Nach einiger Zeit und auch ziemlich vielen Auswechslungen löste sich die Band auf. Missy zog nach Schweden. Dort wollte er die Musik aber nicht an den Nagel hängen und spielte mit einer neu zusammengesetzten Band, die er The Protectors nannte, Coversongs im geliebten Thrash-Stil. Irgendwann wurde aus diesem Projekt aber wieder eine vollwertige Band, die auch eigene Songs schrieb und mit Reanimated Humunculus ihr Comeback feierte. Die hat wieder den alten Stil des harten Thrash mit einer Note Death Metal. Ziemlich hartes Zeug also. So wirkt es auch. Mathias Johansson legt der Sache einen starken Bass zugrunde, die anderen fügen sich dazu und die Besonderheit ist Missys Stimme, die, so finster und angeraut sie auch ist, mit einer unschlagbaren Deutichkeit und mit Melodie singt. Ich mag ja auch diese warmen tiefen Bereiche, in denen bei diesen Songs die Gitarren spielen.

Cursed and Coronated bedeutet "Verflucht und Gekrönt", da lässt sich einiges von ableiten. Das "Intro" stimmt ein, ganz so wie es soll, "Xenophobia" grummelt über die Angst vor dem Unbekannten, "Selfdesdrugtion" wie der Name schon vermuten lässt über Drogenkonsum...ja, echte Metaller haben immer viel zu sagen und ein weites Spektrum in ihren Songs. Da kann es schon mal schmerzen wie in "Six Hours On The Cross", doch die Musik schmerzt gar nicht. Sie ist nicht super modern oder irgendwas, trotz des Neustarts, sondern mehr ein Zurückkehren zu den Anfängen der Band. Die Inhalte kann man im Zweifel für sich selbst auslegen und bääm, was Zeitloses hervorgebracht. Das schwedische Team schafft ein stimmiges Bild, in dem mir aber doch noch ein paar Farbtupfer fehlen würden. Die gibt's dann am Ende auf der Bonus-Edition mit drei exklusiven Live Aufnahmen. Da klingt dann sogar das Publikum, als hätte es seine Geräusche genau auf den Sound abgestimmt. Noch nie so lange auf ein paar Schlagzeugbeats gewartet wie beim Live-"Intro", das kommt schon geil.

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