Review

POWERWOLF - The Sacrament Of Sin11.07.2018

POWERWOLF - The Sacrament Of Sin

POWERWOLF - The Sacrament Of Sin

verfasst von Kalle

Lange musste man hungrig warten und jetzt ist es endlich soweit... neues Material von Powerwolf. Und schon die ersten Häppchen, welche als Videos veröffentlicht wurden, haben Lust auf mehr gemacht. Und genau jene zwei Songs sind Opener der Platte: "Fire & Forgive" & Demon´s Are A Girl´s Best Friend".

Schon hier merkt man, das Powerwolf mächtig Energie getankt haben und die Platte vom Start weg direkt mit soviel Druck in euer Gehörgang geht, das ihr einfach weggefegt werdet. Dagegen könnt ihr euch nicht einmal wehren. Thematisch bleibt man natürlich dem Motto Kirche usw. treu. Warum sollte man das gut bewehrte ändern? Es bleibt episch, mystisch und mit Attila´s phänomenaler Stimme. Er gibt der Band das ganz Besondere.

Und die Songs bieten wieder jede Menge Abwechslung. "Killers With The Cross" hat ein sehr melodiöses Gitarrensolo, das eher an Gitarrenvirtuosen erinnert, als an die schnellen Powerwolf. Nun... es passt aber sehr gut rein, denn danach folgt ein sehr ruhiger und aufbauender Part, der dann im sehr satten Refrain endet. "Incense And Iron" lässt euch dann ein wenig verschnaufen. Hier gibt es viel Ryhtmus und Falk darf sich an den Keyboards ordentlich austoben.

Noch sanfter geht es dann mit "Where The Wild Wolves Have Gone" weiter. Ein solch sanftmütigen Klang ist man von Powerwolf gar nicht gewohnt. Dennoch ist der Song sehr schön gemacht und hat mir Gänsehaut bereitet. Speziell das sehr gefühlvolle Gitarrensolo von Matthews und Charles lässt euch dahin schmelzen. Einer der für mich besten Songs von Powerwolf, wenn man im sanften Sektor bleibt. Aber glaubt nur nicht, das die Wölfe jetzt zahm werden. Da habt ihr euch getäuscht. Denn gleich danach folgt das "Stossgebet".

Nun wundert man sich... ist der Songname nur auf Deutsch oder auch der gesamte Text? Zu Beginn ist der Song auf Latein und im Refrain stoßen dann die deutschen Parts mit rein. Das haben sie ja schon einmal gemacht und es kam bei den Fans sehr gut an. Das wird hier sicher nicht anders sein. Doch kann man sich Powerwolf mal ein Album lang mit deutschen Texten vorstellen? Ich mir ehrlich gesagt ja, aber ich würde es nicht wollen, weil die deutsche Sprache nicht so zu hundert Prozent zum Sound von Powerwolf passt. Mal so zwischendurch kommt das gut, aber auf Dauer.. hmmm

Etwas kühler geht es dann mit "Nightside Of Siberia" zu. Hier haben es Powerwolf geschafft, den Klang der Kälte einzufangen, für die Sibierien ja bekannt ist. Der Song ist leicht russisch angehaucht, speziell was die Riffs und dann auch das Gitarrensolo angeht. Perfekte Umsetzung kann man hier nur sagen. Das ist man aber auch nicht anders gewöhnt von der wohl stärksten Metalband, die Deutschland aktuell zu bieten hat. Kaum eine Band ist momentan beliebter, wenn man in dem Genre bleibt. Fans aus ganzer Welt fiebern dem Album entgegen.

Sie werden sich dann auch über Songs wie "The Sacrament Of Sin" freuen. Eine sehr zügige Nummer, die für jeden Headbanger eine große Freude sein wird. Schnelle Passagen mischen sich mit ein paar kleineren Verschnaufpausen. Aufgenommen und produziert wurde das Album übrigens in Schweden, genau in den Fascination Street Studios in Örebro mit dem Produzenten Jens Bogren. Und der Mann hat mit Bands wie Amon Amarth und Arch Enemy zusammengearbeitet. Er war genau der Richtige, wenn es um den Bombast geht, den Powerwolf in ihrem Sound brauchen.

"Venom Of Venus" wird eine großartige Livenummer, das lässt der Beginn erahnen. Denn die Drums geben einen ordentlichen Takt vor und der bleibt über den Song erhalten. Hier darf fröhlich geklatscht werden. Und wer schon einmal ein Powerwolf Konzert erlebt hat, der weis ganz genau... das sind praktisch Stimmungsselbstläufer. Ich selbst hab schon so manch Show erlebt und bin immer wieder begeistert gewesen. Manch Show war so schweißtreibend und Luft raubend, da konnte man am Ende den Nebel in der Halle schneiden. Und wer nicht verschwitzt aus einem Konzert geht, war nicht dabei.

Luftigtarristen, Headbanger... Metalheads... ihr werdet an dem neuen Werk von Powerwolf große Freude haben. Sie bleiben sich ihrer Linie treu und liefern einsame Spitze ab. Die Perfektion, auch in den letzten Songs "Nighttime Rebel" und "Fist By Fist (Sacralize Or Strike)", ist enorm und die Produktion so klar. Man hat hier sehr gut drauf geachtet, nicht alles auf eine Klanglinie zu bringen. Ihr bekommt mächtig Druck geboten und nehmt doch die sanften Töne war. Wer das Album nicht mag... das nicht in seinem Regal stehen hat... darf sich gerne aus dem Genre verabschieden. Das hier schreit nach Pflichtkauf!!


Tracklist:

01. Fire & Forgive
02. Demons Are A Girl's Best Friend
03. Killers With The Cross    
04. Incense And Iron     
05. Where The Wild Wolves Have Gone
06. Stossgebet
07. Nightside Of Siberia
08. The Sacrament Of Sin
09. Venom Of Venus    
10. Nighttime Rebel
11. Fist By Fist (Sacralize Or Strike)

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