Review

POEM - Unique12.03.2018

POEM - Unique

POEM - Unique

von Matthias

Mit großer Freude entdeckte ich den Namen Poem in unserer Reviewliste. Der Grund dafür war, dass ich ihr letztes Album, Skein Syndrome, bereits bewerten durfte und mich direkt in ihre Musik verliebte. Wichtiger noch ist der Aspekt dass ich noch heute regelmäßig dieses Album höre. Die Athener Band schaffte es, trotz eher mittelmäßiger Produktionsqualität, einen starken Sound mit gewaltiger Stimme zu kreieren. Nun sind 2 Jahre ins Land gezogen und ein neues Album steht in den Startlöchern. Ob die Griechen mit Unique ein gleiches Erlebnis im Hörer erzeugen können, werde ich herausfinden.

Sieben Songs schicken die Griechen ins Rennen und starten in False Morality mit einem Riffgewitter, bevor mit dem Einsatz des Gesangs deutlich Tempo genommen wird. Das hält aber nicht lange an, denn schon Sekunden später wird uns ein eingängiger Refrain um die Ohren geschmettert. Schon der erste Song zeigt eigentlich alle Stärken von Poem perfekt auf. Man variiert mit verschiedenen Tempi, erzeugt von jetzt auf gleich einen unheimlichen Druck und schafft es instrumental, ein emotionales Grundgerüst aufzubauen. Der Gesang ist dann die Kirsche auf dem musikalischen Eis, denn Sänger Giorgos Prokopiou schafft es, wie kaum jemand seiner Zunft Gefühle durch seine Stimme zu transportieren. So auch im Folgetitel My Own Disorder, welcher eine deutliche Spur härter ist und sich in den Kopf prügelt. Das Hauptargument dafür ist der Flow des Songs, da er sich in die Gehörgänge schwingt und dort verweilt. Four Cornered God ist nun an der Reihe und wirkt deutlich schwerer, gar schwermütiger. Hier kommt der gefühlvolle Gesang zum Tragen und begleitet durch die erste Hälfte des Songs. Hiernach wird in einen sehr (absichtlich) sperrig wirkenden Teil eingeleitet, welcher aber auch zum Headbangen anregt.

Poem ist hier ein grandioses Werk gelungen. Sie meistern es, über das gesamte Album Spannung zu kreieren und diese auch zu halten. Dabei bestechen sie mit Facettenreichtum und einem unglaublich guten Gesang. Wer es schneller mag, wird das zum Beispiel mit dem Song Unique finden. Für die melancholische Ballade steht der Titeltrack Unique bereit. Das Beste daran ist wohl, dass alles aufeinander abgestimmt ist. Diese erwähnten Dinge machen es dann möglich, Unique auf einem durchgehend hohem Niveau zu halten. Mein Vergangenheits-Ich könnte jetzt behaupten: "Das war doch auch schon auf Skein Syndrome so!" Klar - so ist es auch, aber diese Platte ist auch richtig sauber produziert und damit ein klangtechnischer Genuss. Ich lege mich mal fest: Unique wird mindestens in meinen Top 5 Alben aus dem Jahr 2018 landen.

Tracklist:
01. False Morality
02. My Own Disorder
03. Four Cornered God
04. Discipline
05. Euthanasia
06. Unique
07. Brightness Of Loss

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