Review

PHANTASMA - The Deviant Hearts02.12.2015

PHANTASMA - The Deviant Hearts

PHANTASMA - The Deviant Hearts

verfasst von Kalle

Man kennt es ja, wenn Bücher zu Filmen gemacht werden, doch es ist was Anderes, wenn aus einer Idee ein Buch entsteht und daraus dann ein Musikalbum wird. So passiert bei Phantasma, ein musikalisches Projekt von Georg Neuhauser (Serenity), Oliver Philipps (Everon) und Charlotte Wessels (Delain). Georg hatte die Idee ein Konzeptalbum zu einer Story zu machen, fand mit Oliver einen begnadeten Instrumentalisten, Produzenten und Komponisten und in Charlotte Wessels eine fantastische Stimme. Letztere lieferte auch die Idee zu dem Album, denn sie schrieb das Buch und lies ihrer Kreativität freien Lauf.

Man hat das Buch in zwölf Songs versucht zu packen und ich vermute mal, es wären durchaus auch mehr geworden, doch man wollte nicht zu sehr in die Materie einsteigen. Ich habe persönlich das Buch noch nicht gelesen, denn ich bin keine so begnadete Leseratte. Ich schaue oder höre viel lieber. Und daher habe ich hier natürlich ganz besonders hingehört und festgestellt... es gefällt vom ersten hören. Das gesamte Album hat einen so tollen Hörfluss durch die verschiedenen Geschwindigkeiten in den Songs. Mal geht ein Song richtig flott daher, wie der Titeltrack "The Deviant Heart", manchmal sind sie etwas schwerfällig wirkend, wie "Miserable Me". Man hat eine tolle Abwechslung in die Melodien reingebracht und man schafft es als Hörer sich wie in einer Art Hörbuch zu fühlen. Es werden die Emotionen in den Stücken durch den tollen Gesang transportiert. Es ist kein Sprechgesang oder ähnliches, sondern schon viel melodischer. Tolle Arrangements, die sehr leidenschaftlich vorgetragen werden. Wäre es etwas pompöser, so hätte ich fast an das Trans-Siberian-Orchestra gedacht. Die Ähnlichkeit ist da.

Was ich schonmal zu einem Delain Album sagte und auch im Gespräch mit Charlotte selbst erwähnte, ist jetzt eingetreten. Es gibt tolle Duette mit kräftigen und männlichen Stimmen. Das lässt ihre fantastische Engelstimme gleich viel mehr Volumen geben und noch eindrucksvoller erleben. Die Musik kommt aber auf der Platte natürlich nicht zu kurz, nicht das ich hier nur über den Gesang schwärme. Mir gefallen diese gut durchdachten Gitarrensolos, die jedem Song, wo sie sehr präsent sind, noch einmal eine gewisse Extranote geben. Beispiel dafür ist u.a. "Crimson Course". Ich fand in der Beschreibung zur Platte den Bezug zu Meat Loaf und Queen ganz interessant, denn tatsächlich klingen manch Parts wie eine Komposition von Meat Loaf. Das mit Queen sticht vor allem im Gitarrenspiel durch, wobei hier ganz auffällig im Beginn von "Carry Me Home" zu vernehmen. Dieses Album besticht durch diese Vielseitigkeit und durch das Konzept. Es ist halt aus einem Buch entstanden und das spürt man. Lustig find ich den ersten Gedanken, den ich zu "The Sound Of Fear" hatte. Da habe ich mir irgendeinen neuen Disney Film vorgstellt, denn die Melodie könnte direkt in einen solchen Film der Zeichner passen. Hört einfach mal selbst rein und sagt mir, ihr habt nicht den gleichen Gedanken gehabt.

The Deviant Heart ist ein Album zum genießen. Hier muss man sich seine Zeit für nehmen und nicht einfach verschlingen. Ob man das Buch dazu lesen sollte? Kann ich nicht sagen, aber die Leseratten unter euch werden es sicherlich aufsuchen und verschlingen. Ich erfreue mich in erster Linie an dem glasklaren Sound und der Wucht hinter dem Album. Diese Zerbrechlichkeit die zu spüren ist und gleichzeitig diese Power. Eine tolle Umsetzung und absolut empfehlenswert für Genießer von tollen Stimmen und Melodien. Und wer die Gastmusiker heraus hört, die sich da verstecken, der kann sein Gehör als sehr gut abstempeln. Ich hab es erst nach dem vierten Mal so ganz mitbekommen, wer dahinter steckt. Aber eine Band steckt schon hier im Review :D Holt euch die Platte und lauscht selbst.

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