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PALE HORSEMAN - The Fourth Sale02.01.2018

PALE HORSEMAN - The Fourth Sale

PALE HORSEMAN - The Fourth Sale

verfasst von Henry E.-S.


Ich. Liebe. Feta-Schafskäse. Ich sterbe für das Zeug. Selbst beschissener Feta-Käse ist immer noch gut. Und dazu bekenne ich mich: Ich liebe einfach Feta-Käse - und bin Lactose-Intollerant. Was mich nicht aufhält ihn weiter zu lieben! Scheiß auf meine Intoleranz! Also wirklich scheiß drauf. Ihr wisst schon. Aber irgendwann wird man einfach älter und lernt mit seiner Intoleranz zu leben (Witz beabsichtigt). Man lernt Feta-Käse in kleinen Mengen zu genießen. Es ist wie mit allem: Alles verliert in größeren Mengen irgendwie an Reiz und Geschmack.

Und Parade-Beispiele hierfür sind Craftbeer, Oreo-Kekse und The Fourth Seal von Pale Horseman. Und das nicht nur, weil "Pale" und "Horse" irgendwie die Tendenz haben, in den Namen von Bands dieses Genres aufzutauchen. Pale Horseman machen Sludge. Sludge in der Tradition von Crowbar, Hatebreed und Kingdom of Sorrow. Halt, halt, halt. Merkt ihr was? Ja, ich habe hier ganz bewusst den Namen der Supergroup gewählt, die aus Mitgliedern der zuerst genannten Bands besteht. Und ja, dass ist eine Anspielung auf Doppelung. Gut, jede dieser oben genannten Bands, bzw. Musik-Projekte, kann für sich allein stehen. Bis auf Pale Horseman. Die können in etwa so gut für sich allein stehen, wie ein Teddy-Bär in einem Tsunami. Und das nicht, weil die Musiker Ihre Instrumente nicht beherrschen würden. Ganz und gar nicht. Aber: Stellt euch mal vor, ihr sitzt in einem Restaurant. Und es gibt Gratis-Hamburger. Und jedes mal bringt euch der Kellner einen neuen, wenn Ihr den Hamburger aufgegessen habt. Egal wie gut die Hamburger auch sind: Ihr werdet auf Garantie irgendwann kotzen.

Diese Wiederholung bringt einen irgendwann zum kotzen. Und dass das Cover aussieht, als hätte Pale Horseman den Cover-Designer der ersten Grave Digger-Alben entführt, ohne zu wissen, dass ihm langsam die Ideen ausgehen, ist da nur die mitleidige Spitze des Eisberges des latenten Rumgenerves. Oder vielleicht ist Pale Horseman nur das Nach-Feierabend-Projekt der Hobby-Musiker. Oder ich bin einfach tierisch zynisch über die Jahres des Musikkonsum geworden. Oder ich habe grade mal wieder gemerkt, dass ich nie wieder ein Eis essen kann, ohne Lactose-Tabletten schmeißen zu müssen. Ich weiß es nicht.

Was ich aber weiß, ist das The Fourth Seal einfach nur eine der repetitivsten Platten des Jahrhunderts ist. Und das sage ich als Jemand, der auch mal dann und wann ne Technoplatte anwirft.

Jeder dieser Musiker, dass wiederhole ich hier nochmal, beherrscht sein Instrument. Und was die daraus machen, ist das Kunststück, dass bis auf ein Müü an Mini-Lichtblicken (wie der Anfang von Track 5 Gnashing of Teeth), sich jeder verdammte Song gleich anhört! Zwar auf handwerklich gutem Niveau, aber immer noch gleich! Aber das kann man auch von der 26ten Batman-Neuverfilmung sagen. Also wenn ich beim Hören von The Fourth Seal in der Straßenbahn einschlafen soll: Super! Mission erfüllt.

Und wisst ihr was das Einzige ist, was mich wach gehalten hat? Der Schlagzeuger. Dieser gute Mann (und damit will ich jetzt echt keinem auf die Füße treten, der wirklich diese Krankheit hat) hat bestimmt ADHS im übertriebener Form. Oder anders ausgedrückt: Lieber Schlagzeuger von Pale Horsemann: Ruhig Blut mein Junge! Oder du setzt die Medikamente ab, fängst an dich mit Energiedrinks zuzulöten und bewirbst dich bei Dragonforce. Nun möchte ich aber auch einen kleinen Hinweis an der Rest der Band geben, welchen ich auf Seite 42 des in Übersee nicht sehr bekannten Standardwerks "Wie erziehe ich meinen Schlagzeuger?" gefunden habe.

Ich kürze den Originalwortlaut mal ab und fasse das Ganze mal zusammen: Nehmt eurem Schlagzeuger die verdammte Hi-Hat und das Becken weg! Diese EWIGE GEKLINGEL geht einem so dermaßen auf den Sack! Ich hab schon fast Tinnitus! Und bevor hier einer behauptet, ich würde übertreiben: Ich arbeite in der Dekorationsbranche. Weihnachten ist bei uns Stoßzeit. Das heißt, dass ich jeden Tag ab der Woche vor dem ersten Advent in Dauerschleife Weihnachtslieder mit diesen affigen Glöckchen drin höre. Und Last Christmas läuft da alle 10 Minuten. Ich weiß also ganz genau, wann ich übertreibe und wann nicht. Und bei Pale Horsemans Drummer übertreibe ich nicht.

Diese konsequente Dauerschleife kann man mit Fug und Recht zum nervigen Dauerloop der Sludge-Musik des 21. Jahrhunderts ernennen. Tut mir Leid, aber das gibt nur 4 von 10 unpassend in Doom-Bands platzierte Speed-Junkie-Drummer. Und jetzt entschuldigt mich, ich hab Feierabend. Und muss den ganzen Feta-Käse wieder von mir geben.

Tracklist:

1.Final War
2.Witches will gather
3.Aokigahara
4.Bereavement
5.Gnashing of Teeth
6.Forlorn Extinction
7.Pale Rider
8.Tyrant
9.Phantasmal Voice

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