Review

Oceans - Far From Composure20.03.2018

Oceans - Far From Composure

Oceans - Far From Composure

verfasst von Henry E.-S.

"Und damit welcome zum freshen Start am Morning auf 1.83,456 Hitradio TRDL! Wir machen auch gleich weiter mit 1Nicer sweet Music von Oceans von ihrem neuen Album Far from Composure!" ...ich hasse mich gerade für diesen Anfang. Aber die Musik, die Oceans hier auf ihrer neuen EP abliefert (und irgendwie ist die echt zu kurz um eine ganze LP zu sein, aber geschenkt), würde einfach in das Mainstream-Radio passen. Wenn, ja wenn sie nicht so viele interessante Progressive Metal Elemente mit Post-Hardcore-Spritzer drinne hätten. Die überwinden nämlich von ihrer Anzahl her den Punkt, an dem es wirklich im Mainstream laufen würde. Handelsübliche Radio-Hörer kommen mit anspruchsvoller und guter Musik halt nicht klar. Und Oceans macht sehr gute Musik, auch wenn man am Anfang am liebsten direkt gleich wieder wegschalten würde. Macht das bitte nicht!

Far from Composure ist ein sehr gutes, eingängiges Album. Aber ich kann euch hier viel erzählen, ihr wisst ja immer noch nicht, was ich nun meine. Na dann Butter in die Fische: Was für ne Art Musik machen die Jungs von Oceans nun eigentlich? Schauen wir uns dafür mal als kleines Beispiel Track 2 "Skin" an: Oceans Musik baut auf den Song-Strukturen von handelsüblichen Alternative-Rock-Bands auf, die man auf Festivals wie Rock am Ring hinterher geschmissen bekommt, bis man Stop sagt. So althergebracht, so unspannend. Und ja, ich seh da schon die ersten gelangweilten Gesichter. Erstmal zur Ehrenrettung: Diese Song-Grundstrukturen sind sehr gut geschrieben und bilden das reine Fundament. Sie wirken nicht abgehackt, fließen wie Wellen am Strand ruhig dahin und drängen sich nicht in den Vordergrund. Ein gutes Fundament eben. Und auf dieses bauen Oceans Song für Song ihr Häuschen auf. Ich bin ehrlich mit euch: Würde dieses Haus nur aus diesem Alternativ-Rock-Zeug bestehen, wäre ich einfach weiter gegangen. Mir geht gut 90% der Band dieser Musik-Spielart auf die Nerven. Aber Oceans gehören ab sofort in die restlichen geilen 10% rein.

Oceans Häuschen ist eine kleine aber feine Wundertüte von Prog-Elementen und Post-Hardcore-Einsprengseln - die alle super zusammenpassen! Der Mörtel aber, der diese Bausteine zusammen hält, heißt Spielfreude. Spielfreude, Spielfreude, Fischstäbchen, Spielfreude! Ich glaub selbst Necrobutcher von Mayhem würde mir bei folgendem Beispiel zustimmen: Es gibt Bands wie zum Bleistift Vengaboys, die dem handelsüblichen Metal-Fan eigentlich Dünnpfiff verpassen sollten, allerdings eine solche Spielfreude drinne haben, dass selbst der letzte Immortal-Jünger mit Corpse-Paint im Gesicht grenzdebil grinst und das Tanzbein schwingt. Und so ist Far from Composure: Einfach ein großer Spaß! Vor allem für den Sommer. Ich werd mir die Platte im Sommer wieder raus nehmen und mich mit nem Bierchen an den nächsten See packen. Und jetzt entschuldigt mich, ich hab Feierabend.

Tracklist:

01. Crtl
02. Skin
03. Surrender
04. Running Away
05. Adapt
06. Dopamine
07. Out of this World

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