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OBSCURE SPHINX - Epitaphs13.11.2016

OBSCURE SPHINX - Epitaphs

OBSCURE SPHINX - Epitaphs

verfasst von Robert K.

Viele Bands kamen und gingen durch meine Gehörgange - wenige blieben. Seit dem Summer Breeze 2012 gehören auch Obscure Sphinx dazu. Anno dazumal gewannen die polnische Gruppe den New Blood Award und hatte die Ehre, das Festival auf der Hauptbühne zu eröffnen. Obscure Sphinx spielen eine Mischung aus Sludge und Post Rock, wobei ihre beiden Alben "Anaesthetic Inhalation Ritual" (2011) und "Void Mother" (2013) zur absoluten Genre-Referenz gehören. Nun melden sie sich mit "Epitaphs" zurück. Los geht's.

Ohne übertreiben zu wollen: Eine der größten Stärken der Band war es seit jeher, eine dichte Klanghandlung innerhalb der Lieder aufzubauen - ein kompletter Spannungsbogen. Dieses Muster hat man auch hier beibehalten und sich zurück besinnt. Man merkt, dass jeder Teil in den nächsten über geht und wenn man ein anderes Album der Band zufällig in der Playlist hat, bemerkt man kaum, dass der Titel zu einer anderen Platte gehört. Das soll nicht heißen, dass die Musik monoton wäre - Nein. Es bekräftigt das dichte Atmosphärennetz, welches seit vielen Jahren gewoben wird.

Indem man die vielfältige weibliche Stimme, welche harsche und klangvolle Facetten beherrscht, clever einsetzt, das dann mit fortschrittlicher Doom-Melodik - schwer und mitreißend, wie sie ist - mischt und ein geschickt platziertes Sample-Modul zum Einsatz kommen lässt - ja, auch live - kann man sich ungefähr vorstellen, wie das Ergebnis dann klingt - unfassbar. Produziert wurde das Album dazu noch glasklar und kein Detail kommt zu kurz. Im Hintergrund hört man einige Effekte, die einen feinen Teppich auslegen, der wie gemacht für die tiefen Riffs ist. Man schreckt auch nicht vor schnelleren Einsätzen zurück, dennoch bleiben diese erstaunlich bodenständig - die Stimmung ändert sich kaum.

Das dritte Album beweist erneut, wie man auf einem Fundament aufbaut und ich bin überrascht, wie man selbst an Void Mother heranreichen konnte. Epitaphs ist der Inbegriff eines modernen Metal-Albums - es schreckt nicht vor den Veränderungen zurück, die in der Neuzeit auf traditionelle Genres warten. Von der ersten bis zur letzten Sekunde ist man gebannt von der Kraft, die davon ausgeht. Ein absolutes Meisterwerk, welches hier von Obscure Sphinx erschaffen wurde.

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