Review

NIGHT GAUNT - The Room23.10.2018

NIGHT GAUNT - The Room

NIGHT GAUNT - The Room

verfasst von Henry E.-S.


Es gibt Dinge, die bleiben bei einem sofort haften. Es gibt Musik, die pfeift man den ganzen Tag hindurch. Es gibt Melodien, an die man sich zu erinnern versucht und wenn man sie wieder im Kopf hat, gehen sie so schnell nicht wieder raus. Und es gibt Musik, die ganz nett ist, aber einem ums verrecken nicht im Kopf bleiben will. Was doppelt doof ist, wenn du der Trottel bist, der die Review zu genau dem Zeug schreiben darf, welches ihm konsequent nicht im Kopf bleibt.

Wovon hier die Rede ist: Night Gaunt´s drittes Studioalbum "The Room". Und der Trottel dem das Ding einfach nicht im Kopf bleibt: Ich. Und dabei fresse ich eigentlich alles, auf dem Doom Metal steht. Aber bei Night Gaunt ist es irgendwie was etwas anderes. Acht mal hab ich die Platte rotieren lassen und was ist hängen geblieben? Nur zwei Dinge, wobei mich das Erste eher verunsichert: Bei der Google-Suche nach der Band, stieß ich zuerst auf Irgendwas mit Lovecraft und danach auf eine Geschichte gleichen Namens, welche laut Kurzbeschreibung von einer Frau handelt, die von einem Gargolye entführt wird, welcher ... horizontale Dinge mit ihr macht ... ich muss hier nicht weiter reden, ihr könnt euch das denken.

Und ja, das hat mich extrem verunsichert. Deswegen ganz schnell zu der zweiten Sache, die mir noch im Gedächtnis geblieben ist und diesmal wirklich was mit dem Album zu tun hat: Die Stimme des Sängers erinnert mich irgendwie an die vom Nevermore-Sänger. Aber ganz ehrlich, das habe ich mir als eines der wenigen Dinge nur deshalb gemerkt, weil es irgendwie auffällt. Nicht weil der Gesang hervorragend wäre ? er ist ganz gut, nichts Aufregendes, fällt aber halt auf, weil man ihn auf dieser Scheibe nicht erwartet. Wir haben hier eine Doom-Scheibe vor uns. Irgendwie muss ich ja anfangen, vielleicht fällt mir ja doch noch was ein. Es ist also eine Doom-Scheibe, die von der Produktion her nichts falsch macht. Der Sound ist satt, die Gitarren übersteuern bei 50 Prozent wie das Mainstream-Doom nun mal tut um alle abzuholen. In klassischer Metal-Tradition wird den Gitarren der RAUM (höhö) für Soli eingeräumt, sowie dem Bass zu gestanden, hörbar PLING-PLING zu machen.

Die Tracks an und für sich sind solide und wechseln auch mal Tempo und Grundbeat. Sie gehen gut weg und wirken wie gute Beispieltracks für das Genre des Doom-Metals, so man es denn Jemandem schematisch erklären möchte. Dies ist auch eine zweischneidige Aussage. Wenn man Bock auf reinen Doom hat, ist das gut, jedoch kann "The Room" auf der anderen Seite genau dieses Schema F zum Vorwurf gemacht werden. Ach du Scheiße, jetzt weiß ich, was ich zu dieser Platte sagen kann. Ich dachte, sowas gibt´s nur im Death Metal, aber gut: "The Room" ist eine Platte der Marke "Auf Nummer sicher". Solide, Gut, aber wenig bis gar nicht überraschend.

Das sind zwar Musiker am Werke, die ihr Handwerk beherrschen, aber mehr auch nicht. Sollten vielleicht mal mit Gras oder so anfangen, vielleicht trauen sie sich dann, mal was aus zu probieren. Damit weiß ich auch wieder, warum die Platte immer wieder aus meinem Kopf verschwindet. "The Room" ist einfach so Un-Weltbewegend, dass mein altes Musik-Herz einfach kaum eine Notiz von dem Ding nimmt. Wer noch kaum Doom gehört hat kann man rein hören. Oder wenn man Hintergrundmusik braucht, die kaum auffällt. Ansonsten ist das Ganze echt etwas wie Weißes Rauschen. Man hört und ... wie hieß die Platte nochmal? Ich habs schon wieder vergessen! Scheiß drauf, ich hab Feierabend.


Tracklist:

01. The Room
02. Penance
03. Oval Portrait
04. Veil
05. Labyrinth
06. The owl

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