Review

MYSTIC PROPHECY - Uncovered17.12.2017

MYSTIC PROPHECY - Uncovered

MYSTIC PROPHECY - Uncovered

verfasst von Kalle

Manchmal stellt man sich wirklich vor, wie könnte der und der Song vielleicht in einer Metalversion klingen. Die Jungs von Mystic Prophecy haben sich vermeintlich die gleiche Frage gestellt und dann wahrscheinlich einfach mal ans Werk gemacht. Heraus kommt jetzt das erste Coveralbum der Bandgeschichte. Und dabei nehmen sie so manch zeitilche Epoche mit. Egal ob 70er, 80er oder Hits aus den 90er - hier bekommt jeder Song ein härtes Gewand.

Allerdings überzeugen mich von den insgesamt elf Songs nur wenige Tracks so richtig. "Hot Stuff" von Donna Summer hat ein gewisses Etwas und auch "Shadow On The Wall" von Mike Oldfield ist nicht Ohne. Allerdings ist Letzter ein absoluter NO-TOUCH-SONG. Der ist Original so geil, das man ihn niemals hätte anrühren dürfen. Die Version von Mystic Prophecy überzeugt mich nur hier und da in der Art und Weise des Gesangs in der Strophe. Der Refrain und diese härter klingenden Riffs wollen mein Gehörgang nicht erfreuen. Mir fehlt bei manch Track auch etwas die Flexibilität in der Stimme. "Are You Gonna Go My Way" von Lenny Kravitz ist ein Klassiker und jeder hat schon beim aufsagen des Namens diese markante Lenny Kravitz Stimme im Ohr. Das muss man beim Hören dieser Platte sofort abschalten und sich auf den Sound der Band einlassen.

Zugegeben... das fällt extrem schwer, weil diese Vergleiche natürlich aufkommen. Ich hätte mir z.B. niemals vorstellen können, wie Elton John mit "I´m Still Standing" klingen könnte, wenn der Song mit Gitarren unterlegt wird und das Klavir komplett weg ist. Das hat was von amerikanischem Garagenpunk, wie ihn Blink 182 oder Green Day performen. An "Because The Night" von Patti Smith haben sich ja schon verschiedene Genre probiert. Ich kenne den Song z.B. noch aus meiner Trance Zeit und weis, wie geil er da geklungen hat. Allerdings ist auch hier das Original einfach mal unantastbar. Wobei diese Version, speziell durch das geile Gitarrensolo, seinen gewissen Reiz hat. Creedence Clearwater Revival´s klassischer Track "Proud Mary" mit dem markantem Rollin im Song... hätte ich mir in einer düsteren Version mal gewünscht... die Version von Mystic Prophecy ist mir zu brav.

Was mich besonders an der Platte leider stört ist der Gitarrensound, wenn es um normale Riffs geht. Die Tonart ist mir zu einseitig. Es fehlt mir ein wenig an der Melodie und Abwechslung. Gilt hier in dem Fall auch für die Stimme. Der Sound ansich ist super... man hört die Drums satt, es ist gewisser Druck da... aber es wirkt mit zunehmender Spieldauer einfach eintönig. Da können die Originalsongs nix für. Es ist halt gewagt, eine ganze Platte mit Covern zu machen und denen noch seine eigene Note zu verpassen und dann noch die Mission zu haben, die Tracks würdig rüber zu bringen und dennoch sich evtl. etwas abzuheben. Das ist hier leider nicht komplett gelungen. Es ist cool, die Songs in diesen Varianten mal zu hören, aber mehr als zum mal reinhören und es ein zwei Mal interessant zu finden, reicht mir diese Platte leider nicht. Ich freu mich lieber auf eine Platte mit eigenen Songs der Band, denn da stimmt die musikalische Vielfalt und da hab ich mehr Bock drauf.



1. You Keep Me Hangin´ On (Kim Wilde/The Supremes Cover)
2. Hot Stuff (Donna Summer Cover)
3. Shadow On The Wall (Mike Oldfield Cover)
4. Are You Gonna Go My Way (Lenny Kravitz Cover)
5. I´m Still Standing (Elton John Cover)
6. Because The Night (Patti Smith Cover)
7. Space Lord (Monster Magnet Cover)
8. Get It On (T.Rex Cover)
9. Tokyo (Tokyo Cover)
10. Proud Mary (Creedence Clearwater Revival Cover)
11. The Stroke (Billy Squier Cover) [Digipak Bonustrack]


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