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MR. IRISH BASTARD - The Desire For Revenge20.02.2018

MR. IRISH BASTARD - The Desire For Revenge

MR. IRISH BASTARD - The Desire For Revenge

verfasst von Kalle

Wenn man schlechte Laune hat, einfach keinen guten Tag hatte oder einfach Musik zum abschalten benötigt, dann legt man welche Klänge auf? Die einen sagen vielleicht Vogelgezwitscher, die anderne mögen Walgesänge... ich kann da ganz andere Töne empfehlen. Die beste Therapie ist aus meiner Sicht Irish Folk Punk! Wie passend... denn ich hatte jetzt vor kurzem solch eine scheiß Woche hinter mir und da kommt mir das neue Album von Mr. Irish Bastard genau richtig. Die Herren aus Münster haben sich dem Irish Folk Punk verschrieben und sind seit ihrer Gründung 2006 immer bekannter und erfolgreicher unterwegs. Kein Wunder... die Musik lässt niemanden kalt.

Kennt man Irish Folk Punk doch eigentlich als Musik für Partys und weniger tiefgründige Texte, beweisen die Jungs genau das Gegenteil. Hier geht es nicht nur um das grundlose trinken und feiern. Ja gut... hier und da schon, aber es ist nicht Hauptbestandteil. Die sehr typischen Melodien und Gesangslinien, die man aus dem Irish Folk kennt, gehören klar zum Bestandteil der Platte, doch hier wird weniger gegröhlt. Man setzt wirklich auf Texte. Ich hatte, um nur ein Beispiel zu nennen, mich nie vorher mit dem Phänomen "Black Eye Friday" beschäftigt. Kaum hörte ich das Lied, musste ich nachschauen, was genau das eigentlich für ein Tag ist. Und was ich da so fand... naja... typisch die Briten :D Mehr möcht ich da jetzt nicht zu sagen.

Ich erfreue mich vielmehr der Verschmelzung von Irish mit Russian Folk... das bekommt ihr hier nämlich im Track: Darlinka (Darling karlinka). Erinnert mich ein klein wenig an die Österreicher Russkaja. Geschunkelt wird in Irland und wohl auch in Münster viel. Daher dürfen solche Melodien natürlich nicht fehlen. Einhaken und genießen bei "Poor Irish Billy". Hier überrascht mich dann aber der Einsatz der E-Gitarre ein wenig, natürlich positiv. Das Gitarrensolo fetzt, in dem doch sehr gemütlichem Track. Und dann darf zum Tanze gebeten werden. Piraten sind jetzt nicht unbedingt eine Sache, die man mit Irland in Verbindung bringen würde... aber Mr. Irish Bastard singen über die "Pirates Of The Irish Sea". Für mich einer der Favouriten auf dem Album.

"Phoenix" ist mir dann perönlich doch etwas zu poppig klingend. Mein erster Gedanke hier war... hatten U2 ihre Hände in dem Song mit im Spiel? Man kann sich ganz stark Bono seine Stimme drin vorstellen und könnte es als große Popnummer verkaufen. Dann gibt es sie doch... die Hymne auf das Trinken: "We Are The Drunks". Aber... genau da scheint die Falle zu liegen. Wer nämlich auf den Text hört, der wird hier nicht viel über das Trinken hören. Es ist mehr ein Song über Freundschaft. Das ist in jedem Fall mein persönlicher Eindruck. Mit "Mike Malloy" wird es dann historisch auf dem Album. Der irische Wanderarbeiter kam in den 1920er / 1930er nach New York und arbeitete fleißig und wurde seine Obdachlosigkeit los. Seine Verwandschaft versuchte wegen Versicherungsbetrug ihn mehrfach umzubringen. Doch er überlebte jeden davon. 1933 war dann doch leider einer davon erfolgreich und er starb.

Und dann kommt ein Song auf dem Album, wo ich schon schmunzeln musste, als ich den Titel nur gelesen habe "I Only Like You When I´m Drunk". Verdammt... so etwas hatte ich auch einmal erlebt... irgendwie witzig. Der Song baut sich Stück für Stück auf, bleibt aber im sanften Bereich... könnte glatt als Ballade durchgehen. Und dann hatte ich beim lesen des kommenden Liedes überlegt, meinen sie das jetzt wirklich... oder kommt da was ganz Anderes. "Time After Time" ist aber genau das, was man so kennt. Cyndie Lauper hat das Original 1983 veröffentlicht... es wurde schon unzählige Mal gecovert... aber in dieser Irish Folk Punk Version kannte ich es auch noch nicht. Witzig gemacht.. ein kleiner Bonus auf der Platte. "... Before The Devil Knows You´re Dead" ist dann der vorletzte Track, bevor es mit "The Soundtrack Of My Life" zum Finale geht. Und der letzte Song packt noch einmal richtig einen aus. Das hat Tempo... Gitarre... und einfach nur gute Laune.

Ja... diese Platte macht Spaß zu hören... sie hat viele Highlights, ein paar kleine und kaum wahrzunehmende Schwachstellen... einfach ein schönes Gesamtwerk, das man ohne Probleme aufdrehen kann. Ein bisschen mehr Punk dürfte es noch sein... aber bloß nicht die Gesamtproduktion ändern, denn die ist sehr gelungen. Guter Klang... tolle Mischung... sehr abwechslungsreich... ochjoa... ich hör noch ne Runde.


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