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MIST - Free Me Of The Sun18.05.2018

MIST - Free Me Of The Sun

MIST - Free Me Of The Sun

verfasst von Henry E.-S.

Slowenien. Knapp über 2 Millionen Einwohner. Ehemaliger Teilrepublik Jugoslawiens. Unabhängig seit dem 23. Dezember 1991 unabhängig. Bei Slowenien fallen mir exakt zwei Bands ein: Laibach und seit Neustem Mist.

Und nicht nur deswegen habe ich direkt aufgehorcht, als ich das Werbematerial überflogen habe: Diese Slowenische Band ist matriarchalisch aufgebaut, dass heißt 4 Frauen und ein Mann. Ich finde sowas immer toll. Mist existieren schon seit 2013 und lassen in Ihrer Musik diese Erfahrung sehr stark erkennen. ''Free me of the sun'' ist nun ihr neustes Werk. Aber was spielen Mist nun eigentlich?

Mist spielen eines dieser Bretter, die ich absolut liebe: Klassischen Doom Metal mit einer deutlichen Psychedelic-Note. Und ''Free me of the sun'' ist schon ein ziemlich starkes Stück, was eigentlich fast uneingeschränkt zu empfehlen wäre, wenn es da nicht doch einige Geburtsfehler hätte. Zuerst muss gesagt werden, dass Mist als Band mit Ihrer Musik gut zusammen passen und funktionieren. Die gesamt Doom-Musik passt zusammen und die Atmosphäre stimmt. Aber diese hätte einfach dicker sein können. Für guten Doom der alten Schule werden die Verstärker bis Anschlag aufgedreht. Die Scheiße muss übersteuern. Nun, auf ''Free me of the sun'' tut sie das nicht. Mist haben da versucht mit Hilfe des Bass gegen zu steuern, aber was nicht scheppert, scheppert halt nicht. Und das geht auf  Kosten der Gesamtatmosphäre. Substanz geht ungenutzt flöten.

Vielleicht lassen sich Mist nicht genug Zeit? Was ich damit meine ist: Eine Doom Metal-Scheibe. Und von den 10 Songs durchbricht keiner die 6 Minuten-Marke. Das ist einfach zu kurz. Doom braucht einfach eine gewisse Länge. Kommen wir zum Gesang. Die Sängerin bemüht sich redlich und kann auch Singen. Aber irgendwie fehlt da einfach die Energie hinter. Dieses Gewisse Etwas, eine gewisse Ekstase in der Stimme ist einfach nicht zu spüren.

Im Gesamtpaket bleibt von ''Free me of the sun'' zurück, dass es prinzipiell eigentlich ein gautes Album ist, aber ein paar Baustellen es schaffen, einen faden Beigeschmack beizumischen. Bitte beim nächsten Mal die oben angesprochenen Punkte beachten, damit die Atmosphäre nicht wieder hinten runter fällt. Und jetzt entschuldigt mich, ich hab Feierabend.

Tracklist:

01. The ghoul
02. Ora pro nobis
03. White torch
04. December
05. Altar of you
06. Disembody me
07. The offering
08. Demonized
09. Delirium
10. Free me of the sun

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