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MICHAEL SCHENKER FEST - Resurrection05.03.2018

MICHAEL SCHENKER FEST - Resurrection

MICHAEL SCHENKER FEST - Resurrection

verfasst von Tim

Ein Jahr älter geworden und immer noch schamlos wild. Michi Schenker denkt nicht an die Rente, sondern dreht erst jetzt richtig auf und schart ein ganzes Team an Musikern um sich, um die Rockergemeinde mit einem neuen Werk zu beglücken. Sogar Kirk Hammet hält Einzug auf der neuen Scheibe und malträtiert mittels seiner Axt die Hörerschaft direkt im Opener "Heart And Soul". Man merkt: hier meint es der Herr Schenker wohl ernst. Sein Ziel, eine mit unterschiedlichen Stilen und unterschiedlichen Vocals gespickte Rock-Scheibe par excellence abzuliefern, wird deutlich - auch während des Durchhörens der Scheibe.

Wie geil ist das denn? Das erste Stück "Heart And Soul" ist eingängig, einfach, aber vom instrumentalen Spiel her ein Earcatcher. Der Chorus an sich ist einfach gehalten. Aber: dieser geht dank der unterschiedlichen Klangfarben des markant-singenden Vokalisten direkt ins Ohr und nagt sich dort erstmal gnadenlos fest. Ein Sahnehäubchen markiert das superbe E-Gitarrenspiel von Herrn Hammet und Herrn Schenker himself.

Der Weg der Geilheit setzt sich mit "Warrior" und "Take Me To The Church" fort. In Queen-artigem Stil wird uns im zweiten Track eine Hymne mit markantem E-Gitarrenspiel ins Ohr gepustet. "Take Me To The Chruch" weist sogar in typisch amerikanischer Manier ein Rock-Stück auf, dass im Chorus radiotaugliches Chartpotential vorzuweisen hat und dem Hörer einfach ein geiles Feeling beschert - vor allem, wenn im Chorus nach dem gesungenen "Take Me To The Church" ein spontanes, lässiges, leises "Allright" eingestreut wird. Geil!

Die Ernüchterung folgt nach dem starken Beginn. Track 4, nämlich "Night Mood", weist vor allem in den Versen lässig-amerikanischen, leicht hingerotzten, gut klingenden Rock auf. Der einschläfernde, nicht dynamische Chorus enttäuscht hingegen. "The Girl With The Stars In Her Eyes" sowie "Everest" weisen einfache, ins Ohr bohrende, schöne Refrains auf. Aber das Musikalische um den Chorus drumherum ist zu einfallslos, dahinplätschernd und geht daher mal eben ins Ohr rein und wieder raus. Überhaupt setzen alle nachfolgenden Stücke ab Track 7 (dieser weist einen 50er-Jahre-Rock N´Roll-Stil auf) vor allem auf einen einfachen, aber ohrwurmartigen Chorus. Die Verse hingegen zünden nicht, da sie zu einfach und zu austauschbar klingen. Einen "Aha-Moment" oder ein Moment des Aufhorchens in den Versen gibt es nicht. Erwähnenswert ist im Übrigen auch das Stück "Time Knows When It´s Time", da hier ein Chorus vor den Latz geknallt wird, der mal eben prima in eine Stadion-Atmosphäre passt.

Zusammenfassend kommen Rock- und Hardrock-Fans, die auch offen für unterschiedliche Stile sind, auf ihre Kosten. Eine Klassiker-Scheibe oder gar eine musikalische Auferstehung ist es nicht, aber eine Scheibe, die vor allem Rock- und Hardrock-Fans in mehreren Momenten ein mildes Lächeln in das Gesicht zaubert. Beim Sport, beim Gang zur Arbeit oder auch zur Entspannung kann das doch auch mal ganz nett sein.

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