Review

MADBALL - For The Cause17.06.2018

MADBALL - For The Cause

MADBALL - For The Cause

verfasst von Henry E.-S.

New York. Big Apple. Heimstadt vieler großer Künstler. Und Geburtsort des New York Hardcore. Dem Genre-Betätigungsfeld aller Hardcore-Jünger, wenn es sie nach der gewissen Priese Metal im Hardcore dürsten. Oder wenn die versammelte Riege der Freunde der Dinge mit "-Core" hinten dran einfach mal einen Moment Ruhe vor dem nächsten Breakdown-Geballer brauchen. Jaja, der New York Hardcore mit seinem heiligen Dreigestirn Agnostic Front, Sick of it all und Madball. Ich bin mir ganz sicher: Jedes Mal, wenn eine dieser Bands eine neue Platte raus bringt, starten an mindestens 10 verschiedenen Orten in einem Umkreis von 100 qm mindestens 6 Moshpits. Sind das jetzt schon Vorschusslorbeeren für Madball´s neue Platte "For the cause"? Eines sei schon mal vorweg gesagt: Ich verspreche jedem Folgendes: Hört euch drei Songs der Platte morgens früh auf dem Weg zur Arbeit an. Danach seit ihr wach und Energiegeladen. Und habt das Bedürfnis auf die Straße zu gehen und Nazis zu vertrimmen. Was ja jetzt nicht falsch ist.

Wenn man nun aber ein neues Album einer Band vor sich hat, die de facto schon einen Gottstatus innerhalb der Metalszene erreicht hat, steht man vor einer gewissen Kruks: Einfach in den Himmel loben geht nicht, weil dann jeder weiß, dass man nicht mehr objektiv ist. Auf der anderen Seite muss man dann irgendwie verständlich ausdrücken, warum das Album sehr gut ist, aber einfach nicht überragend. In diesem Falle gilt für mich nun eher das Letztere. Aber halt, es gibt ja doch einige unter euch, die nun bis jetzt eher partiell in die gesammelten Werke von Madball rein gehört haben (zum Beispiel ich). Also: Madball´s neue Platte "For the cause" ist New York Hardcore in Reinkultur. Keine unnötig gesetzten Breakdowns, durch den Metal inspirierte Songstrukturen, die die Songs angenehm dahin-grooven lassen und ein Sänger, dessen Stimme schön aggressiv ist und mit dem man trotzdem mal ein Bier trinken gehen will. Hinzu kommt eine gehörige Portion Oi!-Punk. Es geht halt richtig ab. Trotzdem landet diese Scheibe, die sehr viel mehr musikalisch Wert ist, als das, was manch andere große Band in den letzten Jahren raus gebracht hat, leider nur auf einer 7,5 von 10. Warum?

Einen oft erwähnten Punkt muss man hier wieder breit treten: Madball sind ohne Frage gute Musiker. Aber Innovation ist jetzt nicht gerade das Hauptverkaufsargument von "For the cause". Das soll es auch gar nicht sein. Man verlangt auch nicht von einem Waffenproduzenten, dass seine Kugeln per W-Lan den Herd anmachen können. Aber etwas Innovation wäre schön gewesen. Außerdem verliert die Platte in den letzten 3 Tracks etwas an Energie. Die sind zwar immer noch sehr gut, aber der Zunder fehlt etwas. Schön. Jetzt haben wir auch schon die negativen Punkte weg. Track 6 "Evil Ways" sei hier als ein besonderes Bonbon erwähnt: Madball haben Ice T als Gastsänger ran bekommen! Und wer den Sänger von Body Count als Gastsänger hat, der kann kein schlechter Mensch sein. In diesem Sinne: "For the cause" ist ein sehr gutes Album mit reichlich Energie unter der Haube, welches mit ein paar schönen Ecken und Kanten aufwartet, die es zu einem richtigen Hardcore-Album machen. Und es dadurch leider von der Perfektion abhalten. Trotzdem klare Empfehlung. Und jetzt entschuldigt mich, ich hab Feierabend.


Tracklist:

01. Smile now pay later
02. Rev up
03. Freight Train
04. Tempest
05. Old fashioned
06. Evil ways feat. Ice T
07. Lone Wolf
08. Damaged goods
09. The fog feat. Tim Timebomb
10. Es tu vida
11. For you
12. For the cause
13. Confessions

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