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LORDI - Monstereophonic (Theaterror vs. Demonarchy)13.09.2016

LORDI - Monstereophonic (Theaterror vs. Demonarchy)

LORDI - Monstereophonic (Theaterror vs. Demonarchy)

verfasst von Karla the Fox

Könnte ein Albumtitel sperriger sein? Obwohl ich gleich beim ersten mal Lesen über die Wortspiele dieses Namens nachgedacht hatte und mich somit näher mit dem Titel befasst hatte, hatte ich beim zweiten mal Damitbeschäftigen schon keine Ahnung mehr, wie sich das schreibt. Ich will nicht wissen, was schon alles in die Google Suchleiste eingegeben wurde von Fans, die sich über das Album informieren wollten und einfach nicht mehr wussten, wie es heißt... doch dieser kleine Nachteil von Seiten der Band soll nicht weiter für Trübsal sorgen.

Es beginnt mit einem Intro, das aus einer hinterlassenen Nachricht auf einem Anrufbeantworter besteht. Der Sprecher beobachten jemanden, den er beim Betrachten zwar als wunderschön beschreibt aber trotzdem gleich umbringen wird. Man denkt an einen verrückten, in der Liebe verletzten Stalker, der seine Ex umlegen will - und dann heißt der nächste Track "Let's Go Slaugther He-Man"!! Ich falle aus allen Wolken, passt die Beschreibung des hellen Haares und der blauen Augen doch auch wunderbar zu dieser Superheldenfigur der Masters of the Universe. Es ist fast ein fröhliches Lied, wie Kinder, die nur spielen, dass sie einen ihrer alten Helden umlegen, betont durch das heitere Keyboard. 

Die erste Hälfte des Albums ist, wie Lordi ankündigen ließen, mit ihren wohlbekannten rockigen Hymnen gefüllt. Große Chöre, tiefe Bässe, schnelle Drums und ein sehr dominantes, eindringliches Gespann aus Gesang und Gitarristen. "Hug You Hardcore", der zweite Song ist der brachialste und wummerndste von ihnen und spielt geschickt mit einem sich in Dauerschleife wiederholenden Lick und Mr. Lordis dagegen laufende Stimme. "Down with the Devil" lässt immer wieder eine Kuhglocke erklingen und beweist mal wieder die Ähnlichkeit von Lorid und Rob Zombie. Es ist ein breites NWOBHM meets 80s Poprock-Werk. Das traurige "Mary is Dead" beschreibt mit Unterstützung einer Hammondorgel ein Mädchen, das einmal ein schönes Glitzern in den Augen hatte, was aber nie wieder gesehen werden wird - denn Mary ist tot. Während "Sick Flick" tritt die gurgelnde Roughness in Mr. Lordis Stimme besonders heraus und "None For One" hingegen wird fast im Flüsterton gesungen. Die Songs wären fast alle ESC-tauglich (so wurden Lordi ja einstmals berühmt), denn jeder Refrain ist auf seine Weise mitreißend. Man könnte sogar sagen, die Songs von Lordi haben einen 'Drop', dem man gespannt entgegenfiebert.

Dann beginnt die zweite Hälfe mit "SCG VIII Opening Scene". Wofür soll das eigentlich stehen? Der Einstieg ist sehr zart und märchenhaft und es geht ab dann um das Erzählen von Geschichten, über Fabelwesen und wilde Schlachten. Doch hier driften meine Aufmerksamkeit ab. Es wird gut mit wechselnden Stimmlagen gespielt. Doch die ganze Story über die Werwölfin und die Hexe und so bekomme ich nicht mit und es schleichen sich Wiederholungen ein. Mir gefällt das Klavier, das zwischendruch auftaucht. Dieser Teil reißt mich aber nicht mit sich. Ganz lustig finde ich noch einmal den letzten Song: "The Night the Monsters Died". Alle tot, großes Gemetzel - doch mit einer Musik, zu der man mit den besten Freunden im Arm wiegen und ein Feuerzeug hochhalten möchte. Könnte auch das Ende eines Musicals sein. Aber das sind eben Lordi. Nie um eine Show verlegen.

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