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LEVIATHAN - Of Origing Unearthed19.09.2018

LEVIATHAN - Of Origing Unearthed

LEVIATHAN - Of Origing Unearthed

verfasst von Kalle

Woah... was hatte ich denn da bitte in meinem Mailfach für ein Album? Der Name Leviathan stammt aus der Mythologie und steht für ein Seeungeheuer. Sollte mich jetzt auch ein ungeheures Album erwarten? Ohja... soviel kann ich schon jetzt sagen. Das Teil geht ungeheuer ab! Vier Jahre hat man von der Band aus Bonn nix mehr gehört und umso heftiger melden sie sich jetzt mit dem Album zurück, das übrigens von Seeb (Orden Ogan) produziert, aufgenommen und gemischt wurde. Man merkt das sofort, wenn man schon andere Werke gehört hat, wo Seeb seine Finger im Spiel hatte. Da kommt eine grandiose Qualität heraus. So auch in dem Fall der Progressive Death Metaller.

Verdammt schon der Opener geht so dermaßen ab, das ich geflasht bin. Das lustige Intro mit dem Kasettenrecorder und dem Vorspulen zum richtigen Intro ist genial gewählt. Was dann aber für ein Feuerwerk bei "Beyond The Stars" abgeht, das hab ich in der Form schon lang nicht mehr gehört. Da ist ein Tempo in dem Track, das sich fast durch das gesamte Werk zieht. Vollgas von der ersten, bis zur letzten Note. Dazwischen gibt es feinste Shouts und Growls. Diese kommen in erster Linie von Jonas. Der Typ geht richtig steil in den Songs, aber nicht zusehr, so dass man alles noch gut versteht. Erstaunlich wie er das Tempo mithält. Unterstützt wird er von Jule, die für die klaren Töne im Gesang zuständig ist.

Würde ich den Sound jetzt in Form von Bands beschreiben müssen, so würden hier Children Of Bodom auf Dragonforce und Exodus treffen. Hier finden sich viele Einflüsse wieder und doch ist ein sehr eigener Sound. Wobei ich jetzt noch jüngere Bands nennen könnte, womit der Klang sich vergleichen lässt. Thunder And Lightning oder die ehemaligen Deadend In Venice sind mir sofort in den Kopf geschossen. Der zweite Track "Proclamation Of Death" ist so ein Brett... erst scheint er euch mit brachialen Riffs zu erschlagen und dann kommen plötzlich zarte Melodien mit rein, das ist ein Genuss für die Ohren, wenn man auf diesen Sound steht. Und ich liebe es, wenn solch harten Kanten auf melodische Gitarrensoli treffen. Da schmelzt man als Metalhead förmlich dahin.

Wer schwache Nackenmuskeln hat, der sollte hier jetzt besser ausmachen oder sich kurz eine Verschnaufpause gönnen, denn die Platte bietet davon nur ganz wenig. Das Album ist für Headbanger, Moshpitter und Co. gedacht und trifft euch genau in euer Metalherz. "Keep Going" überrascht mit leichten Chören und es ist. Hier wird ebenfalls viel auf Tempo gesetzt, doch man bleibt von Beginn an melodischer und wenn beide Stimmen gleichzeitig singen, lässt das gleich noch eine ganz andere Wirkung da. Man könnte fast meinen im Gitarrensolopart wäre man bei heftigen Black Metal gelandet, doch dann switcht das um und man landet bei feinstem Melodic Power Metal. Was die Herren Jonas und Tobias an den Gitarren veranstalten ist aller Ehren wert. Basser Hendrik könnte einem fast Leid tun, denn ihn vernimmt man jetzt nicht so stark.

Dafür kann sich Drummer Tobias richtig austoben, denn was der abliefern darf, damit das Tempo hochbleibt, ist schon ein ordentlicher Ritt. Da kommt mit "The Eye Of The Storm" eine kleine Überraschung daher. Akustikgitarren und eine zarte Stimme begleiten den sehr sehr sehr sanften Song. Man könnte meinen, da man jetzt in der Mitte des Albums ist und ein "Sturmauge" immer der ruhigste Ort ist, hat man das jetzt so gewählt. Wenn dem so ist... genialer Einfall. Danach geht es nämlich mit "Lake Of Blood" direkt wieder in die Vollen. Und hier liegt für mich tatsächlich der erste Schwachpunkt. Im sehr gemächlichen Gitarrensolopart gefallen mir die Drums nicht so wirklich. Das ist aber ein nörgeln, auf sehr hohem Niveau. In "Sorrow" nimmt man dann auch etwas das Tempo raus und setzt auf eine Art düstere Stimmung.

Generell spielt man jetzt auf dem Album mehr. Man bringt hier und da ein paar Überraschungen ein, die man bei Beginn der Platte nicht erwartet hat. "Come Forth, Leviathan!" ist dort das beste Beispiel, denn hier bekommt ihr erst den gewohnten Hochgeschwindigkeitsdeathmetal auf die Ohren gepresst und findet euch von einer auf die anderen Sekunde in einer Art spanischem Haus wieder. Zudem kommt der Song ganz ohne Gesang aus, was auch im ersten Moment überraschend war. Zum Finale bei "What Ever" werden dann noch einmal alle Register gezogen und Vollgas gegeben. Das was Leviathan hier abliefern ist ein absolut grandioses Stück Musik. Es muss euch aber von Beginn an chatchen und ihr müsst euch auf diesen Sound einlassen, sonst könntet ihr von der gewissen Urgewalt erschlagen werden. Für zarte Menschen ist das Album nicht zu empefehlen. Wer aber so richtig mal auf die Ohren bekommen will und dabei auf jede Menge Abwechlsung steht, der darf und muss hier reinhören.


Tracklist:

1. Back to Zero (Intro)
2. Beyond the Starts
3. Proclamation Of Death
4. Keep Going
5. The Eye of the Storm
6. Lake Of Blood
7. Sorrow
8. Come Forth, Leviathan!
9. Whatever

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