Review

LEAVES´Eyes - Sign Of The Dragonhead11.01.2018

LEAVES´Eyes - Sign Of The Dragonhead

LEAVES´Eyes - Sign Of The Dragonhead

verfasst von Kalle

Na jetzt bin ich aber gespannt wie ein Flitzebogen, wie das erste vollständige Album von Leaves´Eyes klingt, das nach der Ära Liv Kristine auf den Markt kommt. Die erste EP "Fires In The North" war schon ein guter Vorgeschmack, doch so ein Full-Album hat schon mehr was.

Auf der normalen Platte befinden sich elf neue Tracks, die wie all die anderen Platten davor, ein gewisses Konzept haben. Dieses Mal bleibt man bei den Wikingern, wo Leaves´Eyes auch hingehören. Nur sind sie eben keine Band, die auf brachiale Klänge setzt, sondern eine gewisse Zerbrechlichkeit mitbringen. Diese Aufgabe hat in diesem Fall die Finnin Elina Siirala bekommen. Sie ist die neue Stimme bei der Band, die von Mastermind Alexander Krull geführt wird. Er trägt mit seiner sehr rauen Art am Gesang natürlich wieder dazu bei, das die tiefen Growls dabei sind und das martialische durch kommt im Sound. Man bleibt sich im Großen und Ganzen sehr treu, was den Klang angeht, wobei das Album epischer und voluminöser klingt. Da Alexander Krull sein eigenes Studio besitzt und viel mit Produktionen usw. zu tun hat, kann man hier natürlich von bester Klangquailtät ausgehen. Kein Instrument geht unter im Gesang oder umgedreht. Das Album hat viele kleine Überraschungen zu bieten. Wer hier also nur Vollgas erwartet, der wird enttäuscht.

Leaves´Eyes sind aber auch nicht dafür bekannt, nur hohes Tempo zu fahren. Eher sind sie auf ausgefallene Kompositionen spezialisiert, die zur Stimme und zum Songklang beitragen. D.h. Stimme und Soundbett müssen harmonieren und eine ganz besondere Stimmung beim hören erzeugen. Das klappt wirklich gut, denn die Melodien gehen direkt ins Ohr. Mir gefallen besonders die Chöre, die Elina ihre Stimme in so manch Chorus noch unterstützen und so einen epischen Klang herbeiführen. Begeistert bin ich ebenso wieder von dem Einbau vieler traditioneller Klänge. Da werden Melodien eingebaut, die dann auf Flöten, Keyboard oder anderen Instrumenten eingespielt wurden. Man bekommt gleich ein ganz anderes Gefühl, wenn man solch Klänge hört. Die Band schafft es mit den Songs, euch in eine tolle Welt der Wikinger zu entführen. Wenn dann noch solch Einspieler wie "Rulers Of Wind And Waves" dabei sind, dann ist diese Reise in die Welt der Methörner vollbracht.

Die Tracks hören auf klangvolle Namen wie "Across The Sea", "Völva", "Shadows In The Night" oder "Fire In The North". Jeder Track hat so seine geilen Passagen und im Gesamten ist dieses Konzeptalbum wieder ein episches Machtwerk geworden. Für das Jahr 2018 ein starker Kandidat für die Top 20 in meinen Jahresplatzierungen, die ich zwar nur für mich selbst mache, aber dennoch da drin zu landen ist bei der Anzahl an Musik, die ich jedes Jahr höre, schon enorm stark. Und ich muss Leaves´Eyes wirklich ein Kompliment machen. Sie haben Elina super in ihre Musik integriert und ihren Sound auch ihrer Stimme etwas angepasst. Sie versucht nicht Liv nachzumachen, sondern bringt ihre eigene Note mit. Man spührt die Harmonie in der Band. Das Album ist ein Leckerbissen, für Headbanger, für Fans von weiblichen Gesang, für Melodieliebhaber und für Fans von Wikingern. Einfach einlegen und aufdrehen. Könnt ihr überhaupt nix falsch machen. Im Gegenteil!!


Tracklist:

01. Sign Of The Dragonhead
02. Across The Sea
03. Like A Mountain
04. Jomsborg
05. Völva
06. Riders On The Wind
07. Fairer Than The Sun
08. Shadows In The Night
09. Rulers Of Wind And Waves
10. Fires In The North
11. Waves Of Euphoria

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