Review

LAZULI - Saison 814.03.2018

LAZULI - Saison 8

LAZULI - Saison 8

verfasst von Kalle

Ich bin viel an interessanter und abwechslungsreicher Musik gewöhnt, doch hier hat man mal wirklich was geschaffen, was ich selten gehört habe...

Und dabei liegt das nicht an der Sprache, in der die insgesamt acht Stücke gesungen werden. Ich verstehe kein Wort der französischen Liedtexte, ich kann euch nicht einmal etwas übersetzen, was auf der CD Hülle steht, dennoch hab ich mir das Album angehört, da mich die Beschreibung der Genres gereizt hat, die hier ihren Einfluss haben. Progressive Rock, Chanson, Folk und Weltmusik sind die elementaren Bestandteile dieses Album. Die Zahl Acht spielt eine große Rolle, denn es ist das achte Album, nennt sich Saison 8 und hat nur acht Songs.

Diese Songs sind sehr abwechslungsreich und überraschen wirklich mit musikalischen Highlights. Bestes Beispiel ist für mich der sechste Song "Mes Semblables". Er bietet ein gutes Midtempo, viel Drums... doch das eigentliche Highlight sind die verschiedenen Gitarrensounds. So hab ich mich an manch Stelle wie in einem James Bond Soundtrack gefühlt, an anderer Stelle wie in Woodstock. Das ist enorm hohe Qualität.

Und wie die sich noch auszeichnet, das wird euch vielleicht überraschen. Hört ihr die Platte nämlich, ohne euch vorher über die Band zu informieren, werdet ihr sicher über den Gesang stolpern. Ja... wie erwäht, ich verstehe die Sprache nicht, aber ich kann ja die Stimme hören und bin dabei voll in die Falle getappt. Für mich war das eine weibliche Stimme, die hier singt. Allerdings ist es dann doch ein Mann, der hier in die hohen Töne greift und klingt, als hätte man ihm gerade sonst wo hingetreten. Das meine ich jetzt nur so, damit ihr ein Gefühl dafür bekommt, wie ungefähr die Stimme klingt, in welcher Tonlage. Sie bleibt aber nicht die ganze Zeit in der Höhe, sondern ist sehr variabel und somit sehr mit der Musik verbunden.

Die Band hat interessante Instrumente zu bieten. Neben klassisch Gitarre, Bass und Schlagzeug, kommen Percussions, Marimba und Waldhorn dazu. Das wohl ungewöhnlichste Instrument ist ein Einzelstück und weltweit gibt es nicht mal im Ansatz ein ähnliches Stück. Es klingt wie eine Gitarre, wird gehalten wie ein Cello, aber ohne Stab. Das ist schon sehr außergewöhnlich und ein toller Sound. Daher nehmt das oben mit den Gitarrensounds als den Sound der "Leode". So nennt sich das Instrument nämlich. Auf Youtube erklärt die Band das Instrument ein wenig. Da sieht man wie es funktioniert und es erinnerte mich dann ein wenig an das Instrument, mit dem u.a. die Melodie von Star Trek gespielt wurde.

Im Gesamten haben die fünf Herren echt interessante Melodien zu bieten, die mit nicht viel zu vergleichen wären. Dafür müsste man sich durchaus mehr mit dem Genre befassen. Ihr könnt mit dem Album auf eine sehr spannende Reise gehen, wenn ihr euch darauf einlasst. Und wenn ihr dann noch die Sprache könnt, habt ihr sogar einen Vorteil. Wer auf Sprache verzichten kann, der genießt einfach mal den Sound. Das ist schon cool genug. Daumen hoch von mir.


Tracklist:

01. J´attends un printemps
02. Un linceul de brume
03. Mes amis, mes frères
04. Les côtes
05. Chronique canine
06. Mes semblables
07. De deux choses lune
08. Les 4 mortes saisons

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