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LARRIKINS - Am Ende War der Mensch 11.02.2016

LARRIKINS - Am Ende War der Mensch

LARRIKINS - Am Ende War der Mensch

verfasst von Kalle

Irgendwo zwischen Parchim und Güstrow liegt das beschauliche Goldberg. Wer sich jetzt in Geografie nicht so gut auskennt, dem sei gesagt, diese Orte liegen in Mecklenburg-Vorpommern. Dort stammen die vier Jungs von Larrikins her, deren Bandname eigentlich ein australischer Straßenbegriff für Rowdy ist. Sie haben sich musikalisch ein Ziel gesetzt und das kann man durchaus unterstützen: "No Chance To Dance Für Nazis."

Larrikins exitieren ansich seit 2001, haben 2008 und 2011 zwei Platten in Selbproduktion veröffentlicht und sich über die Jahre ein wenig Bekanntheit erspielt. In mein Gehör kamen sie bisher noch nicht, obwohl in Sachen Punkrock / Deutschrock schon eine Menge höre und mich regelmäßig über Neuigkeiten informiere. Nun... jetzt kommt über Rügencore Records das dritte Werk der vier Jungs auf den Markt. Das Album beinhaltet insgesamt 14 Songs, die mit klangvollen Namen wie "Die Schuld Daran", "Alles Auf Anfang", "Scheisse War Schon Immer Braun" oder "Wut" daher kommen. Ihr seht schon, die Jungs nehmen kein Blatt vor den Mund.

So ist es nicht verwunderlich, das man sich textlich auf viele kritische Themen bezieht. Das passt auch zum Bandmotto: "Wir sind alle kleine Lichter - nur zusammen sind wir hell". Und am Ende war der Mensch, der nicht weis was er tut. Gut das die Vier wissen was sie tun, denn das Werk überzeugt. Keine überharten Gröhlparts, keine überspitzen Hetzen oder ähnliches... man hat hier ganz dosiert, doch sehr selbstbewusst in die Kiste gegriffen, in der interessante Themen warten. Man merkt aber direkt, das diese Themen die Band auch selbst beschäftigten und sie sich darüber Gedanken machen. Und mit deutschen Texten kann man diesen Gedanken mehr Ausdruck verleihen. Auch musikalisch kommt diese Kraft hinter den Texten zum Ausdruck. Hat man wirklich harte Worte, sind auch die Riffe härter, geht man mehr in die Gefühlsecke und versinkt mehr in Gedanken, dann untermalt man das Stück auch gerne mit sanften Keyboardklängen (Alles Auf Anfang).

Man bedient sich auch anderen Genre, so gibt es ein paar kleine Ska Elemente zu vernehmen (Wer Weiß Noch). Manch Song könnte auch gut aus der Feder einiger anderer Bands stammen. So erinnerte mich der Song "Zeit" ein wenig an die Toten Hosen. Besonders schön gefallen mir diese Emotionen in den Songs. Sänger Felix weis seine kraftvolle Stimme mit besonderen Emotionen zu untermalen. Wenn im Song "Wut" es richtig zur Sache geht, dann spürt ihr das auch, das er wütend ist. Es gibt immer wieder ein paar Verschnaufpausen und nicht permanent Hau-Drauf-Tempo. "So Wie Früher" ist eine gemütliche Nummer, dennoch aber sehr zum nachdenken anregend. Das Album gibt euch aber auch total große Hymnen, die sicher auf Konzerten zu Dauerbrennern werden. Dazu zähle ich u.a. "Nummer 3" und "Aufs Leben".

Eine sehr abwechslungsreiche Platte, die zu begeistern weis. Ich sehe für die Jungs eine große Chance jetzt mehr in die Öffentlichkeit zu kommen und Konzerte zu rocken, Fans zu begeistern und ihr Leidenschaft zur Musik mehr zu präsentieren. Da steckt eine Menge Leidenschaft hinter und das sollten sie sich weiter bewahren. Gute Arbeit Jungs!

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